Italien, Olympia

«Meilenstein» und «Bsssssss»: Die Kamera-Drohnen bei Olympia

13.02.2026 - 13:30:21

Mit spektakulären Bildern aus Italien wollen die Olympia-Macher die TV-Zuschauer fesseln. Wie funktionieren die Kamera-Drohnen? Und was sagen die Athleten zu ihren kleinen Verfolgern?

  • Drohne im Eiskanal: Bei diesen Winterspielen setzen die Verantwortlichen auf spektakuläre Bilder. - Foto: Robert Michael/dpa

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  • Eine Drohne fliegt durch den Eiskanal von Cortina d'Ampezzo. (Archivbild) - Foto: Robert Michael/dpa

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  • Der deutsche Skispringer Philipp Raimund wird von einer Drohne gefilmt. - Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa

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  • Auch im Snowboard - hier das Big-Air-Finale mit Kokomo Murase - kommen Kameradrohnen zum Einsatz. (Archivbild) - Foto: Oliver Weiken/dpa

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Drohne im Eiskanal: Bei diesen Winterspielen setzen die Verantwortlichen auf spektakuläre Bilder. - Foto: Robert Michael/dpaEine Drohne fliegt durch den Eiskanal von Cortina d'Ampezzo. (Archivbild) - Foto: Robert Michael/dpaDer deutsche Skispringer Philipp Raimund wird von einer Drohne gefilmt. - Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpaAuch im Snowboard - hier das Big-Air-Finale mit Kokomo Murase - kommen Kameradrohnen zum Einsatz. (Archivbild) - Foto: Oliver Weiken/dpa

Mit 140 Stundenkilometern eine Abfahrtspiste hinunterrasen? Ähnlich schnell mit Rodel oder Bob durch den Eiskanal schießen? Hinter Snowboardern durch die Luft fliegen und deren waghalsige Tricks bewundern? Bei diesen Winterspielen bekommen Zuschauerinnen und Zuschauer auch daheim auf der gemütlichen Couch einen Eindruck von den teils spektakulären Auftritten der Athleten. Möglich machen das Drohnen-Kameras, die erstmals bei dem Mega-Event großflächig eingesetzt werden - und deren summende Rotorblätter schon jetzt für einen der prägenden Olympia-Sounds sorgen.

«Es schaut cool aus», sagt Skirennfahrerin Emma Aicher zu den Bildern, die ihre Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Tofana-Piste in Cortina zeigen. Von einer «ganz schönen Sache, was die Jungs dort machen», schwärmt Rodler Felix Loch und räumt ein: «Es sind schon ganz andere Bilder.» Während man Drohnen-Aufnahmen vor allem von Skirennen etwa aus Kitzbühel oder Wengen zuvor schon kannte, sind die Bilder aus dem engen Eiskanal neu.

15 Drohnen mit speziellen Piloten

15 sogenannte FPV-Drohnen sind laut den Organisatoren bei den Spielen im Einsatz. Solche Drohnen werden ferngesteuert von Piloten geflogen, welche über Spezialbrillen virtuell den Blick der Drohne einnehmen. Von einer «neuen Dimension» der Sportübertragung sprach zuletzt Yiannis Exarchos. Er ist der Chef von Olympic Broadcasting Services (OBS), das sämtliche Bilder der Wettkämpfe von Mailand und Cortina d'Ampezzo produziert und an die TV-Sender verteilt.

«Viele Zuschauer empfinden die neue Technik auch als spannend und als optisches Erlebnis», sagte ARD-Teamchef Christoph Netzel. Von einem «Meilenstein» sprach Scott Young von WBD Sports Europe, zu dem Eurosport gehört.

Wie einst die Vuvuzelas - aber Geräusch stört Sportler nicht

Und dieser Ton, dieses beständige Surren, «Bsssssss»? Der erinnert manchen vor dem Fernseher schon an die Vuvuzelas bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika. OBS-Chef Exarchos sagte, dass er sich vorstellen könne, künftig dank Künstlicher Intelligenz den Sound aus der Übertragung rauszufiltern. Genügend andere Tonquellen gebe es schließlich: Exarchos sprach von insgesamt 1.800 Mikrofonen, die an den Wettkampfstätten verbaut sind.

Die Sportlerinnen und Sportler bekommen von den Drohnen-Kameras übrigens kaum etwas mit. Die Ski-Asse und Rodler berichten, dass sie unter ihren Helmen und wegen des Fahrtwindes kein Summen vernehmen. Und bei Indoor-Events ohne Helm? Der deutsche Eisschnellläufer Felix Maly berichtete, dass ihn jener Ton gar nicht störe. «Nein, gar nicht. Die Halle ist so laut, viel lauter als die Drohne.» Bis auf die Wettkämpfe in Eishockey, Eiskunstlauf und Curling kommen Drohnen laut Exarchos bei allen Sportarten zum Einsatz.

Nur verfolgen, nicht überholen

Großer Wert sei darauf gelegt, dass die fliegenden Kameras die Athletinnen und Athleten nicht stören oder gefährden. Drohnen dürfen nie über oder vor die Sportler geflogen werden, sondern diese nur verfolgen. So kann Österreichs Snowboarderin Anna Gasser beruhigt sein, bei Olympia keinen Crash mit einer Drohne zu erleben - es wäre nicht ihr erster. «Mein Freund fliegt Renndrohnen, und wenn er trainiert, folgt er mir und rammt mich dann», erzählte sie jüngst.

Grobe Verletzung wären selbst bei einer Kollision nicht zu erwarten: Die bei Olympia eingesetzten Drohnen sind gerade mal 250 Gramm schwer. Das ist nicht zu vergleichen mit jener XXL-Drohne, die 2015 während des Slaloms von Madonna di Campiglio neben Ski-Star Marcel Hirscher auf die Piste krachte.

Vorschlag vom Olympiasieger: «Drohnen müssen viel näher ran»

Damals sorgte das für einen großen Skandal in der Ski-Szene und Zweifel über die Sicherheit der Athleten. Bei den Winterspielen ärgern sich nun eher nur vereinzelt Experten und TV-Kommentatoren, die auf den Verfolgungsbildern die Skitechnik der Fahrerinnen und Fahrer nur schwer erkennen können.

Der deutsche Rodler und Doppel-Olympiasieger Max Langenhan hat übrigens einen Verbesserungsvorschlag. «Die Drohnen müssten viel näher ran», sagte er. «Ich vermute, dass das wegen Sicherheitsrichtlinien nicht geht. Ich muss die Drohne hinten im Helm hören, dann sind die Aufnahmen richtig gut.»

@ dpa.de

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