Wien startet flexible Wohnungsvergabe für unbefristete Mieten
06.01.2026 - 05:22:12Wien weitet den Zugang zu unbefristeten Gemeindewohnungen massiv aus. Die Stadt hat am Montag die entscheidende Phase ihrer Reform „Wohnungsvergabe NEU“ gestartet. Kern ist der Übergang von starren zu flexiblen, lebensphasenorientierten Kriterien.
Flexibles Modell ersetzt starre Kriterien
Federführend durch Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál tritt nun das Herzstück der Reform in Kraft. Statt eines strengen Kriterienkatalogs bewertet die Stadt künftig individuelle Wohnbedürfnisse.
Das System erleichtert den „Eintritt“ in den Gemeindebau. Es orientiert sich an realen Lebensphasen wie:
* Trennung
* Auszug junger Erwachsener
* gesundheitlich bedingte Veränderungen im Alter
„Die Ära der starren Wartelisten geht zu Ende“, sagt ein Beobachter. Die Botschaft der Stadt ist klar: Wohnsicherheit soll keine Glücksfrage, sondern Teil der Daseinsvorsorge sein.
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Direkte Antwort auf die „Befristungsfalle“
Die Reform zielt systematisch auf die Bekämpfung befristeter Mietverhältnisse ab. Studien hatten gezeigt, dass diese nicht nur finanzielle, sondern auch psychische Dauerbelastungen bedeuten.
Die Stadt reagiert mit einer strukturellen Öffnung. Das „Wiener Wohn-Ticket“ wird so adaptiert, dass Menschen mit auslaufenden Privatverträgen schneller aufgefangen werden.
Die Strategie baut auf Pilotprojekten der Jahre 2024 und 2025 auf. Damals wurden in Sonderaktionen bereits rund 1.000 unbefristete Wohnungen an Betroffene vergeben. Diese temporäre Maßnahme wird nun zum regulären Standard.
Vom Pilotprojekt zur neuen Regel
Die Generalisierung des Ansatzes startet mit dem neuen Jahr. Besonders profitieren sollen „Jungwiener“, Studierende und Lehrlinge. Für sie wurden die Hürden gesenkt, um früh in unbefristete Verhältnisse zu kommen.
Auch Einkommensgrenzen und die Definition des „begründeten Wohnbedarfs“ wurden nachjustiert. Die Wohnberatung kann nun auch Fälle berücksichtigen, die früher durchfielen – etwa bei untragbarer Wohnkostenbelastung trotz Job.
Modernisierung in angespanntem Markt
Die Reform kommt in einem europaweit schwierigen Umfeld. Wien hält als größter Immobilienbesitzer der Stadt an seiner preisdämpfenden Strategie fest.
Branchenanalysten sehen den Schritt als notwendigen Modernisierungsschub. Das alte System stammte aus Zeiten linearer Lebensläufe. Die Anpassung spiegelt die gesellschaftliche Realität von 2026.
Kritiker fragen: Kann die Flexibilisierung ohne massive Neubauten Wartezeiten verkürzen? Stadtplaner verweisen auf parallel laufende Projekte wie in der Meischlgasse oder im „Village“ im 3. Bezirk.
Was kommt 2026?
Mit dem Start beginnt eine mehrmonatige Übergangsphase. Die Wohnberatung hat ihre Systeme umgestellt. Die Zahl der Neuanmeldungen für das Wohn-Ticket wird im ersten Quartal voraussichtlich deutlich steigen.
Die Stadt hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Die Durchlässigkeit vom privaten in den öffentlichen Sektor soll messbar steigen. Zudem will Wien die Reform auf Bundesebene nutzen, um für eine Verschärfung des Mietrechtsgesetzes (MRG) bei Befristungen zu werben.
Für Wohnungssuchende stehen die Chancen auf einen unbefristeten Gemeindebau-Vertrag durch die flexiblen Regeln besser denn je. Vorausgesetzt, die individuellen „Lebensphasen-Kriterien“ werden erfüllt.
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