Workday-Restrukturierung startet Ära der autonomen KI in der Personalarbeit
10.02.2026 - 10:13:12Die Personalabteilungen in Deutschland stehen vor einem Wendepunkt. Workday, ein globaler Marktführer für HR-Software, hat eine strategische Neuausrichtung auf autonome KI angekündigt. Die Rückkehr von Mitgründer Aneel Bhusri in die CEO-Rolle signalisiert: Die experimentelle Phase ist vorbei, jetzt beginnt die Zeit, in der Software selbständig handelt.
Für Personalchefs in Deutschland und Europa ist das ein klares Warnsignal. Große Anbieter rüsten ihre Plattformen aggressiv um. Wer jetzt nicht in moderne Infrastruktur investiert, riskiert, in einem sich rasch automatisierenden Markt abgehängt zu werden.
Vom Assistenten zum „Superagenten“: KI übernimmt die Steuerung
Die Rückkehr Bhusris und der Abbau von etwa 400 Stellen im Kundenservice markieren einen tiefgreifenden Wandel. Die Branche verlässt das „Copilot“-Modell, bei dem KI nur assistiert. Stattdessen kommen „Superagenten“, die ganze Arbeitsabläufe eigenständig managen – von der Interviewplanung bis zur Gehaltsabrechnung.
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Eine Studie der Josh Bersin Company vom Januar 2026 bestätigt diesen Trend. Diese neuen Systeme könnten langfristig 30 bis 40 Prozent klassischer HR-Aufgaben automatisieren. Für deutsche Unternehmen birgt das Chance und Herausforderung zugleich. Die Technologie entlastet unterbesetzte Personalabteilungen, erfordert aber eine Datenqualität, die viele veraltete Systeme nicht liefern.
Deutsche Chefetagen hinken hinterher
Während die Technologie voranschreitet, zeigt eine aktuelle Studie der Liz Mohn Foundation ein alarmierendes Bild: Nur drei Prozent der befragten deutschen Manager halten ihr Unternehmen für „gut vorbereitet“ auf eine tiefe KI-Integration. 94 Prozent stufen die eigene Bereitschaft als mittelmäßig oder schlecht ein.
Diese Kluft wird zur strategischen Falle. Anbieter wie Workday, SAP und Personio bringen autonome Features auf den Markt. Doch der Kauf moderner Tools nützt wenig, wenn die Organisation nicht in der Lage ist, sie zu nutzen. Das größte Hindernis ist laut Studie nicht mehr die Technologie, sondern mangelnde Führungskompetenz im Umgang mit algorithmischen Systemen.
EU-Regulierung erzwingt Digitalisierung
Neben der Effizienz treibt vor allem ein Thema die Investitionen in HR-Tech: Compliance. Die vollständige Umsetzung der EU-Transparenzrichtlinie zur Entgeltgleichheit steht bevor. Unternehmen müssen ihre Gehaltsstrukturen bis 2027 lückenlos offenlegen.
SAP SuccessFactors reagierte am 4. Februar mit neuen Analyse-Tools für die Berichterstattung zum Gender Pay Gap. Juristen betonen: „Compliance wird 2026 zu einem Datenproblem.“ Manuelle Excel-Listen genügen den EU-Vorgaben nicht mehr. Personalabteilungen digitalisieren Gehaltsdaten nicht mehr nur aus strategischen Gründen, sondern um hohe Strafen zu vermeiden.
Markt bleibt robust – Investoren setzen auf Spezialisten
Trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten ist der HR-Tech-Sektor in Deutschland weiterhin stabil. Deutschland führte im Januar 2026 die europäischen Tech-Investitionsrankings an, wie ein Bericht von Tech.eu zeigt. Das Kapital fließt in Start-ups, die spezifische Probleme lösen – etwa die Lohnabrechnung für Schichtarbeiter oder KI-gestütztes Recruiting.
Investoren wetten auf spezialisierte Tools, die sich in größere Ökosysteme einfügen. Die Ära der „All-in-One“-Suite wird durch „Best-of-Breed“-Anwendungen ergänzt. Das schafft eine komplexere, aber leistungsfähigere IT-Landschaft für Personalverantwortliche.
Auch der Bundesverband der Personalmanager (BPM) richtet den Fokus auf Innovation. Die Jury für den kommenden HR Start-up Award sucht explizit nach Lösungen für die strukturelle Transformation der Belegschaft – nicht nur für administrative Effizienz.
Der Personalchef als „Value Creator“
Das Profil des Personalvorstands wird sich 2026 radikal ändern. Analysten von SD Worx beschreiben das neue Ideal als „Value Creator“ – eine Führungskraft, die KI nicht nur zur Kostensenkung, sondern zur Erzielung messbarer Geschäftserfolge einsetzt.
Die Restrukturierung bei Workday zeigt: Selbst die Anbieter schlanken ihre Operationen ab, um strategisches Wachstum zu priorisieren. Von HR-Leitern wird erwartet, dass sie diesem Beispiel folgen. Ihre Rolle wandelt sich vom Dienstleister zum Architekten der Mensch-Maschine-Kollaboration.
Bis Ende 2026 könnte das Standardmodell so aussehen: Ein schlankes Team von Strategen wird von einer Flotte autonomer KI-Agenten unterstützt, die den Tagesbetrieb managen. Für deutsche Unternehmen ist die Priorität klar: Die Datenbasis in Ordnung bringen, Führungskräfte qualifizieren und sich auf ein Jahr vorbereiten, in der die Software das Steuer übernimmt.
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