Identitätsdiebstahl, Gestohlener

Identitätsdiebstahl: Gestohlener Ausweis schlimmer als Kreditkartenbetrug

15.02.2026 - 21:32:12

Die Gewerkschaft der Polizei sieht im physischen Ausweisdiebstahl eine verheerende Bedrohung, deren Folgen Opfer oft jahrelang verfolgen. Künstliche Intelligenz verschärft die Lage dramatisch.

Die Gewerkschaft der Polizei warnt vor einer alarmierenden Welle von Identitätsdiebstählen. Ein gestohlener Personalausweis richtet weitaus größeren Schaden an als geklaute Kreditkartendaten – und die Opfer kämpfen oft jahrelang gegen die Folgen.

Während der Safer Internet Day in der vergangenen Woche traditionell auf Cybergefahren hinweist, rückt die GdP eine altmodische, aber verheerende Bedrohung in den Fokus: den Diebstahl physischer Ausweise. Die Behebung der Schäden sei ungleich komplexer und langwieriger als bei reinem Kreditkartenbetrug.

Für Betroffene beginne oft ein jahrelanger Kampf, der ihre Bonität und ihren Ruf nachhaltig schädigen könne.

Vom Ausweis zur Schattenidentität: Was Kriminelle anrichten

Der fundamentale Unterschied liegt im Schadenspotenzial. Gestohlene Kreditkartendaten dienen primär finanziellen Transaktionen. Ein physischer Ausweis hingegen ist ein Generalschlüssel für Kriminelle.

Mit einem gestohlenen Personalausweis oder Reisepass können Täter im Namen des Opfers:
* Bankkonten eröffnen und Kredite aufnehmen
* Mobilfunk- und andere Verträge abschließen
* Waren auf Rechnung bestellen
* Sich bei Behörden registrieren

Die Methoden, an die Dokumente oder Kopien zu gelangen, werden immer raffinierter. Sie reichen von klassischem Taschendiebstahl über gefälschte Wohnungs- oder Jobangebote bis zu gezieltem Phishing.

Der bürokratische Albtraum: Jahre bis zur Rehabilitation

Die Wiederherstellung der eigenen Identität ist ein Marathon. Bei Kreditkartenbetrug genügt meist ein Anruf bei der Bank. Beim Identitätsdiebstahl müssen Opfer an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen.

Nach der Anzeige bei der Polizei folgt die mühsame Aufgabe, alle betroffenen Unternehmen, Banken und Auskunfteien wie die Schufa zu kontaktieren. Die Beweislast liegt dabei oft beim Opfer: Es muss nachweisen, die Verträge nicht selbst abgeschlossen zu haben.

Dieser Prozess kann sich über Monate oder Jahre hinziehen und ist mit erheblichem Stress, Zeitaufwand und Anwaltskosten verbunden.

KI als Brandbeschleuniger: Deepfakes umgehen Identitätsprüfungen

Experten sehen das Jahr 2026 als Wendepunkt. Künstliche Intelligenz verschärft die Bedrohungslage dramatisch. Laut dem „Global Cybersecurity Outlook 2026“ betrachten 94 Prozent der Sicherheitsexperten KI als bedeutendsten Treiber für Veränderungen.

Kriminelle nutzen generative KI bereits, um Phishing-E-Mails täuschend echt zu gestalten. Eine besondere Gefahr sind Deepfakes – mit KI erstellte, perfekte Bild- oder Videofälschungen.

Diese Technologie wird genutzt, um digitale Identitätsprüfungen zu umgehen, die auf einem Ausweisfoto und einem Selfie basieren. Gestohlene Daten werden so noch mächtiger.

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Zerrüttetes Vertrauen: 70 Prozent sind besorgter als vor fünf Jahren

Die Professionalisierung des Identitätsdiebstahls hat das Vertrauen der Bürger erschüttert. Eine Umfrage aus 2025 ergab: Nur noch 12 Prozent der Deutschen haben volles Vertrauen in Organisationen, die ihre Identitätsdaten online verwalten.

Fast 70 Prozent gaben an, heute besorgter um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten zu sein als noch vor fünf Jahren. Dieses Misstrauen richtet sich besonders gegen soziale Medien und Online-Händler.

Prävention wird zur Daueraufgabe: So schützen Sie sich

Angesichts der wachsenden Bedrohung fordern Sicherheitsbehörden wie die GdP modernere Ermittlungsbefugnisse. Der Schlüssel liegt jedoch in der Prävention. Experten raten Verbrauchern zu erhöhter Wachsamkeit.

Dazu gehören:
* Vorsicht bei Ausweiskopien: Nur bei absolut vertrauenswürdigen und notwendigen Anlässen herausgeben.
* Regelmäßige Kontrolle: Kontoauszüge und Bonitätsauskünfte wie die Schufa-Daten regelmäßig prüfen.
* Digitale Hygiene: Starke, einzigartige Passwörter verwenden und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

Der Schutz der eigenen Identität ist im digitalen Zeitalter zu einer Daueraufgabe geworden, die proaktives Handeln erfordert.

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