ZDH-Umfrage: Handwerk fordert mehr Zeit für digitale Rechnungen
08.02.2026 - 01:40:12Das deutsche Handwerk schlägt Alarm: Die verpflichtende Einführung der elektronischen Rechnung droht viele Betriebe zu überfordern. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) startet daher eine bundesweite Umfrage, um den Druck auf Politik und Software-Anbieter zu erhöhen.
Digitale Pflicht stößt auf massive praktische Hürden
Seit Januar 2025 müssen alle Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können. Ab 2027 folgt die Pflicht zum Versand für Firmen mit einem Umsatz über 800.000 Euro. Spätestens 2028 gilt sie für alle. Doch der Übergang stockt. Viele Handwerksbetriebe berichten von unausgereifter Software, unklaren Vorgaben und einem enormen Implementierungsaufwand. Der ZDH will nun mit harten Daten belegen, dass die Fristen unrealistisch sind.
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„Die verfügbaren Tools sind oft unzureichend, nicht benutzerfreundlich oder erfüllen die komplexen rechtlichen Anforderungen nicht“, heißt es aus dem Verband. Die Umfrage, die bis zum 27. Februar läuft, soll die konkreten Probleme systematisch erfassen: Wie viele Betriebe sind bereits umgestellt? Wo hakt es technisch? Welche Unterstützung wird benötigt?
Umfrage als politisches Druckmittel
Die Erhebung ist gezielte Lobbyarbeit. Sollten die Ergebnisse flächendeckende Schwierigkeiten bestätigen, wird der ZDH offiziell eine Verlängerung der Übergangsfristen fordern. Damit reagiert der Verband auf den Kernkonflikt der deutschen Digitalisierung: Zwischen den ambitionierten Plänen der Politik und der realen IT-Kapazität des Mittelstands klafft oft eine Lücke.
„Die verbleibende Zeit bis zu den strengeren Fristen muss genutzt werden, um die Softwareprodukte anzupassen und zu verbessern“, so der Appell. Der Verband will über Einzelfallberichte hinauskommen und mit einer fundierten Datengrundlage verhandeln. Sein Ziel ist es, eine Überforderung der oft klein strukturierten Handwerksbetriebe zu verhindern.
Wettlauf gegen die Uhr
Die kommenden Wochen sind entscheidend. Die Auswertung der Umfrage im März wird zeigen, ob das Handwerk pünktlich zur vollständigen E-Rechnungs-Pflicht 2028 bereit sein kann. Für Zehntausende Betriebe geht es um rechtliche Sicherheit und reibungslose Abläufe. Der ZDH setzt alles daran, den Druck auf Software-Anbieter zu erhöhen und der Politik die Notwendigkeit von Nachbesserungen zu beweisen. Sollte das nicht gelingen, könnte der Ruf nach einer Fristverlängerung immer lauter werden – ein Rückschlag für die Digitalisierungsagenda der Bundesregierung.


