Ukraine, Italien

Sportgericht bestätigt Ausschluss von Ukrainer bei Olympia

13.02.2026 - 17:36:12

Der Fall des ukrainischen Skeleton-Piloten Wladislaw Heraskewytsch bewegt die olympische Welt. Der Internationale Sportgerichtshof gibt dem IOC in der Kontroverse um seinen Gedenk-Helm Recht.

  • Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch hatte mit seinem Einspruch keinen Erfolg. - Foto: Peter Kneffel/dpa

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  • Wladislaw Heraskewytsch glaubt nicht mehr an einen Olympia-Start. - Foto: Peter Kneffel/dpa

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  • IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hält die Regeln für Meinungsäußerungen für richtig. - Foto: Fatima Shbair/AP/dpa

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Skeleton-Pilot Wladislaw Heraskewytsch hatte mit seinem Einspruch keinen Erfolg. - Foto: Peter Kneffel/dpaWladislaw Heraskewytsch glaubt nicht mehr an einen Olympia-Start. - Foto: Peter Kneffel/dpaIOC-Präsidentin Kirsty Coventry hält die Regeln für Meinungsäußerungen für richtig. - Foto: Fatima Shbair/AP/dpa

In einem Eilverfahren ist der Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Rennen durch den Internationalen Sportgerichtshof Cas bestätigt worden. Die Ad-hoc-Kommission wies den Einspruch des 27-Jährigen gegen die Entscheidung des Weltverbands IBSF zurück. Dieser hatte Heraskewytsch wegen seines vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) verbotenen Helms mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen disqualifiziert. Der Skeleton-Fahrer wird damit auch nicht nachträglich noch wieder zum Wettbewerb zugelassen. 

In der Begründung des Cas hieß es, das Gericht sei der Ansicht, dass die IOC-Richtlinien «ein angemessenes Gleichgewicht herstellen zwischen dem Interesse der Athleten, ihre Meinung zu äußern, und ihrem Interesse, ungeteilte Aufmerksamkeit für ihre sportlichen Leistungen an der Wettkampfstätte zu erhalten.» An diese Regeln sei auch der Cas gebunden.

Heraskewytsch hatte sich am Donnerstag vor dem Start des ersten Durchgangs in Cortina d'Ampezzo geweigert, auf das Tragen seines Gedenk-Helms zu verzichten. Auf dem Kopfschutz sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Das IOC hatte dem Ukrainer die Erlaubnis verweigert, mit dem Helm seinen Wettkampf zu bestreiten. Auf dieser Basis hatte ihn die IBSF ausgeschlossen.

Skeleton-Pilot: «Ich bereue nichts»

Daraufhin zog Heraskewytsch vor den Cas, der bei den Winterspielen in Mailand eine Außenstelle für olympische Eilverfahren unterhält. Er argumentierte, es habe bereits ähnliche Fälle bei Olympia ohne drastische Sanktionen gegeben, und sieht keinen Regelbruch. Das IOC untersagt politische Botschaften während der Wettkämpfe und hatte den Ukrainer mehrfach aufgefordert, einen anderen Helm zu verwenden.

«Von Tag eins an habe ich gesagt, dass ich glaube, dass ich im Recht bin», erklärte Heraskewytsch nach einer knapp dreistündigen Anhörung vor der Cas-Schiedsrichterin, der deutschen Rechtsanwältin Annett Rombach. Umhüllt von einer ukrainischen Flagge beteuerte Heraskewytsch: «Ich bereue nichts.»

IOC-Chefin beharrt auf Richtlinien

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte in letzter Minute an der Olympia-Bahn noch versucht, den Athleten vom Tragen des Kopfschutzes während seiner Rennen abzuhalten. Heraskewytsch habe die Position des IOC verstanden, sei aber seiner Sache sehr verpflichtet. «Leider ändert das nicht die Regeln», sagte Coventry wenige Stunden vor der Cas-Entscheidung.

Sie verwies darauf, dass der Regelrahmen für Meinungsäußerungen bei Olympischen Spielen auch von zahlreichen Vertretern der Athletengemeinde mit entwickelt worden und bekräftigte: «Ich halte diese Richtlinien für sehr gut.»

Ukrainische Sportler und Politiker kritisierten den Ausschluss von Heraskewytsch scharf. Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte dem Skeleton-Piloten für seine klare Haltung und verlieh dem Sportler den Orden der Freiheit, die zweithöchste Auszeichnung des Landes. 

Heraskewytsch gehörte bei Olympia nicht zu den Topfavoriten. Ohne ihn waren am Donnerstag schon die ersten beide Läufe gestartet worden, die Medaillenentscheidung mit den Läufen drei und vier war für Freitagabend angesetzt.

@ dpa.de

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