Winbond, Macronix

Winbond und Macronix signalisieren Engpässe bei Speicherchips

09.02.2026 - 23:00:12

Starke Umsatzberichte der taiwanischen Spezialisten Winbond und Macronix bestätigen: Die Lieferketten für Speicherchips ziehen sich zu. Die Preise für SSDs und andere Elektronik steigen weiter – angetrieben von der unersättlichen KI-Nachfrage.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der taiwanische Speicherchiphersteller Macronix meldete für Januar 2026 einen konsolidierten Nettoumsatz von umgerechnet etwa 85 Millionen Euro. Das ist ein Monatsplus von 14,6 Prozent und ein gewaltiger Sprung von 51,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch beim Konkurrenten Winbond Electronics ist die Stimmung positiv. Analysten hoben erst kürzlich das Kursziel an, am 10. Februar will der Aufsichtsrat die Jahresbilanz absegnen.

Die positive Dynamik bei diesen führenden Anbietern von NOR- und Spezial-NAND-Flash spiegelt eine boomende Nachfrage wider. Treiber sind die Bereiche Automotive, Industrieautomatisierung und das Internet der Dinge (IoT). Doch das ist nur ein Teil des Puzzles.

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Die eigentliche Welle, die diese Nachfrage erzeugt, kommt aus einem anderen Segment: der künstlichen Intelligenz. Die großen Speicherhersteller lenken ihre Ressourcen massiv in hochprofitabile Produkte wie High-Bandwidth Memory (HBM) um. Diese Chips sind das Lebenselixier für die Rechenzentren, die generative KI-Modelle antreiben.

Diese strategische Neuausrichtung der Branchenriesen hinterlässt ein Vakuum. Die Produktion der gängigen NAND-Flash- und DRAM-Bausteine – die Grundlage für SSDs, PCs und Smartphones – wird vernachlässigt. Die Folge sind drastische Preissprünge.

Laut der Marktanalysefirma TrendForce könnten die Preise für NAND-Flash im ersten Quartal 2026 um 55 bis 60 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigen. Der Engpass ist so massiv, dass Elektronikhersteller bereits die Verkaufspreise anheben. Analysten senken ihre Produktionsprognosen für Smartphones und Notebooks.

Macronix reagiert: Strategische Lückenfüllung mit Folgen

Wie Unternehmen auf diese Marktkräfte reagieren, zeigt ein aktuelles Beispiel von Macronix. Während internationale Großhersteller die Produktion von hochwertigem Multi-Level Cell (MLC) NAND zurückfahren, springt der taiwanische Spezialist in diese Nische ein.

Um das zu schaffen, soll Macronix Teile seiner NOR-Flash-Kapazitäten drosseln, um mehr MLC-NAND zu produzieren. Diese Entscheidung hat eine doppelte Bedeutung: Sie zeigt die Agilität von Nischenanbietern. Gleichzeitig verschärft sie den ohnehin angespannten globalen Markt für NOR-Flash weiter. Das dürfte die Preise für mittlere und hochintegrierte NOR-Bausteine stabilisieren – wichtige Komponenten für die Firmware in unzähligen Elektronikgeräten.

Für Verbraucher und Bastler: Die Zeit der fallenden SSD-Preise ist vorbei

Was bedeuten diese Verschiebungen am Ende der Lieferkette? PC- und Smartphone-Hersteller sehen sich mit Komponentenkosten konfrontiert, die um über 50 Prozent gestiegen sind. Die Wahl ist hart: Die Margen opfern oder die Preiserhöhung an die Kunden weitergeben.

Aktuelle Berichte deuten darauf hin, dass viele Hersteller den zweiten Weg wählen. Neue Laptops und Smartphones werden teurer. Für PC-Bastler und Verbraucher, die aufrüsten wollen, ist die Ära stetig sinkender SSD-Preise abrupt zu Ende gegangen.

Ausblick 2026: Der Preisdruck bleibt hoch

Die Engpässe und der Preisdruck werden so schnell nicht nachlassen. Der Aufbau der KI-Infrastruktur ist ein Trend, der Jahre andauern wird. Die Nachfrage nach High-End-Speichern wird weiter einen unverhältnismäßig großen Teil der Produktionskapazitäten binden.

Einige Branchenexperten rechnen damit, dass der Speichermangel bis 2028 anhalten könnte. Für den SSD-Markt bedeuten die starken Signale von Zulieferern wie Winbond und Macronix eine anhaltende Phase höherer Kosten. Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf weiter volatile Preise in der Speichertechnologie und der gesamten Elektronikbranche einstellen.

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