Zerwirkgewölbe: Münchens ältestes Gebäude in der Verkaufsschlinge
31.01.2026 - 22:53:12Der Freistaat Bayern will das historische Zerwirkgewölbe in München verkaufen – und stößt auf massiven Widerstand. Seit Monaten blockieren Stadtpolitik und Bürgerinitiativen die Pläne. Das Schicksal des Denkmals aus dem 13. Jahrhundert bleibt ungewiss.
Stadt gegen Freistaat: Ein grundsätzlicher Konflikt
Eigentümer des Gebäudes in der Ledererstraße 3 ist der Freistaat Bayern. Sein Bauministerium argumentiert, das Grundstück werde nicht mehr für staatliche Aufgaben benötigt. Die Bayerische Haushaltsordnung verpflichtet zum Verkauf zum Höchstpreis.
Dagegen formiert sich parteiübergreifender Protest. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und zahlreiche Stadträte fürchten den Verlust des identitätsstiftenden Bauwerks an private Investoren. Die Stadt selbst verfolgt eine andere Strategie: Sie vergibt städtische Immobilien nur noch in Erbpacht, um die Kontrolle über die Entwicklung zu behalten. Dieser fundamentale Unterschied in der Immobilienpolitik lässt die Lage festfahren.
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Ein Juwel verfällt seit Jahren
Das Zerwirkgewölbe gilt als eines der ältesten erhaltenen Gebäude Münchens.
* Ursprünge: Historiker datieren den Bau auf die Zeit von Herzog Ludwig dem Strengen (1255–1294).
* Funktion: Der Name leitet sich von der „Zerwirkung“ – der Zerlegung von erlegtem Wild – ab.
* Nutzung: Später diente es als Teil des Hofbräuhauses, als Metzgerei und sogar als Bühne für das Gärtnerplatztheater.
Zuletzt beherbergte es bis Ende 2019 die „Spezlwirtschaft“ und den Hip-Hop-Club „Crux“. Seit der Schließung steht das Denkmal leer und verfällt zusehends.
Petition fordert Stopp des Verkaufs
Als Reaktion auf die Verkaufspläne startete das „Junge Forum“ des Münchner Forums eine Online-Petition. Unter dem Titel „Rettet das Zerwirkgewölbe“ fordern die Initiatoren einen sofortigen Stopp der Verhandlungen. Ihr Argument: Im Zentrum fehlen dringend Räume für Kleingewerbe, freie Kultur und Jugendliche.
Kritiker fordern zudem eine Änderung der Bayerischen Haushaltsordnung. Diese sollte Verkäufe an Kommunen oder gemeinnützige Träger unter Marktwert ermöglichen, wenn es dem öffentlichen Wohl dient. Eine vom Freistaat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur Nutzung bleibt unter Verschluss.
Symbol für den Kampf um Stadtraum
Der Streit ist symptomatisch für wachsende Metropolen wie München. Hier prallen zwei Welten aufeinander:
* Der Freistaat betrachtet Immobilien als Finanzvermögen und ist zur Gewinnmaximierung verpflichtet.
* Die Stadt spürt die Konsequenzen: steigende Preise, Verlust bezahlbaren Raums und die Verdrängung von Kultur.
Der Fall erinnert an die umstrittene Vergabe der Alten Akademie. Experten sehen die Notwendigkeit einer grundlegenden Neuausrichtung der staatlichen Liegenschaftspolitik.
Warten auf eine politische Lösung
Das Verkaufsverfahren läuft seit fast zwei Jahren – ohne Ergebnis. Schrecken Investoren vor den hohen Sanierungskosten zurück? Oder zeigt der politische Druck Wirkung? Die Stadt und Bürgerinitiativen werden ihren Widerstand fortsetzen.
Die entscheidende Frage bleibt: Ist die Bayerische Staatsregierung bereit, von der Höchstpreis-Strategie abzurücken? Ohne politische Lösung droht das Zerwirkgewölbe weiter zu verfallen oder doch an einen privaten Investor zu fallen. Ein unwiederbringlicher Verlust für die Münchner Innenstadt.
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