Wiens Sozialhilfe-Reform trifft Familien hart
31.01.2026 - 16:16:12Seit Jahresbeginn gelten in Wien massive Kürzungen der Sozialhilfe. Die rot-pinke Stadtregierung spart damit Millionen – auf dem Rücken der Ärmsten.
Besonders Familien mit mehreren Kindern trifft es schwer. Eine technische Änderung bei der Wohnkostenbeihilfe kostet manche Haushalte monatlich Hunderte Euro. Eine Familie mit fünf Kindern verliert rund 400 Euro im Monat. Die Stadt erwartet allein hieraus Einsparungen von 20 Millionen Euro pro Jahr.
Sozialverbände schlagen Alarm und warnen vor steigender Kinderarmut. Die Reform wurde im Herbst 2025 von SPÖ und NEOS im Landtag beschlossen – ohne breite Begutachtung durch Fachexperten.
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So funktioniert die umstrittene Wohnkosten-Regel
Der Kern der Kürzungen liegt in einer neuen Berechnungsmethode. Bisher wurde ein pauschaler Wohnkostenanteil nur vom Grundbetrag der Erwachsenen abgezogen. Seit 1. Januar 2026 gilt dieser Abzug auch für die Beträge der minderjährigen Kinder.
Das Ergebnis: Die berechnete Mietbeihilfe sinkt, weil ein größerer Teil der Gesamtleistung für Wohnen verplant wird. Die Folge sind massive finanzielle Einbußen für Mehrkindfamilien, die in der teuren Hauptstadt auf volle Unterstützung angewiesen sind.
Ein ganzes Paket an Einschnitten
Die Kürzungen für Familien sind nur ein Teil eines umfassenden Sparpakets. Weitere betroffene Gruppen sind:
- Subsidiär Schutzberechtigte: Rund 10.000 Menschen verlieren den Anspruch auf Sozialhilfe und fallen in die niedrigere Grundversorgung zurück. Für viele droht der Verlust der Wohnung.
- Bewohner von Wohngemeinschaften: Sie erhalten künftig nur noch 70 Prozent des Mindeststandards. Die Stadt hofft hier auf Einsparungen von bis zu 75 Millionen Euro.
- Dauerleistungsbezieher: Für etwa 13.000 Personen, etwa mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, werden die Sonderzahlungen halbiert.
Scharfe Kritik und politischer Dauerstreit
Die Wiener Sozialhilfe ist seit Jahren ein politischer Zankapfel. Die Bundes-ÖVP und Wiener Oppositionsparteien wie FPÖ kritisieren das Modell als zu großzügig. Medienberichte über Einzelfälle von Großfamilien mit hohen Bezügen befeuern die Debatte.
Die Stadtregierung verteidigt die Reform als notwendig für die Stabilität des Systems. Es handele sich bei Extremfällen um Ausnahmen. Sozialorganisationen wie die Volkshilfe sehen das anders. Sie kritisieren das überhastete Verfahren und die sozialen Folgen.
Warum setzt die einst sozialliberale Stadt nun gerade bei Familien an? Die Reform spiegelt den politischen Druck wider, auf steigende Kosten und eine veränderte öffentliche Stimmung zu reagieren. Der versuchte Spagat zwischen finanzieller Entlastung und sozialem Anspruch ist nach Ansicht der Kritiker gescheitert.
Was die Kürzungen für Wien bedeuten
Die Auswirkungen werden die soziale Landschaft Wiens verändern. Sozialeinrichtungen rechnen mit einem stark steigenden Beratungsbedarf. Sie werden die Armutsstatistiken, besonders bei Kindern, genau beobachten.
Die Debatte über leistbares Wohnen und soziale Gerechtigkeit wird weiter an Schärfe gewinnen – und könnte zum zentralen Wahlkampfthema werden. Geplant sind zwar Gegenmaßnahmen wie eine Kindergartenpflicht ab drei Jahren für Kinder von Beziehern. Ob diese die finanziellen Löcher stopfen können, ist mehr als fraglich. Für viele Wiener Familien beginnt ein harter Kampf ums tägliche Auskommen.
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