Schwarzarbeit, Kriminalität

HZA-SW: Organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe - Drei Haftbefehle vollstreckt und Vermögensarrest in Höhe von 15 Millionen Euro angeordnet

28.01.2026 - 10:00:20

Schweinfurt / Frankfurt am Main / Rhein-Main-Gebiet - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Hauptzollamtes Schweinfurt

In einem Verfahren betreffend organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe durchsuchen in einer konzertierten Aktion des Hauptzollamts Schweinfurt und der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main seit den frühen Morgenstunden knapp 800 Einsatzkräfte zeitgleich 70 Wohn- und Geschäftsräume in insgesamt sieben Bundesländern (mit einem Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet) und vollstreckten Haftbefehle gegen drei Beschuldigte.

Im Fokus der Ermittlungen steht eine 15-köpfige multinationale Tätergruppierung, die mittels eigener und fremder Servicefirmen gezielt Schwarzgelder für bauausführende Betriebe generiert haben soll. Dabei sollen gewerbliche Arbeitnehmer systematisch nicht oder nur unvollständig bei den Sozialversicherungsträgern gemeldet worden sein. Die Differenz zwischen dem offiziell gemeldeten Lohn und der tatsächlich erbrachten Arbeitsleistung soll über verdeckte Barzahlungen ("Schwarzlöhne") ausbezahlt worden sein. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen beläuft sich der vorläufig berechnete Gesamtschaden hinterzogener Steuern und Sozialversicherungsabgaben auf knapp 28 Millionen Euro.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hatte das zuständige Amtsgericht Frankfurt am Main Haftbefehle gegen die Hauptbeschuldigten erlassen. Zur Sicherung der hinterzogenen Gelder wurde zudem ein Vermögensarrest in Höhe von mehr als 15 Millionen Euro angeordnet.

Die Ermittler stellten bei den Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Dokumente und elektronische Datenträger. Die sich nun anschließende Auswertung der sichergestellten Beweismittel wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Die enorme Dimension des Verfahrens spiegelt sich auch in der Einsatzstärke wider: Insgesamt 797 Kräfte waren bzw. sind an den heutigen bundesweiten Maßnahmen beteiligt. Davon entfallen 715 Einsatzkräfte auf die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls, die von 82 Kräften der Zollfahndungsämter, der Steuerfahndung sowie von Beamtinnen und Beamten der Polizei unterstützt wurden bzw. werden. Zudem kamen Spezialeinheiten und Einsatzhunde des Zolls und der Polizei zum Einsatz.

Die Ermittlungen dauern an.

Hintergrundinfos:

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls ermittelt u.a. gegen schwere Formen der organisierten Wirtschaftskriminalität, wie den sogenannten Kettenbetrug. Hierbei werden Servicefirmen als reine Rechnungsaussteller genutzt. Diese Firmen erbringen keine Bauleistungen, sondern stellen fingierte Rechnungen aus, um Geldflüsse zu tarnen und Bargeld für Schwarzlohnzahlungen zu generieren. Dies schädigt nicht nur die Sozialkassen massiv, sondern verzerrt auch den fairen Wettbewerb in der Baubranche.

Rückfragen bitte an:

Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main
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Oberstaatsanwalt Dominik Mies
Tel.: 069/1367-8450
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Hauptzollamt Schweinfurt
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Benedikt Danz
Tel.: 09721/6464-1030
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