Hochschulstrategie 2040: Weichenstellung für die Zukunft
20.01.2026 - 10:10:00"Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben sich in ihrer jungen Geschichte zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. Ein praxisnahes Studienangebot, kombiniert mit angewandter Forschung und internationaler Vernetzung, überzeugt Studierende ebenso wie Wirtschaft und Gesellschaft", betont Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner im Rahmen eines Besuchs an der Hochschule Burgenland in Eisenstadt.
Besonders hervorzuheben sei dabei die starke soziale Dimension der Hochschule Burgenland: drei von vier Studierenden (77 Prozent) sind First-Generation Students, also Studierende, bei denen die Eltern noch keinen Hochschulabschluss haben. "Das zeigt, welche zentrale Rolle Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften für Chancengerechtigkeit, Durchlässigkeit und regionale Entwicklung spielen", so Holzleitner.
Vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher und globaler Veränderungen sei es entscheidend, die Weichen für die Zukunft zu stellen, so Holzleitner weiter: "Die großen Fragen unserer Zeit – von künstlicher Intelligenz über Klimaschutz bis zur Stärkung unserer Demokratie – machen deutlich, wie zentral Hochschulen für unsere Gesellschaft sind. Deshalb starten wir mit der Hochschulstrategie 2040 einen breiten, gemeinsamen Entwicklungsprozess, der Hochschulen auch langfristig als Orte von Wissen, kritischem Denken, Innovation und Chancengerechtigkeit stärkt.
Pehm: "Hochschulpolitik ist Zukunftspolitik"
Die Hochschule Burgenland unterstütze die Bemühungen der Wissenschaftsministerin, mit der Hochschulstrategie 2040 ein starkes Zukunftsbild des tertiären Sektors in Österreich zu schärfen, sagt Geschäftsführer Georg Pehm. "Wir gehen konstruktiv, engagiert und mit klaren Erwartungen in diesen Prozess." Ziel müsse es sein, das Profil der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften konsequent zu schärfen – auf Basis der bisherigen Erfolge, moderner Lehre, praxisnaher Forschung und klarer fachlicher Kompetenz.
Den aktuellen Konsolidierungskurs der Bundesregierung hätten die Hochschulen "zähneknirschend akzeptiert", so Pehm in seiner Funktion als 1. Vizepräsident der Fachhochschul-Konferenz. "Aber wir sind an der Belastungsgrenze. Mehr geht nicht." Ab 2027 brauche es eine verlässliche, ausreichende Finanzierung. "Wer von Hochschulen Leistung erwartet, muss sie auch ermöglichen. Das gilt für die Lehre ebenso wie für angewandte Forschung und Innovationen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Internationalisierung."
Schauer-Frank: "Mehr Autonomie, mehr Verantwortung an die Hochschulen"
Hochschul-Rektorin Bettina Schauer-Frank begrüßt die angestoßenen Bemühungen, über Änderungen in den derzeitigen Akkreditierungsprozessen nachzudenken. "Wer Verantwortung für Qualität trägt, braucht auch Entscheidungsspielräume", betont Schauer-Frank: "Mehr Autonomie und weniger Bürokratie, etwa durch die Verlagerung von Verantwortung bei der Einrichtung neuer Studiengänge direkt an die Hochschule - das wäre ein starkes Signal an die Hochschulen. Die Hochschulen wissen am besten, was ihre Studierenden, Wirtschaft und Gesellschaft brauchen."
Symbolstarker "Hochschulpolitik-Werkzeugkasten" zur Unterstützung
Die Ziele der Ministerin seien ambitioniert, erforderten vielfältiges Geschick und Ausdauer. Um die anstehenden Aufgaben gut bewältigen zu können, überreichte die Hochschule der Ministerin einen eigens gestalteten, symbolträchtigen "Hochschulpolitik-Werkzeugkasten".
Der Werkzeugkasten enthält bewusst ausgewählte Symbole:
* Ein Maßband steht für messbare, planbare, mehrjährige Finanzierung und verlässliche Rahmenbedingungen ab 2027. * Eine Wasserwaage symbolisiert faire und ausgewogene Bedingungen im Hochschulsystem: "Qualität braucht Augenmaß und Stabilität." * Ein Schraubenzieher steht für den "nötigen Dreh" zu mehr Gestaltungsspielraum und institutioneller Autonomie. * Ein Hammer versinnbildlicht Durchschlagskraft. * Notizblock und Stift symbolisieren Bürokratieabbau – weniger Berichtspflichten, mehr Zeit für Studierende, Lehre und Forschung. * Trinkflasche und Traubenzucker stehen für Ausdauer – denn echte Reformen brauchen Energie und Durchhaltevermögen.
Austausch mit Hochschulleitung und Studierenden
Im Rahmen ihres Besuchs an der Hochschule Burgenland führte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner Gespräche mit der Hochschulleitung, der Rektorin, Vize-Rektor*innen und Departmentleitungen, mit Betriebsratsvorsitzender Alexandra Baldwin sowie mit der Vorsitzenden der ÖH an der Hochschule Burgenland, Ronja Hasler. Einen weiteren Programmpunkt bildete ein Austausch mit Studierenden des Masterstudiengangs Digitale Medien und Kommunikation zum Thema "Hochschulstrategie 2040", moderiert von Vizerektor Michael Roither.
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Aussender: Hochschule Burgenland Ansprechpartner: Mag. Christiane Staab Tel.: +43 57707 3537 E-Mail: christiane.staab@hochschule-burgenland.at Website: www.hochschule-burgenland.at


