Workday, Gründer

Workday setzt auf Gründer Bhusri im Kampf um die KI-Zukunft

09.02.2026 - 21:30:12

Der Softwarekonzern Workday setzt angesichts der KI-Transformation auf seinen Mitgründer als CEO zurück. Die Aktie fiel auf ein Jahrestief, während die Finanzprognosen bestätigt wurden.

Der Unternehmenssoftware-Riese Workday holt Mitgründer Aneel Bhusri als CEO zurück. Das Manöver soll den Konzern in der entscheidenden Schlacht um Künstliche Intelligenz im Enterprise-Bereich positionieren – und kommt mitten in einer Vertrauenskrise.

Die Führungsübernahme ist sofort wirksam. Sie markiert eine strategische Kehrtwende für das Unternehmen, das sich nach Bhusris Worten in einer Transformation befindet, die „größer ist als SaaS“. Sein Vorgänger Carl Eschenbach, der für globale Expansion und operative Skalierung verantwortlich zeichnete, tritt als CEO und aus dem Vorstand zurück. Er bleibt dem Unternehmen als strategischer Berater des CEOs erhalten.

Börse bestraft überraschende Führungswechsel

Die Ankündigung traf die Märkte unvorbereitet. Die Aktie von Workday (NASDAQ: WDAY) verlor am Montag mehr als 8 Prozent und fiel auf ein neues 52-Wochen-Tief. Die heftige Reaktion spiegelt die Verunsicherung der Anleger wider. Sie folgt zudem auf die jüngste Ankündigung eines Stellenabbaus um etwa zwei Prozent oder 400 Mitarbeiter.

Warum setzt der Vorstand jetzt auf den Gründer? Workday begründet die Rückholaktion mit den Anforderungen des „sich rasant entwickelnden KI-Zeitalters“. Bhusri, der das Unternehmen 2005 mitbegründete und bereits früher als CEO amtierte, gilt dem Gremium als idealer Visionär für diesen Wendepunkt. Seine Rückkehr signalisiert den Glauben, dass die tiefe Verbindung eines Gründers zur Unternehmenskultur in der KI-Ära entscheidend ist.

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Strategie: Vom System of Record zum System of Intelligence

Bhusri übernimmt das Ruder zu Beginn des Geschäftsjahres 2027. Seine Mission ist klar: Workday soll nicht nur den KI-Umbruch überstehen, sondern als Marktführer der nächsten Generation daraus hervorgehen. Der Konzern verfolgt eine Zwei-Säulen-Strategie.

Erstens will er Personalwesen (HR) und Finanzen auf einer einzigen intelligenten Plattform vereinen, die KI in ihrem Kern trägt. Zweitens setzt er auf den Aufbau leistungsstarker, domänenspezifischer KI-Agenten für HR und Finance. Diese sollen messbaren Geschäftswert liefern – gestützt auf den gewaltigen Datensatz von über einer Billion Transaktionen auf der Workday-Plattform.

Um diese Ziele zu erreichen, hat Workday zuletzt eine Übernahmeserie gestartet und KI-native Firmen wie HiredScore, Evisort und Sana gekauft. Die Integration dieser Akquisitionen und die Beschleunigung der Innovation gehören zu Bhusris dringlichsten Aufgaben.

Stabilisierungsversuch und kritischer Ausblick

Trotz des Führungswechsels bekräftigte Workday seine Finanzprognosen für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2026. Die offiziellen Ergebnisse will das Unternehmen am 24. Februar vorlegen. Diese Stabilität soll beruhigen, doch der Fokus der Anleger liegt eindeutig auf der langfristigen KI-Strategie.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Workday muss nachweisbare Fortschritte bei seinen KI-Investitionen demonstrieren. Gelingt es Bhusri nicht, das Vertrauen der Investoren zu stabilisieren und eine überzeugende KI-Roadmap zu kommunizieren, könnte der Abwärtstrend anhalten. Der Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Zeitalter hat für den Software-Pionier gerade erst begonnen – und er setzt dabei auf den Mann, der alles begann.

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