Standortfördergesetz, Bundesrat

Standortfördergesetz: Bundesrat ebnet Weg für Steuerreform

10.02.2026 - 04:13:12

Die Bundesregierung lockert mit dem neuen Standortfördergesetz Steuervorschriften, um private Investitionen in Zukunftstechnologien und Infrastruktur zu fördern. Die Reform enthält konkrete Erleichterungen für Unternehmen und Fonds.

Deutschland lockert mit dem neuen Standortfördergesetz Steuervorschriften, um Investitionen in Infrastruktur und Start-ups anzukurbeln. Der Bundesrat gab am 30. Januar grünes Licht für die Reform, die gezielte Änderungen am Körperschafts- und Einkommensteuerrecht vorsieht. Ziel ist es, private Gelder für Zukunftstechnologien zu mobilisieren und den Finanzstandort Deutschland zu stärken.

Körperschaftsteuer: Klarheit für freie Sparkassen

Ein Kernpunkt der Reform ist eine präzise Anpassung im Körperschaftsteuergesetz (KStG). Konkret wird die Anwendung von § 8b Abs. 6 KStG auf freie Sparkassen ausgeweitet. Diese technische Korrektur setzt ein Urteil des Bundesfinanzhofs um und schafft Rechtssicherheit für die regional verankerten Institute. Die Regelung gilt ab dem Veranlagungszeitraum 2026, kann aber auf Antrag auch früher angewandt werden.

Kapitalerträge: Steuerfreie Reinvestition wird attraktiver

Für die breite Wirtschaft besonders relevant ist die deutliche Erhöhung der steuerfreien Thesaurierungsbegünstigung. Nach der Änderung von § 6b des Einkommensteuergesetzes (EStG) vervierfacht sich die Grenze für die Verlagerung stiller Reserven. Künftig können bis zu zwei Millionen Euro – statt bisher 500.000 Euro – aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen steuerfrei in neue Investitionen fließen. Diese Regelung gilt für Veräußerungen in Wirtschaftsjahren, die nach der Verkündung des Gesetzes im Bundesgesetzblatt beginnen. Experten erwarten, dass dies vor allem familiengeführte Betriebe und den Mittelstand beim Generationswechsel oder bei Expansionsplänen entlastet.

Finanzplatz: Mehr Spielraum für Fonds

Das Gesetz entfesselt zudem privates Kapital für die Energiewende. Durch Änderungen im Investmentsteuergesetz erhalten Fonds größere Freiheiten, um in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu investieren. Hindernisse für Beteiligungen an Kommanditgesellschaften oder europäischen Langzeitfonds (ELTIF) entfallen. So soll privates Geld gezielt in den Ausbau grüner Technologien und maroder Brücken oder Schienen gelenkt werden. Parallel setzt die Reform EU-Vorgaben wie den Listing Act um, um Bürokratie an den Kapitalmärkten abzubauen.

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Strategie: Gezielte Impulse nach dem Wachstumschancengesetz

Das Standortfördergesetz setzt auf die Strategie des Vorgängers, des Wachstumschancengesetzes von 2024, auf. Während dieses breite Steuererleichterungen brachte, zielt die neue reform präziser auf bessere Finanzierungsbedingungen. Die Bundesregierung will Hürden für Investoren abbauen und Anreize setzen, um Kapital in zukunftsträchtige Sektoren zu lenken. Die Botschaft ist klar: Deutschland will im internationalen Wettbewerb um Risikokapital und Großprojekte wieder attraktiver werden.

Ausblick: Unternehmen sollten jetzt planen

Die steuerlichen Neuerungen treten am Tag nach der offiziellen Verkündung in Kraft. Unternehmen und Investoren sollten ihre Strategien überprüfen. Die höhere Thesaurierungsgrenze bietet neue Planungsmöglichkeiten bei Unternehmensverkäufen. Auch Fondsmanager müssen die erweiterten Optionen für nachhaltige Investments prüfen. Steuerberater rechnen mit einer hohen Nachfrage, um die Chancen des neuen Rechtsrahmens optimal zu nutzen.

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