Anja Rakowski bedankt sich für hohes Maß an Zivilcourage im Sinne der Kampagne Wer nichts tut, macht mit
06.02.2026 - 13:11:38Insgesamt 11 Bürgerinnen und Bürger wurden im Rahmen einer Feierstunde im Polizeipräsidium Trier mit Urkunden und einem kleinen Präsent ausgezeichnet.
"Zivilcourage ist etwas Außergewöhnliches und in der heutigen Zeit keineswegs selbstverständlich. Mit Ihrem verantwortungsbewussten und mutigen Handeln haben Sie gezeigt, dass Ihnen das Wohlergehen anderer Menschen nicht gleichgültig ist und dass Sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Dafür gebührt Ihnen Anerkennung. Für Ihr hohes Engagement und die gezeigte Zivilcourage danke ich Ihnen ausdrücklich", erklärte Polizeipräsidentin Anja Rakowski.
Folgende Helferinnen und Helfer wurden geehrt:
David Sukdev Bally, Daun
Am Abend des 27. Januar 2025 befand sich Herr Bally mit einem Bekannten in seiner Wohnung in Daun. Kurz nachdem der Bekannte die Wohnung verlassen hatte, bemerkte er vor dem Haus eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Der Täter stach dabei mehrfach mit einem Taschenmesser auf den Bekannten ein, der lebensbedrohliche Verletzungen erlitt. Herr Bally eilte zur Hilfe, entwaffnete den Täter und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.
Alexander Borresch, Tawern
Am 28. April 2025 wurde Herr Borresch über eine Ersthelfer-App zu einer schwerverletzten Frau in seiner Nachbarschaft alarmiert. Vor Ort half er, die Verletzte von der Terrasse des Hauses hinter ihr Fahrzeug zu tragen. Dort begann er umgehend mit der Erstversorgung und unterstützte den inzwischen eingetroffenen Notarzt bei der weiteren Behandlung. Gemeinsam legten sie zwei Infusionen sowie eine Drainage und leiteten eine Narkose ein. Erst im Nachhinein wurde Herrn Borresch bewusst, dass er sich während des Einsatzes im unmittelbaren Gefahrenbereich aufgehalten hatte. Die Frau war von ihrem Partner, der sich zu diesem Zeitpunkt noch im Wohnhaus aufhielt und über eine Schusswaffe verfügte, lebensbedrohlich verletzt worden. Bei der Ersthelfer-App handelt es sich um die Anwendung "Region der Lebensretter." Dabei werden parallel zum regulären Rettungsdienst medizinisch geschulte Ersthelfende in der Nähe alarmiert. Je nach Standort sind diese Helferinnen und Helfer noch vor dem Rettungsdienst vor Ort und können erste lebensrettende Maßnahmen einleiten. Eine Registrierung als Lebensretter*in ist selbstständig möglich, die Qualifikation wird dann vor der Freischaltung geprüft.
Julius Lorenz, Lampaden
Am 6. Mai 2025 war Julius Lorenz, zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt, gemeinsam mit seiner Mutter in Trier-Feyen einkaufen, als er einige Straßen weiter aufsteigenden Rauch bemerkte. Sofort erkannte er, dass es dort womöglich brannte. Anschließend überzeugte er seine Mutter, der Ursache des Rauchs nachzugehen. Im Estricher Weg entdeckten sie schließlich den Brand. Während seine Mutter mit einem Bewohner sprach und versuchte, in das Haus zu gelangen, verständigte Julius die Feuerwehr.
Rebecca Albrecht & Amirhossein Khosravianghadikolaei, Trier
Am 13. Mai 2025 bemerkten Frau Albrecht und Herr Khosravianghadikolaei auf der Eisenbahnbrücke in Trier-Ehrang eine Jugendliche, die sich hinter dem Brückengeländer aufhielt. Gemeinsam hielten sie an, um das Gespräch mit der jungen Frau zu suchen. Diese kletterte jedoch über ein weiteres Geländer und befand sich damit unmittelbar am Abgrund über den Bahngleisen. Während Frau Albrecht den Notruf absetzte und beruhigend auf die Jugendliche einsprach, kletterte Herr Khosravianghadikolaei gemeinsam mit einem weiteren Helfer über die Geländer und hielt die junge Frau bis zum Eintreffen der Polizeikräfte fest. Mit vereinten Kräften gelang es schließlich, die Jugendliche zurück über die Geländer zu ziehen, zu sichern und in medizinische Betreuung zu übergeben.
Timo Möger, Morbach
Am 19. Juni 2025 bemerkte Herr Möger auf der Brücke in Richtung Gonzerath zwei Polizeibeamte. Er sah, dass die Einsatzkräfte einen Mann hinter dem Brückengeländer fest- und vom Springen abhielten. Unaufgefordert stoppt er sein Auto und half kurzerhand dabei, den Mann zurück über das Geländer zu heben und auf den Boden zu setzen. So konnten die Beamten den Mann bis zum Eintreffen des Rettungswagens sichern und schließlich in ein psychiatrisches Krankenhaus bringen lassen.
Valeria Lizenberger, Speicher & Edanur Karademir, Trier
Am 19. April 2025 befanden sich Frau Lizenberger und Frau Karademir gemeinsam am Trierer Hauptbahnhof, als sie bemerkten, dass eine Jugendliche mit dem "Signal for help"-Handzeichen auf sich aufmerksam machte. Beide erkannten dieses Zeichen als Hilferuf und kamen der 14-Jährigen, die durch einen ihr unbekannten Mann bedrängt und sexuell belästigt wurde, zur Hilfe. Sie verständigten die Polizei und forderten den Täter auf, von der Jugendlichen abzulassen. Der Mann konnte später durch die Polizei ermittelt werden.
Alexandra Floch, Leiwen
Am 28. Oktober erschien in der Bank, in der Frau Floch arbeitet, eine 78-jährige Kundin, die sehr nervös wirkte. Sie wollte Bargeld in vier- bis fünfstelliger Höhe abheben und den Grund hierzu nicht angeben. Frau Floch bat die Dame mit ins Büro, konnte sie beruhigen und so herausfinden, dass sie Opfer eines sogenannten Call-Center-Betruges zu werden drohte. Die Frau erzählte ihr, dass sie das Geld für eine Kautionszahlung für ihren Sohn brauche - dieser habe einen tödlichen Unfall verursacht. Frau Floch erkannte die Betrugsmasche sofort, rief gemeinsam mit der Frau die Polizei und verhinderten so, dass eine ältere Dame all ihre Ersparnisse, unter anderem auch bereits bereitgelegten Schmuck, an unbekannte Täter übergab.
Alexander und Christiane Pagel, Orenhofen
Am 1. Dezember waren Herr und Frau Pagel in der Trierer Innenstadt unterwegs. Auf dem Hauptmarkt hörten sie, wie die Mitarbeiterin eines Juweliers einem flüchtenden Mann laut "Diebstahl" hinterherrief. Das Ehepaar packte den Mann an der Jacke und hielt ihn mit Unterstützung eines weiteren Zeugen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Dabei verhielt sich der Tatverdächtige aggressiv und versuchte sich loszureißen, was Sie jedoch gemeinsam verhinderten.
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