Zotac warnt vor existenziellem Krisenjahr für Grafikkarten
28.01.2026 - 18:43:12Die PC-Hardware-Branche steht vor einer existenziellen Krise. Der Grafikkarten-Hersteller Zotac schlägt Alarm: Eine tiefgreifende Knappheit bei Speicherchips und Grafikprozessoren bedroht das gesamte Markt-Ökosystem. Die Lage sei „extrem ernst“, so das Unternehmen – mit dramatischen Folgen für Verfügbarkeit und Preise noch bis weit in das Jahr 2026 hinein.
Die Warnung aus der koreanischen Division von Zotac bestätigt, was sich in der Gaming-Community seit Monaten abzeichnet: Die Preise schwanken heftig, die Regale sind leer. Verantwortlich ist ein perfekter Sturm aus knappen Speicherbausteinen, reduzierten GPU-Zuteilungen und explodierenden Komponentenkosten. Die Lieferketten für die kritischen Bauteile moderner Grafikkarten brechen fundamental zusammen.
Doppel-Krise: VRAM und GPUs werden knapp
Das Kernproblem ist zweigeteilt. Es mangelt gleichermaßen an Videospeicher (VRAM) und an den Grafikchips selbst. Selbst wenn ein Hersteller die eine Komponente beschaffen kann, fehlt oft die andere. Diese doppelte Verknappung erzeugt einen massiven Produktions-Engpass.
Hintergrund ist die immense Profitabilität des KI-Sektors. Chip-Riesen wie Nvidia priorisieren die Nachfrage aus Rechenzentren und der KI-Entwicklung. Die unersättliche Gier nach Hochleistungsspeicher (HBM) und Prozessoren für KI-Worklogs frisst einen Großteil der globalen Halbleiter-Kapazitäten auf. Für Gaming-Grafikkarten bleibt kaum etwas übrig. Board-Partner wie Zotac, Asus und andere kämpfen um die verbleibenden Kontingente. Beliebte Modelle dürften über längere Zeit nicht lieferbar sein.
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Explodierende Kosten treiben die Verkaufspreise
Das massive Missverhältnis von Angebot und Nachfrage führt zu „unvernünftigen“ Preiserhöhungen für die Komponenten, so Zotac. Die Kosten für High-End-GPUs wie die RTX 5090 und sogar für Mittelklasse-Modelle wie die RTX 5060 sind stark gestiegen. Diese Kostensprünge bei den Herstellern schlagen direkt auf die Verbraucherpreise durch.
Der Straßenpreis für Flaggschiff-Karten ist in den letzten Monaten explodiert. Die GeForce RTX 5090 ist seit Ende 2025 um 65 Prozent oder mehr teurer geworden. Der Preisdruck betrifft nicht nur die High-End-Klasse; auch Mittelklasse- und Budget-Karten werden deutlich teurer. Um den Kostendruck zu mildern und die niedrigstmöglichen Preise für Kunden zu halten, hat Zotac Korea sein 2-Prozent-Cashback-Programm ausgesetzt – ein deutliches Zeichen für den finanziellen Druck auf die Hersteller.
Branchenweite Folgen: Droht das Aus für weitere Hersteller?
Zotacs öffentliche Warnung ist eine der ersten direkten Stellungnahmen eines Board-Partners, die von einer existenziellen Bedrohung spricht. Die Krise erinnert an die Marktbedingungen, die vor einigen Jahren den Hersteller EVGA zum kompletten Ausstieg aus dem GPU-Markt trieben. Damals waren es schmale Gewinnmargen und ein schwieriges Geschäftsverhältnis zu den Chip-Designern.
Jetzt kommen explodierende Komponentenkosten und bröckelnde Lieferketten hinzu. Die finanzielle Tragfähigkeit der Grafikkarten-Produktion steht infrage. Zotac Korea äußert zudem spezifische Bedenken zur Fertigungsstabilität. Eine stetige Produktion sei womöglich nur für GPUs auf Basis von Samsungs Fertigungsprozessen möglich – also für ältere Generationen wie die RTX 30-Serie.
Die neueren Generationen der großen Designer werden primär bei TSMC gefertigt. Diese Foundry bearbeitet jedoch auch den Großteil der hochprofitablen KI-Chips. Die Produktion der neuesten Gaming-GPUs konkurriert somit direkt mit dem lukrativeren KI-Markt – ein Wettkampf, den der Consumer-Hardware-Sektor offenbar verliert.
Ausblick 2026: Ein schwieriges Jahr für PC-Spieler
Die aktuelle Krise ist der Höhepunkt von Marktkräften, die Analysten seit über einem Jahr beobachten. Der explosive Aufstieg der KI hat die Halbleiter-Landschaft grundlegend verändert. Für 2026 wird erwartet, dass Rechenzentren bis zu 70 Prozent des produzierten Speichers verbrauchen werden.
Diese Umverteilung hat eine historische Knappheit im Consumer-Elektronik-Bereich ausgelöst. Sie betrifft nicht nur Grafikkarten, sondern auch Arbeitsspeicher, Speichermedien und Smartphones. Für alle, die 2026 einen PC bauen oder aufrüsten wollen, wird es ein herausforderndes Jahr.
Zotacs drastische Botschaft ist ein klares Indiz: Hohe Preise und schlechte Verfügbarkeit sind keine vorübergehenden Marktschwankungen. Sie sind Symptome eines tieferen, strukturellen Problems in der globalen Lieferkette. Solange die immense Nachfrage aus dem KI-Sektor nicht nachlässt oder die Halbleiter-Fertigungskapazitäten nicht dramatisch steigen, bleibt der GPU-Markt ein volatiles und teures Pflaster. Das Überleben des vielfältigen Ökosystems der Grafikkarten-Hersteller hängt von ihrer Fähigkeit ab, diese beispiellose Komponenten-Knappheit zu bewältigen.
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