Wiener, Immobilienentwickler

Wiener Immobilienentwickler MPPV und VIE Wohnimmobilien sind pleite

19.01.2026 - 18:06:12

Zwei weitere Wiener Projektentwickler sind zahlungsunfähig. Die Insolvenzen spiegeln die anhaltend schwierige Lage der österreichischen Baubranche wider.

Zwei weitere Wiener Projektentwickler sind zahlungsunfähig. Über das Vermögen der MPPV Immobilienentwicklungs GmbH und der VIE Wohnimmobilien Löwengasse Entwicklung GmbH wurden Konkursverfahren eröffnet. Die Insolvenzen werfen ein Schlaglicht auf die anhaltend angespannte Lage in der österreichischen Baubranche.

Details zur MPPV-Insolvenz

Für die MPPV Immobilienentwicklungs GmbH aus Wien-Josefstadt wurde am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eingeleitet. Das Unternehmen hatte den Antrag selbst gestellt. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Mag. Dr. Philipp Dobner.

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  • Gläubiger können ihre Ansprüche bis zum 2. März 2026 anmelden.
  • Eine erste Gläubigerversammlung mit Bericht des Verwalters ist für den 16. März 2026 angesetzt.
  • Die genaue Höhe der Verbindlichkeiten ist noch nicht öffentlich bekannt.

Auch VIE Wohnimmobilien in Schieflage

Parallel eröffnete das Handelsgericht Wien ein Insolvenzverfahren über die VIE Wohnimmobilien Löwengasse Entwicklung GmbH. Der Name deutet auf eine spezielle Projektgesellschaft hin – eine in der Branche übliche Praxis zur Risikokapselung.

Recherchen zeigen, dass bereits andere Gesellschaften mit dem Namensbestandteil “VIE Wohnimmobilien” in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten. Details zu den betroffenen Bauvorhaben oder der Schuldenhöhe wurden noch nicht kommuniziert.

Toxischer Mix belastet die Branche

Die Insolvenzen sind keine Einzelfälle. Die österreichische Immobilienwirtschaft kämpft seit Monaten mit einem toxischen Mix:

  • Explodierte Baukosten
  • Deutlich gestiegene Finanzierungszinsen
  • Eine gedämpfte Nachfrage

Diese Faktoren bringen laufende Projekte in Bedrängnis und erschweren die Kalkulation neuer Vorhaben. Gläubigerschutzverbände wie der AKV prognostizieren eine Fortsetzung des Insolvenztrends. Besonders Projektentwickler, die oft mit hohem Fremdkapital arbeiten, sind stark betroffen.

Was kommt auf Gläubiger und den Markt zu?

Für die Gläubiger beginnt eine Phase der Ungewissheit. Die Insolvenzverwalter prüfen nun, ob eine Fortführung von Projekten sinnvoll ist oder ein Verkauf der Vermögenswerte die Gläubigerquote maximiert. Entscheidend wird das Stadium der Bauprojekte und die Bereitschaft von Investoren zur Übernahme.

Für den Wiener Immobilienmarkt bedeuten diese Pleiten eine weitere Konsolidierung. Könnten sich für finanzstarke Investoren mittelfristig Chancen ergeben, notleidende Projekte zu übernehmen? Die weitere Entwicklung gilt als wichtiger Indikator für die Gesundheit des gesamten Sektors.

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