EU-Asylbehörde registriert mehr Flüchtlinge aus Venezuela
08.01.2026 - 06:44:16Ende Februar sollen laut EUAA die Asylzahlen für das ganze Jahr 2025 vorliegen. Die EU-Behörde geht nach Angaben eines Sprechers davon aus, dass Venezolaner in den 27 EU-Staaten sowie Norwegen und der Schweiz "entweder die größte oder die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe" sein werden, die Schutz in Europa sucht, sobald die Daten für 2025 vollständig sind.
Zugleich ist die Anerkennung von Asyl bei venezolanischen Staatsangehörigen in der EU sehr gering. Zwischen Januar und Oktober 2025 führten laut EUAA monatlich nur ein Prozent der Schutzanträge zu einem internationalen Flüchtlingsschutz und ein Prozent zu einer Entscheidung über subsidiären Schutz in der EU. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Deutschland lehnt fast alle Asylanträge von Menschen aus Venezuela ab.
Vor allem Spanien erteilt venezolanischen Geflüchteten jedoch oftmals einen humanitären Aufenthaltsstatus nach nationalem Recht. Mit diesem Schutztitel kann ein Großteil der Asylsuchenden aus Venezuela in Europa bleiben.
Die EU-Asylbehörde EUAA beruft sich auf Daten von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, sowie auf ein behördeneigenes Auswertungssystem. Als Gründe für die stark gestiegenen Flüchtlingszahlen der vergangenen Jahre aus dem lateinamerikanischen Land nennt die EUAA die "wirtschaftliche und politische Situation" in Venezuela unter der Regierung von Nicolás Maduro; in Verbindung mit der vergleichsweise niedrigen Schwelle für eine Einreise in die EU, speziell nach Spanien. Über die Auswirkung der Festnahme Maduros durch die USA auf das Migrationsgeschehen in Europa trifft die EU-Asylbehörde keine Aussage.


