Zinsknechtschaft (interest farmhand shank)
15.04.2008 - 00:20:39
Stark negativ besetzter Vorwurf gegen Geldverleih im allgemeinen und vornehmlich gegen das Aktivgeschäft der Banken. Im besonderen die Beschuldigung, Banken würden dem Agrarsektor gegenüber zu hohe Zinsen berechnen; in vielen Ländern führte dies zur Errichtung eigener landwirtschaftlicher Kreditgenossenschaften. -Es wird meistens übersehen, dass Geld knapp ist, seinen Preis hat und im Interesse des Gemeinwohls zum besten Wirt gelenkt werden muss: nämlich dorthin, wo der höchste Ertrag erzielt wird; und das wird im Regelfall dort sein, wo die eingesetzten Faktoren am sparsamsten genutzt werden. Soweit zum herrschenden Marktzins bestimmte Investitionsvorhaben (etwa: Maschinisierung der Landwirtschaft) nicht bedient werden, sollte der Staat ausnahmsweise Zinssubventionen gewähren. Im alten Schrifttum und im Bibeldeutschen auch in Bezug auf die Abgabenlast gesagt, die unterworfenen Völkern auferlegt wurde; diese wurden "zinsbar" (made tributary; subjected to tribute) gemacht: sie mussten "zinsen". Siehe Geldabschaffung, Marktmechanismus, Monetisierung.

