Bundesgericht sucht Talente mit Moot-Court-Wettbewerb
26.01.2026 - 20:34:13Der Kampf um die besten Juristen wird auch vor Gericht geführt. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt setzt auf einen besonderen Wettbewerb, um Nachwuchs für die Justiz zu gewinnen.
Ein Wettbewerb als Karriere-Sprungbrett
Am 22. Januar traten 31 Studententeams aus 16 deutschen Universitäten beim zehnten BAG Moot Court gegeneinander an. Der alle zwei Jahre stattfindende Wettbewerb simuliert einen echten Arbeitsrechtsprozess und soll die Lücke zwischen Theorie und Praxis schließen. Für das Gericht ist er ein zentrales Instrument im nationalen „War for Talent“.
Die Teilnehmer, meist Studierende ab dem vierten Semester, vertreten fiktive Parteien in einem komplexen arbeitsrechtlichen Streitfall. Nach monatelanger Vorarbeit und schriftlichen Plädoyers kommt es in Erfurt zur mündlichen Verhandlung – vor einer Jury aus echten Bundesrichtern. Das Format schult Rhetorik, Überzeugungskraft und strategisches Denken unter Druck.
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Komplexer Fall aus der Praxis
Der diesjährige Wettbewerb drehte sich um einen hochaktuellen und rechtlich anspruchsvollen Fall: Kündigungen nach einem Betriebsübergang gemäß § 613a BGB. Die Teilnehmer mussten sich mit prozessualen und materiell-rechtlichen Problemen auseinandersetzen. Damit testete das BAG gezielt das analytische Vermögen und das tiefe Verständnis arbeitsrechtlicher Prinzipien.
Die hohe Qualität der Vorträge überzeugte die Richter. Am Ende setzte sich ein Team der Eberhard Karls Universität Tübingen durch. Auch die Ruhr-Universität Bochum schaffte es bis ins Halbfinale. Der Erfolg der Teams unterstreicht das hohe Niveau und das wachsende Prestige des Wettbewerbs.
Strategische Nachwuchsförderung für die Justiz
In einem umkämpften Markt, in dem Großkanzleien, Konzerne und der Staat um die besten Absolventen ringen, bietet das BAG etwas Einzigartiges: direkten Zugang zur höchsten Instanz der Arbeitsgerichtsbarkeit und Kontakt zu erfahrenen Bundesrichtern. Diese unmittelbare Erfahrung ist ein starkes Argument für eine spätere Laufbahn in der Justiz.
Denn was wiegt schwerer: ein herausragendes Examen oder die praktische Erfahrung, einen Fall vor dem höchsten Gericht vertreten zu haben? Für viele Teilnehmer ist der Wettbewerb ein prägendes Erlebnis, das die Berufswahl beeinflusst. Die anhaltend hohe Beteiligung deutscher Universitäten bestätigt den Stellenwert des Events.
Netzwerk zwischen Uni und Praxis
Der Moot Court ist mehr als nur ein Wettbewerb. Er schafft ein kooperatives Ökosystem. Rechtswissenschaftliche Fakultäten, wie die der Universität zu Köln oder der Bucerius Law School, bereiten ihre Teams über Monate intensiv vor. Oft unterstützen Professoren, praktizierende Anwälte und sogar Richter aus der Region die Studierenden.
Diese Verbindung zwischen Wissenschaft, Justiz und Anwaltschaft stärkt nicht nur die Ausbildung, sondern die gesamte arbeitsrechtliche Community in Deutschland. Der Wettbewerb fördert so den Wissenstransfer und zeigt Studierenden mögliche Karrierewege auf.
Fest etabliertes Format mit Zukunft
Die erfolgreiche zehnte Auflage bestätigt den Moot Court als langfristige Investition in die Zukunft der deutschen Arbeitsgerichtsbarkeit. Er hat sich als wirksames Instrument erwiesen, um das Interesse am Arbeitsrecht zu wecken und talentierten Nachwuchs zu identifizieren.
Angesichts des ungebrochenen Engagements der Universitäten wird der Wettbewerb auch 2028 wieder stattfinden. Dann heißt es erneut: Wer überzeugt das Bundesarbeitsgericht mit der besseren Argumentation?
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