ZDH startet Umfrage zur E-Rechnung: Handwerk fordert mehr Zeit
05.02.2026 - 08:00:11Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) startet eine bundesweite Umfrage zu den massiven Problemen mit der elektronischen Rechnung. Ein Jahr nach der gesetzlichen Pflicht, E-Rechnungen empfangen zu müssen, zeigt sich: Die Umsetzung stockt. Die Umfrage soll Daten für eine mögliche Fristverlängerung liefern.
Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen empfangen können. Für das Handwerk ist der Übergang jedoch alles andere als reibungslos verlaufen. Viele Betriebe berichten von erheblichen praktischen Hürden, was zu einer geringen Akzeptanz für das freiwillige Ausstellen von E-Rechnungen führt.
Die zentralen Probleme liegen in einer Vielzahl von Faktoren begraben. Vor allem mangelt es an marktreifen und benutzerfreundlichen Softwarelösungen. Verfügbare Systeme haben oft unzureichende Funktionen, sind schlecht bedienbar oder erschweren die Einhaltung komplexer rechtlicher Vorgaben. Diese Kluft zwischen Gesetzesvorgabe und verfügbarer Praxissoftware trifft den Kern des Mittelstands. Der ZDH betont, dass die verbleibende Zeit vor der Ausgabepflicht genutzt werden muss, um die Softwareprodukte an die Bedürfnisse der Betriebe anzupassen.
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Der Countdown läuft: Ab 2027 wird es ernst
Noch ist das Ausstellen von E-Rechnungen 2026 freiwillig. Doch die Fristen rücken schnell näher. Nach geltender Gesetzeslage beginnt die erste Stufe der Ausgabepflicht am 1. Januar 2027 für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 800.000 Euro. Ab dem 1. Januar 2028 folgt dann der flächendeckende Pflicht für alle Geschäftskunden.
Diese gestaffelte Einführung soll kleineren Betrieben mehr Zeit geben. Die weit verbreiteten Probleme bereits in der Empfangsphase lassen jedoch befürchten, dass viele Betriebe nicht rechtzeitig bereit sein werden. Der Druck auf Unternehmen und Softwareanbieter wächst. Dieser enge Zeitplan ist ein Hauptgrund für die ZDH-Umfrage.
Daten als Grundlage für politische Forderungen
Die Online-Umfrage des ZDH läuft bis zum 27. Februar 2026. Sie soll systematisch den Status quo erfassen, technische und organisatorische Hürden identifizieren und den Unterstützungsbedarf des Sektors sichtbar machen.
Der Verband stellt klar: Zeigen die Daten, dass die Voraussetzungen für einen reibungslosen, rechtssicheren Rollout nicht rechtzeitig geschaffen werden können, wird er sich offiziell für eine Verlängerung der Übergangsfristen einsetzen. Die Ergebnisse sollen eine faktenbasierte Argumentationsgrundlage für die Politik liefern.
Digitale Transformation als Belastungsprobe für den Mittelstand
Die Herausforderungen der E-Rechnung sind symptomatisch für die größeren Schwierigkeiten des Mittelstands im digitalen Zeitalter. Für das Handwerk, das überwiegend aus kleinen Betrieben besteht, ist der Umstieg auf komplexe digitale Systeme eine erhebliche Belastung. Oft fehlen eigene IT-Abteilungen und die finanziellen Spielräume für neue Software und Schulungen sind begrenzt.
Die Pflicht zur E-Rechnung nimmt die Option, die Einführung aufzuschieben. Der Erfolg der deutschen Digitalisierungsstrategie hängt maßgeblich davon ab, ob diese Unternehmen mit praktikablen und bezahlbaren Tools ausgestattet werden können. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Politik und Softwareindustrie rechtzeitig nachlegen.
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