Wirtschaft fordert radikale Regulierungsreform
20.01.2026 - 03:52:11Die globale Wirtschaft fordert eine technologisch getriebene Regulierungsoffensive. Hintergrund sind anhaltende Inflation und steigende Kosten, die Investitionen und Produktivität ausbremsen.
Dringender Appell aus Australien
Der jüngste und deutlichste Aufruf kommt vom australischen Industrieverband Ai Group. Dessen Jahresumfrage zeigt eine düstere Stimmung für 2026. Die Rückkehr der Inflation, steigende Energie- und Betriebskosten sowie Fachkräftemangel belasten die Margen. In dieser Lage sehen Unternehmensführer staatliche Regulierung als Wachstumsbremse.
37 Prozent der Führungskräfte nennen die Steuerlast als größtes Problem, 33 Prozent die Compliance-Kosten. „Keine noch so hohe Technologie-Investition kann schlecht gemachte Regeln ausgleichen“, warnt Ai-Group-Chef Innes Willox. Die Wirtschaft fordert konkrete Reformen, wie sie bereits auf dem Wirtschaftsgipfel des Finanzministers diskutiert wurden.
Weltweiter Ruf nach Modernisierung
Der Reformdruck ist global. In den USA forderte die Handelskammer am 15. Januar stabile und vorhersehbare Regeln für Innovation. Kammerpräsidentin Suzanne Clark plädiert für klare KI-Regulierung und beschleunigte Genehmigungsverfahren.
Auch der US-Verband kleiner Unternehmen (NFIB) drängt auf Entlastung. Weniger bürokratische Hürden würden Kosten senken, Investitionen fördern und letztlich die Verbraucherpreise dämpfen. Die Einigkeit von Großkonzernen und Mittelstand unterstreicht die Dringlichkeit.
Passend zum Thema KI‑Regulierung: Seit dem Inkrafttreten der EU‑KI‑Verordnung stehen Unternehmen, Entwickler und Anbieter von KI‑Systemen vor neuen Kennzeichnungs-, Risikoklassifizierungs‑ und Dokumentationspflichten. Wer die Fristen und Anforderungen nicht kennt, riskiert empfindliche Sanktionen und Marktbarrieren. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Pflichten jetzt gelten, welche Übergangsfristen wichtig sind und welche ersten Schritte Ihr Compliance‑Team sofort umsetzen sollte. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Vom Paragrafen-Dschungel zum Zielvorgaben-System
Konkrete Beispiele zeigen das Potenzial. Australiens Zement- und Betonindustrie begrüßt einen Bericht der Produktivitätskommission vom 19. Januar. Dieser empfiehlt, unnötige Bauvorschriften abzubauen.
„Wir müssen von detaillierten Vorschriften zu leistungsbasierten Standards kommen“, sagt Branchenchef Michael Kilgariff. Nur so ließen sich recycelte und klimafreundliche Materialien im großen Stil einsetzen. Bei geplanten Milliarden-Investitionen in Infrastruktur könnten schon kleine Regeländerungen enorme Produktivitäts- und Klimagewinne bringen.
Doppel-Herausforderung für Unternehmen
Die aktuelle Lage ist paradox: Alte Vorschriften aus der Vor-Digitalzeit bremsen Innovation aus. Gleichzeitig entsteht durch neue Technologien wie KI ein Flickenteppich an Regeln, der Planungssicherheit kostet.
Experten sehen die Lösung in einem zweigleisigen Ansatz. Erstens soll Regulatory Technology (RegTech) Compliance-Prozesse automatisieren und vereinfachen. Zweitens braucht es technologieoffene Regelwerke, die Ziele vorgeben – nicht Methoden. Im Finanzsektor etwa könnten klare Rahmen für digitale Assets und KI Vertrauen schaffen und neue Märkte öffnen.
Wettlauf gegen die Zeit
Der Druck auf die Politik wächst. Wirtschaftsverbände legen zunehmend konkrete Lösungen vor, wie die australischen Vorschläge zeigen. Ziel ist ein agiles Regulierungssystem, das mit dem technologischen Tempo Schritt hält.
Der Erfolg hängt von der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Aufsichtsbehörden ab. Für Unternehmen geht es um niedrigere Kosten und mehr Innovationsspielraum. Für die Volkswirtschaft steht die Rückkehr zu höherem Produktivitätswachstum auf dem Spiel – die Grundlage für steigenden Wohlstand und die Bewältigung der Inflation. Ob die Politik den Reformruf erhört, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
PS: Die Diskussion im Artikel macht deutlich, wie schnell Regulierung die Investitionsplanung beeinflussen kann. Wenn Ihr Unternehmen KI einsetzt oder plant, ist jetzt Handeln gefragt: unser gratis E‑Book zur KI‑Verordnung zeigt konkret, wie Sie Ihr KI‑Portfolio prüfen, Risiken einordnen und Compliance‑Nachweise erstellen — einfach verständlich und praxisorientiert. So vermeiden Sie Verzögerungen beim Marktzugang und unnötige Kosten. Gratis‑E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung sichern


