EU investiert 347 Millionen Euro in Schutz von Seekabeln
05.02.2026 - 23:00:12Die EU-Kommission stellt ein neues Sicherheitspaket vor, um die lebenswichtigen Datenautobahnen am Meeresgrund vor Sabotage zu schützen. Ein strategisches Instrumentarium und gezielte Investitionen sollen Europas digitale Souveränität stärken.
Brüssel. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und konkreter Sabotagegefahren rüstet sich die EU zum Schutz ihrer kritischsten Infrastruktur: der Unterwasserkabel. Diese unsichtbaren Lebensadern transportieren rund 99 Prozent des globalen Internetverkehrs. Die Europäische Kommission hat am Mittwoch ein umfassendes Maßnahmenpaket vorgestellt, um sie besser zu schützen. Kern sind eine neue strategische „Toolbox“ und Investitionen von 347 Millionen Euro.
Das Herzstück der Initiative ist ein Leitfaden mit Empfehlungen für die Mitgliedstaaten. Ziel ist eine koordinierte Sicherheitsstrategie, die drei Bereiche abdeckt: Prävention, Erkennung und Reaktion.
Die unsichtbaren Datenautobahnen sind ein attraktives Ziel für Sabotage — und die Folgen reichen von Ausfällen im Zahlungsverkehr bis zu massiven Störungen der Kommunikation. Der kostenlose Leitfaden „Cyber Security Awareness Trends“ erklärt aktuelle Bedrohungen, zeigt konkrete Präventions- und Erkennungsmaßnahmen und gibt praktische Checklisten für Unternehmen und Behörden, wie sie ihre Netze gegen physische und digitale Angriffe absichern können. Gratis Cyber-Security-Leitfaden herunterladen
Im Fokus der Prävention stehen verschärfte Sicherheitsstandards für neue und bestehende Kabelprojekte. Die Kommission drängt auf engere Kooperation zwischen nationalen Behörden und privaten Betreibern, denen der Großteil der Infrastruktur gehört. Zudem soll die Finanzierung für robustere, „intelligente“ Kabel priorisiert werden, die Störungen selbst melden können.
Für die Erkennung von Bedrohungen sollen die Überwachungsfähigkeiten in Schlüsselregionen wie Ostsee, Mittelmeer und Atlantik ausgebaut werden. Geplant ist der Einsatz modernster Sensortechnologie und ein verbesserter Informationsaustausch zwischen den EU-Ländern. So sollen Anomalien am Meeresboden schneller erkannt werden.
Finanzspritze für mehr Redundanz und Innovation
Die angekündigten 347 Millionen Euro sind ein klares Signal: Die physische Sicherheit der digitalen Infrastruktur hat für Brüssel höchste Priorität. Das Geld soll vor allem in die Modernisierung des Netzes fließen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Projekten, die die Redundanz erhöhen. Wenn ein Kabelstrang beschädigt wird, sollen alternative Routen den Datenverkehr sofort übernehmen. Die Mittel sollen auch die Entwicklung innovativer Überwachungs- und Reparatursysteme vorantreiben, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Reaktion auf eine neue Bedrohungslage
Der Vorstoß ist eine direkte Antwort auf eine veränderte Sicherheitslage. Vorfälle an Nord-Stream-Pipelines und Kabeln in der Ostsee haben die Verletzlichkeit der Unterwasserinfrastruktur schmerzhaft demonstriert. Sie ist ein leichtes Ziel für staatliche und nicht-staatliche Akteure, die Europa destabilisieren wollen.
„Die Sicherung unserer Seekabel ist entscheidend für den digitalen Binnenmarkt, für Finanztransaktionen und unsere tägliche Kommunikation“, so ein Kommissionsbeamter. Experten begrüßen den Schritt als überfällig. Es gehe darum, gezielt zu schützen, ohne den gesamten maritimen Raum übermäßig zu militarisieren.
Erfolg hängt von der Umsetzung ab
Die Toolbox hat zunächst empfehlenden Charakter. Der eigentliche Erfolg wird davon abhängen, wie konsequent die 27 Mitgliedstaaten die Maßnahmen in nationale Strategien gießen und die Zusammenarbeit mit der Industrie vertiefen. Die EU-Finanzmittel sollen als Katalysator für weitere private und öffentliche Investitionen wirken.
Beobachter in Brüssel rechnen damit, dass das Thema in der neuen maritimen Strategie der EU weiterhin hohe Priorität behalten wird. Die Kommission wird die Umsetzung überwachen und könnte in Zukunft weitere verbindliche Regeln prüfen. Es ist ein erster, wichtiger Schritt, um die Grundlage unserer digitalen Welt für die Zukunft zu sichern.
PS: Wussten Sie, dass viele Cybervorfälle eng mit physischer Infrastruktur zusammenhängen — von beschädigten Seekabeln bis zu kompromittierten Messsensoren? Dieser kostenlose Report liefert zudem eine Prioritätenliste für Investitionen in Erkennung, Redundanz und Reparatursysteme, damit IT-Verantwortliche schneller reagieren können. Holen Sie sich die praxisorientierten Empfehlungen für Krisenplanung und Resilienzsteigerung. Jetzt Cyber-Security-Report gratis sichern


