US-Küstenwache investiert 341 Millionen Euro in Roboter-Flotte
22.01.2026 - 10:03:12Die US-Küstenwache startet eine Modernisierungsoffensive mit autonomen Systemen. Ein Investitionspaket von 341 Millionen Euro soll die maritime Sicherheit durch Drohnen und Roboterboote revolutionieren.
Strategische Aufrüstung für Luft und See
Die Mittel stammen aus dem „One Big Beautiful Bill Act“ und sind ein Kernstück der Strategie Force Design 2028. Das Ziel: Die Küstenwache soll agiler und technologisch führend werden. Von der Summe fließen 266 Millionen Euro in unbemannte Flugsysteme (UAS). Weitere 75 Millionen Euro sind für robotische Oberflächenfahrzeuge (RSVs) vorgesehen.
Hintergrund sind langjährige Lücken in der Überwachung, besonders in entlegenen Seegebieten. Vizeadmiral David Barata betonte, dass die Gelder zügig für erprobte Technologien eingesetzt werden sollen. Es geht nicht um Pilotprojekte, sondern um die flächendeckende Einführung.
V-BAT-Drohnen ersetzen veraltete Systeme
Ein Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung der Schiffsluftaufklärung. Die veralteten ScanEagle-Drohnen werden durch moderne V-BAT-Systeme des Herstellers Shield AI ersetzt. Der Vorteil: Diese Drohnen starten und landen senkrecht.
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Für die Flotte der Küstenwachschiffe ist das ein großer logistischer Fortschritt. Sie benötigen keine aufwendigen Katapulte oder Fangvorrichtungen mehr. So können sie auch bei schwerer See operieren. Bis Sommer 2026 sollen alle National Security Cutter mit der neuen Technik ausgestattet sein.
Die Reichweite der Schiffe wird damit erheblich erweitert. Echtzeitaufklärung (ISR) ist dann weit über den Horizont hinaus möglich.
Langstreckendrohnen und Roboterboote im Fokus
Neben der Schiffsmodernisierung prüft die Küstenwache den Einsatz eigener Langstreckendrohnen. Bislang teilt sie sich solche Systeme mit dem Grenzschutz. Ein entsprechender Markttest soll noch im ersten Quartal 2026 starten.
Eigene Langstrecken-Plattformen wären ein Game-Changer. Sie könnten etwa bei der Drogenbekämpfung im Ostpazifik oder beim Fischereimonitoring im Indopazifik zum Einsatz kommen. Die operative Unabhängigkeit würde steigen.
Parallel treibt die neu geschaffene Abteilung für Robotik und Autonome Systeme die Entwicklung auf dem Wasser voran. In Kooperation mit einem Technologiezentrum sucht man nach kommerziell verfügbaren autonomen Booten. Diese sollen schnell für Sicherheitsaufgaben adaptiert werden.
Die Bundesregierung zeigt bereits Interesse an der Branche. So erhielt das Unternehmen Seasats kürzlich einen 24-Millionen-Euro-Auftrag für langlebige Roboterboote.
Mehr Sicherheit für Einsatzkräfte
Die Investitionen sind auch eine Antwort auf personelle Risiken. „Diese Systeme sind entscheidend, um unser Personal zu schützen“, so Anthony Antognoli, der erste Programmleiter für Robotik. Roboter können in gefährliche Umgebungen vordringen – etwa in Ölteppiche, nach Hurrikanen oder an Bord verdächtiger Schiffe.
Erste Käufe aus Vorlaufmitteln sind bereits getätigt. Dazu gehören Unterwasser-Drohnen von VideoRay und Kurzstreckendrohnen von SkyDio. Das neue Millionenpaket skaliert diese Ansätze nun massiv.
Chancen für die Technologie-Branche
Für die Verteidigungs- und Maritime-Tech-Industrie eröffnet der straffe Zeitplan große Chancen. Die Küstenwache sucht nach marktreifen Lösungen, nicht nach Grundlagenforschung. Die klare Aufteilung der Mittel gibt Herstellern eine direkte Roadmap.
Der Druck, die Gelder schnell zu verpflichten, dürfte den gesamten Sektor beschleunigen. Besonders Anbieter von VTOL-Drohnen, ausdauernden Roboterbooten und KI-gesteuerten Kontrollsystemen profitieren.
Die Einführung der V-BAT-Drohnen im Sommer 2026 wird als erster großer Meilenstein gesehen. Ihr Erfolg könnte weltweit Standards für die Integration autonomer Luftsysteme auf Kriegsschiffen setzen. Gleichzeitig läutet die geplante Ausschreibung für Langstreckendrohnen einen Wettbewerb unter Rüstungskonzernen ein. Die US-Küstenwache steht vor einer ihrer tiefgreifendsten technologischen Transformationen.
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