Schriftsteller Hein: Unversöhnlichkeit ist das Wort unserer Zeit
06.04.2024 - 01:00:00Angesprochen auf die doppelte Sprache der DDR-Literatur sagte Hein: "Ich habe das abgelehnt, strebte stets nach Genauigkeit. Diese versteckte Sprache - für mich war es Sklavensprache - fand ich für Literatur unangemessen." Hein, der seit 20 Jahren in Sachsen-Anhalt lebt, empfindet Berlin als raues Pflaster. Über die deutsche Hauptstadt sagte der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller: "Ich war lange genug da, die Stadt wird rauer. Der Berliner Humor, den ich so mag, schwindet, im Straßenverkehr machen sich nur noch Unverschämtheiten breit. Ich habe gelesen, dass Sicherheitskräfte am Alexanderplatz jetzt Handschuhe tragen, womit sie ein Messer abfangen können." Man müsse an jeder Ecke aufpassen, "dass einen nicht irgendein Wahnsinniger anspringt", so der Schriftsteller. "Ab und zu bin ich noch in Berlin, gehe in die Philharmonie. Danach nehme ich den letzten Regionalzug zurück aufs Land." @ dts-nachrichtenagentur.de
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