Zelle & Venmo: US-Gesetz soll Betrug bei P2P-Apps eindämmen
08.02.2026 - 22:31:12Ein neuer US-Gesetzentwurf will die wachsende Betrugswelle bei Bezahl-Apps wie Venmo und Zelle stoppen. Der sogenannte SCAM Act zielt vor allem auf die sozialen Medien, wo die meisten Betrugsmaschen ihren Anfang nehmen. Für Millionen Nutzer sind die schnellen Überweisungen längst zum Risiko geworden.
Die Billionen-Dollar-Falle: Betrug boomt im digitalen Zahlungsverkehr
Die Zahlen sind alarmierend. Allein 2024 summierte sich der gemeldete Schaden durch Verbraucherbetrug in den USA auf 12,5 Milliarden Dollar. Bei Internetkriminalität lag der Gesamtschaden sogar bei über 16,6 Milliarden Dollar. Das Kernproblem für Nutzer von Bezahl-Apps ist die rechtliche Grauzone: Wird das Konto gehackt, greifen oft Verbraucherschutzregeln. Wird man jedoch dazu gebracht, freiwillig Geld an einen Betrüger zu senden, bleibt man meist auf dem Schaden sitzen. Diese Lücke im System hat unzählige Opfer ohne Entschädigung zurückgelassen.
Social Media als Einfallstor: Wie Betrüger Vertrauen erschleichen
Die Methoden der Kriminellen werden immer raffinierter. Sie nutzen aktuelle Ereignisse, um Dringlichkeit und Glaubwürdigkeit vorzutäuschen. So warnten etwa die Behörden in North Carolina kürzlich vor Betrug mit hochbegehrten Tickets für das Basketball-Derby zwischen UNC und Duke. Auf Plattformen wie TikTok boten angebliche Verkäufer nicht existierende Karten an, erfanden familiäre Notlagen und verlangten nicht erstattungsfähige Zahlungen via Venmo oder Zelle, bevor sie verschwanden.
Dies ist Teil eines größeren Trends: Der Betrug beginnt außerhalb des Bankensystems. Kriminelle nutzen Social Engineering, indem sie vertrauenswürdige Institutionen nachahmen oder gefälschte Werbung in sozialen Medien schalten. Ist das Vertrauen erst gewonnen, lenken sie das Opfer auf eine P2P-App um – wohl wissend, dass die Zahlung sofort und praktisch nicht rückgängig zu machen ist. Gängige Maschen sind gefälschte Warenverkäufe, angebliche Gewinnausschüttungen oder Anrufer, die sich als Venmo-Support ausgeben und einen Verifizierungscode abfragen.
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Die Falle der „autorisierten Zahlung“: Warum Opfer leer ausgehen
Der Hauptgrund, warum Opfer ihr Geld nicht zurückbekommen, liegt in der Unterscheidung zwischen „nicht autorisierten“ und „autorisierten“ Zahlungen. Ersteres liegt vor, wenn ein Krimineller unbefugt Zugriff auf ein Konto erlangt. Solche Transaktionen können durch Verbraucherschutzgesetze abgedeckt sein. Bei einem Betrug autorisiert der Verbraucher die Zahlung jedoch technisch gesehen selbst – auch wenn er dazu getäuscht wurde.
Die Richtlinien der Zahlungsdienste spiegeln diesen Unterschied wider. Venmo etwa verspricht ausdrücklich keine Rückerstattung für Geld, das an einen Betrüger gesendet wurde, sondern lediglich eine Prüfung der Möglichkeiten. Verbraucherschützer stellen fest, dass keiner der vier großen P2P-Dienste – Zelle, Venmo, Cash App und Apple Cash – Nutzer vollständig entschädigt, die zur Autorisierung von Zahlungen an Betrüger verleitet wurden. In einigen Fällen kann ein Nutzer sogar haftbar gemacht werden, wenn ein Betrüger mit einer gestohlenen Kreditkarte Geld sendet und diese Transaktion später storniert wird.
Regulierungsdruck wächst: Klagen und neue Gesetze
Die Einführung des SCAM Act ist der jüngste Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die zeigen, dass Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden den Druck auf die P2P-Branche erhöhen. Bereits Ende 2024 verklagte die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB den Zelle-Betreiber Early Warning Services (EWS), weil er Verbraucher nicht ausreichend vor Betrug geschützt habe. Die Klage wurde später fallengelassen, doch staatliche Behörden zogen nach. Die Generalstaatsanwaltschaft von New York reichte 2025 eine ähnliche Klage gegen EWS ein. Sie wirft dem Unternehmen vor, gewusst zu haben, dass Zelle anfällig für Betrug sei, aber grundlegende Sicherheitsvorkehrungen unterlassen zu haben.
Eine branchenübergreifende Herausforderung
Branchenverbände argumentieren, dass das Problem des P2P-Betrugs eine Antwort erfordert, die über den Finanzsektor hinausgeht. Das Bank Policy Institute wies in einem aktuellen Papier darauf hin, dass die meisten Betrugsgefahren in sozialen Medien und Telekommunikationsplattformen entstünden, die aus ihrer Sicht unzureichende Vorsorgemaßnahmen treffen. EWS selbst hat die Einrichtung einer branchenübergreifenden Taskforce gefordert, an der Finanzinstitute, Aufsichtsbehörden, Social-Media-Unternehmen und Telekom-Anbieter beteiligt sein sollen.
Während die USA über Haftungsfragen debattieren, testen andere Nationen unterschiedliche Modelle. Die Reserve Bank of India kündigte an, einen Rahmen für die Entschädigung von Kunden bei betrügerischen Kleinsttransaktionen vorzuschlagen – wenn auch gedeckelt und auf eine einmalige Inanspruchnahme begrenzt. In den USA entstehen parallel staatliche Gesetze, wie ein kürzlich im Repräsentantenhaus von Kansas verabschiedeter Entwurf zur Regulierung von Krypto-Geldautomaten, die von Betrügern aus ähnlichen Gründen genutzt werden wie P2P-Apps.
Ausblick: Mehr Technologie, mehr Wachsamkeit
Der weitere Weg des SCAM Act ist ungewiss, doch der Druck auf die Anbieter wächst. Als Reaktion setzen einige Unternehmen auf neue Technologien. PayPal und Venmo kündigten Mitte 2025 die Einführung von KI-gestützten Betrugswarnungen an, die in Echtzeit vor verdächtigen Transaktionen warnen sollen.
Bis verbindlichere gesetzliche Schutzmaßnahmen greifen, raten Experten Verbrauchern zu größter Vorsicht. Die Empfehlungen lauten: P2P-Apps nur für Transaktionen mit bekannten und vertrauenswürdigen Personen nutzen, Konten lieber mit Kredit- als mit Debitkarten verknüpfen und alle Sicherheitsfunktionen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Misstrauen ist stets angebracht, wenn ein sofortiges Handeln gefordert wird. Die Identität des Empfängers sollte stets unabhängig verifiziert werden. Verdächtige Vorfälle sollten umgehend bei der Zahlungs-App und der Handelsaufsichtsbehörde FTC gemeldet werden.
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