EU und G7 verschärfen Sanktionen mit neuem Ölpreisdeckel
31.01.2026 - 05:54:12Die westlichen Alliierten senken die Preisobergrenze für russisches Rohöl erneut und führen einen dynamischen Anpassungsmechanismus ein. Ziel ist es, die Kriegskasse des Kreml weiter auszutrocknen.
Ab heute gilt eine schärfere Regelung im Kampf gegen die russische Kriegswirtschaft. Die Europäische Union und die G7-Staaten setzen eine niedrigere Preisobergrenze für russisches Rohöl in Kraft. Gleichzeitig wird ein neuer, flexibler Mechanismus eingeführt, um die Wirksamkeit der Sanktionen langfristig zu sichern. Für den internationalen Handel und die Schifffahrt bedeutet dies erneut strengere Compliance-Vorgaben.
Der zentrale Punkt der Verschärfung: Die Obergrenze ist nicht mehr starr. Stattdessen orientiert sie sich künftig automatisch am Markt. Konkret liegt sie 15 Prozent unter dem Durchschnittspreis für russisches Ural-Öl der vergangenen 22 Wochen. Dieser Schritt soll verhindern, dass die Sanktionen in Phasen niedriger Weltmarktpreise an Biss verlieren.
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Bisher galt ein fester Maximalpreis von 47,60 US-Dollar pro Barrel. Ab dem 1. Februar 2026 senkt die EU ihn auf 44,10 US-Dollar. Das Vereinigte Königreich führt die neue Regelung bereits heute ein. Der Preisdeckel verbietet westlichen Unternehmen, Transport, Versicherung oder Finanzierung für russische Ölexporte anzubieten, wenn der Verkaufspreis die Grenze überschreitet.
Russlands Schattenflotte als große Herausforderung
Seit der Einführung der ersten Preisobergrenze Ende 2022 hat Moskau reagiert. Eine sogenannte „Schattenflotte“ aus oft alten Tankern mit undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen umgeht die westlichen Restriktionen. Mit dieser Flotte kann Russland Öl auch über der Obergrenze an Länder wie Indien oder China verkaufen – allerdings mit höheren Risiken und Kosten.
Die westlichen Staaten versuchen, mit flankierenden Maßnahmen gegenzusteuern. So verschärft die EU ab Januar 2026 auch die Importregeln für Mineralölprodukte, die in Drittländern aus russischem Öl hergestellt wurden. Die Durchsetzung der Regeln bleibt jedoch eine immense Herausforderung.
Langfristiger Wirtschaftskrieg mit ungewissem Ausgang
Die Sanktionsverschärfung erfolgt in einem angespannten Marktumfeld. Analysten sehen sie als notwendigen Schritt, um den Druck auf den Kreml aufrechtzuerhalten. Die eigentliche Wirkung hängt aber von zwei Faktoren ab: der Kooperation großer Abnehmerländer und der Fähigkeit des Westens, Umgehungsgeschäfte aufzuspüren.
Experten erwarten, dass Russland weiter nach Auswegen suchen wird. Der Ausbau alternativer Finanzierungs- und Versicherungsnetzwerke ist wahrscheinlich. Für die G7 und die EU wird es darauf ankommen, schnell auf neue Taktiken zu reagieren und die globale Überwachung zu intensivieren. Der Wirtschaftskonflikt tritt in eine neue, komplexere Phase.
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