Bundesbank, Millionen

Bundesbank wehrt täglich Millionen Cyber-Angriffe ab

24.01.2026 - 20:24:12

Die Deutsche Bundesbank meldet eine massive Flut von Cyberangriffen auf ihre IT-Infrastruktur und unterstreicht die wachsende Bedrohung für den gesamten Finanzsektor.

Die Deutsche Bundesbank steht unter digitalem Dauerbeschuss. Präsident Joachim Nagel gab bekannt, dass die IT-Systeme der Notenbank mit über 5.000 Angriffsversuchen pro Minute konfrontiert sind. Diese alarmierende Zahl unterstreicht den eskalierenden Cyber-Krieg um Deutschlands kritische Finanzinfrastruktur.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Hochgerechnet sind das rund 2,5 Milliarden Angriffe pro Jahr. Dabei handelt es sich vor allem um automatisierte Scans und Bot-Netzwerk-Aktivitäten, die von den Firewalls der Bundesbank abgeblockt werden. “Diese Zahl bedeutet nicht 5.000 erfolgreiche Einbrüche”, betonen IT-Experten. Sie zeigt vielmehr das immense Grundrauschen bösartiger Aktivitäten, aus dem sich gezielte, hochentwickelte Kampagnen entwickeln können. Die permanente Flut zwingt zu höchster Wachsamkeit und ständiger Anpassung der Abwehr.

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Mehrstufiges Schutzschild im Einsatz

Wie hält die Bundesbank diesem Ansturm stand? Die Notenbank setzt auf eine umfassende, mehrschichtige Sicherheitsstrategie. Diese reicht von streng überprüftem Personal über hochgesicherte IT-Systeme bis hin zu proaktiver Cyberabwehr und ausgefeiltem Notfallmanagement. Nagel räumt ein: “Ein absolutes Sicherheitsversprechen ist unmöglich.” Doch die Bundesbank habe sich zu einem zentralen IT-Dienstleister entwickelt, der gemeinsam mit anderen Zentralbanken die Stabilität des gesamten Eurosystems sichert.

Finanzsektor im Visier der Hacker

Die Warnung der Bundesbank spiegelt eine branchenweite Realität. Der Finanzsektor ist seit Jahren Top-Ziel für Cyberkriminelle und staatlich gelenkte Akteure. Laut dem “Allianz Risk Barometer 2026” sind Cybervorfälle weltweit das größte Geschäftsrisiko für Unternehmen. Auch DAX-Konzerne haben das Thema von der Randnotiz zum strategischen Kernthema in ihren Geschäftsberichten gemacht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt regelmäßig vor neuen Schwachstellen, zuletzt in weit verbreiteter Finanzsoftware.

Die nuova EU-Verordnung DORA als Antwort

Die Enthüllungen sind ein weiterer Weckruf. Ein aktueller Bericht attestiert der deutschen Wirtschaft zu Jahresbeginn 2026 noch erhebliche Schwächen in der Cyber-Resilienz. Die Antwort kommt aus Brüssel: Mit der EU-Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (DORA) wird ein einheitlicher Sicherheitsstandard geschaffen. Finanzunternehmen müssen künftig strengere Risikomanagement- und Meldeprozesse etablieren. Nationale Behörden wie die BaFin werden zu zentralen Melde-Hubs für Cybervorfälle. Der Fokus verschiebt sich damit von reiner Prävention hin zu Systemen, die Angriffe bewältigen und sich schnell erholen können. Der “ständige Wettlauf”, den Nagel beschreibt, hat damit eine neue regulatorische Dimension erhalten.

@ boerse-global.de