Threads überholt X erstmals bei mobilen Nutzern
19.01.2026 - 22:05:12Meta-Tochter Threads hat Twitter-Nachfolger X bei der Zahl der täglichen Nutzer auf Smartphones weltweit abgehängt. Diese Trendwende im Kampf um die Vorherrschaft bei textbasierten Netzwerken zeigt eine anhaltende Verlagerung der Aufmerksamkeit – und nutzt den mächtigen Instagram-Heimatvorteil.
Laut aktueller Daten von Similarweb vom Januar 2026 verzeichnet die Threads-App auf iOS und Android nun rund 141,5 Millionen tägliche aktive Nutzer. Die mobilen Apps von X kommen dagegen nur noch auf etwa 125 Millionen. Es handelt sich nicht um einen kurzfristigen Hype, sondern um einen anhaltenden Trend: Während das Nutzerwachstum bei Threads seit Monaten stabil verläuft, verliert X auf Mobilgeräten kontinuierlich an Boden.
Die Zahlen der mobilen Machtverschiebung
Die Daten zeichnen ein klares Bild. Threads hatte X bei den mobilen Tagesnutzern bereits Ende 2025 überholt und baut seinen Vorsprung seitdem aus. In den ersten Wochen des Januars 2026 lag der globale Durchschnitt für Threads bei 143,2 Millionen mobilen Nutzern pro Tag – X kam auf 126,2 Millionen.
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Die Verschiebung ist ein globales Phänomen, auch wenn die regionalen Unterschiede groß sind. In den USA etwa führt X auf dem Smartphone noch knapp mit 21,2 Millionen zu 19,5 Millionen täglichen Nutzern. Doch die Dynamik spricht gegen den Vorsprung: Threads verzeichnete in den USA ein Jahr-auf-Jahr-Wachstum von fast 42 Prozent, während Xs Nutzerzahl schrumpfte. Weltweit ist die tägliche mobile Reichweite von X im vergangenen Jahr um etwa 11,9 Prozent gefallen.
Ein wichtiger Vorbehalt: Der Vorsprung gilt ausschließlich für mobile Apps. Im Web bleibt X mit geschätzt 145 bis 150 Millionen täglichen Besuchern auf seiner Website klar dominierend. Threads’ Web-Präsenz liegt bei weniger als 9 Millionen. Rechnet man alle Zugänge zusammen, liegt X mit über 270 Millionen täglichen Nutzern gesamt noch vor Threads mit etwa 150 Millionen.
Metas Ökosystem als Turbo für Threads
Analysten führen den rasanten mobilen Aufstieg von Threads vor allem auf die tiefe Verzahnung mit Metas mächtigem Ökosystem zurück. Die Plattform profitiert enorm von der Anbindung an Instagram. Nutzer können sich nahtlos anmelden, und die Cross-Promotion erreicht Milliarden potenzieller Nutzer. Dieser eingebaute Netzwerkeffekt ist ein Wettbewerbsvorteil, den kein eigenständiger Konkurrent leicht nachbauen kann.
Zusätzlich treibt Meta die Produktentwicklung von Threads aggressiv voran. In den vergangenen zwölf Monaten rollte das Unternehmen einen stetigen Strom neuer Features aus, darunter themenbasierte Communities, Direktnachrichten, verbesserte Content-Filter und längere Beiträge. Meta setzt zudem auf KI-gestützte Inhaltsempfehlungen, die die Verweildauer der Nutzer in der App erhöhen sollen. Diese mobile-first-Strategie und das konstante Innovationstempo kommen offenbar an.
Fragmentierter Markt: X unter Druck
Der Aufstieg von Threads fällt in eine Phase des Umbruchs und der Kontroversen bei X. Zwar ist das Wachstum von Threads ein langfristiger Trend und keine direkte Reaktion auf einzelne Vorfälle. Doch jüngere Probleme bei X – Diskussionen um Moderationsrichtlinien, Verifikation und den KI-Chatbot Grok – könnten die Abwanderung für einige Nutzer beschleunigt haben.
Die Entwicklung spiegelt ein zersplitterteres Social-Media-Umfeld wider. X bleibt das zentrale Netzwerk für Echtzeit-Nachrichten, politischen Diskurs und Live-Kommentare, besonders im Web. Threads hingegen etabliert sich erfolgreich als mobil-zentrierte, konversationsorientierte Alternative. Der Wettbewerb ist kein Nullsummenspiel mehr. Auch Dienste wie Bluesky kämpfen um Aufmerksamkeit.
Die Zukunft: Kann Threads den Vorsprung halten?
Die entscheidende Frage ist nun, ob Threads seinen mobilen Vorsprung ausbauen und zu einer echten, plattformübergreifenden Herausforderung für X werden kann. Meta wird den Fokus voraussichtlich auf die Verbesserung des Web-Erlebnisses und auf Monetarisierungstools für Creator legen, um einflussreiche Stimmen zu binden.
Für X besteht die Herausforderung darin, seine mobile Nutzerbasis zu stabilisieren und einen klaren Mehrwert zu kommunizieren. Die Stärke als Echtzeit-Informationsplattform bleibt ein Kernasset. Initiativen wie die Open-Source-Stellung seines Algorithmus könnten Nutzer ansprechen, die Transparenz suchen.
Das Ringen um die digitale Agora ist eröffnet. Das kommende Jahr wird zeigen, ob die mobile Trendwende eine dauerhafte Neuordnung der Social-Media-Hierarchie einläutet – oder nur ein Kapitel in einer anhaltenden Rivalität ist. Derzeit liegt der Schwung auf der Seite von Threads. Die Branche wartet gespannt auf die Reaktion von X.
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