WhatsApp verbannt fremde KI-Chatbots – und zieht den Zorn der EU auf sich
24.01.2026 - 07:57:12Meta hat beliebte KI-Assistenten wie ChatGPT von WhatsApp verbannt. Die Entscheidung trifft die Konkurrenz hart und bringt die EU-Wettbewerbshüter auf den Plan.
In einer richtungsweisenden Entscheidung verbietet Meta seit Mitte Januar allgemeine KI-Chatbots von Drittanbietern auf WhatsApp. Die neue Richtlinie untersagt es großen KI-Entwicklern, ihre Assistenten wie OpenAI’s ChatGPT oder Microsofts Copilot direkt im Messenger anzubieten. Doch der Vorstoß stößt bereits auf massiven regulatorischen Widerstand in Europa. Italiens Kartellamt hat die Sperre für das Land bereits ausgesetzt, die EU-Kommission ermittelt.
Die neue Richtlinie: Was erlaubt ist – und was nicht
Meta zieht eine klare Grenze zwischen erlaubter und verbotener KI. Betroffen sind generative KI-Plattformen und Allzweck-Assistenten, die breite Konversationen anbieten. Nutzer können diese Dienste nicht länger in ihren Chats aufrufen. Die Richtlinie, bereits im Oktober 2025 angekündigt, verbietet WhatsApp als primären Vertriebskanal für solche Technologien.
Unberührt bleiben hingegen geschäftliche KI-Anwendungen. Chatbots für Kundenservice, Bestellabwicklung oder Terminbuchungen dürfen weiter genutzt werden. Der entscheidende Unterschied: Ist die KI nur ein Hilfsmittel für ein Hauptgeschäft – oder ist sie das Geschäft selbst? Meta argumentiert, seine Business-API sei für Firmen-Kunden-Kommunikation gedacht, nicht für rechenintensive Verbraucher-KIs.
Passend zum Thema EU-Regulierung – die neue KI-Verordnung stellt Entwickler, Plattformbetreiber und Anbieter vor klare Pflichten: Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und strenge Dokumentationsanforderungen. Gerade Start-ups, die KI über Messenger und Plattformen anbieten, müssen schnell handeln, um Bußgelder zu vermeiden. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden fasst die wichtigsten Anforderungen, Fristen und praktischen Umsetzungsschritte kompakt zusammen und zeigt, wie Sie Ihr System richtig klassifizieren. Perfekt für Entwickler, Rechtsabteilungen und Produktmanager. Kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden jetzt herunterladen
Folgen für Nutzer und die KI-Branche
Die Sperre hat unmittelbare Konsequenzen. Für Millionen Nutzer war der Zugang zu KI-Tools über WhatsApp bequem: Schnelle Antworten, Textentwürfe oder Ratschläge direkt im gewohnten Messenger. Jetzt müssen sie auf separate Apps oder Webseiten ausweichen – ein umständlicherer Prozess.
Für die KI-Entwickler ist es ein herber Rückschlag. Sie verlieren einen zentralen Vertriebskanal. Start-ups wie Luzia und Poke, die ihre Nutzerbasis fast ausschließlich über WhatsApp aufbauten, müssen ihre Strategie jetzt grundlegend ändern, um zu überleben.
Metas Strategie: Freie Bahn für den eigenen Assistenten
Branchenbeobachter deuten das Verbot als strategischen Schachzug gegen die Konkurrenz. Ziel sei es, den Weg für den hauseigenen Assistenten „Meta AI“ frei zu machen. Indem Meta mächtige Rivalen von der Plattform verdrängt, könnte sein eigener Dienst zum Standard-Assistenten für zwei Milliarden WhatsApp-Nutzer werden. Ein typisches Muster: Tech-Giganten bauen geschlossene Ökosysteme, in denen sie alle Schlüsseldienste kontrollieren.
Meta führt auch praktische Gründe an. Die komplexen Interaktionen der Allzweck-KIs hätten die Infrastruktur stark belastet. Zudem will das Unternehmen die Monetarisierung besser steuern. Über den eigenen KI-Dienst kann Meta die Nutzererfahrung kontrollieren und später womöglich Werbung einblenden – ein Schritt, den das Unternehmen für „Meta AI“ bereits angedeutet hat.
Kontext & Analyse: Der regulatorische Gegenwind wächst
Italiens Kartellbehörde AGCM hat die Sperre für das Land im Dezember 2025 vorläufig gestoppt. Sie prüft, ob Meta seinen Marktvorteil im Messaging missbraucht, um den Wettbewerb bei KI-Assistenten auszuschalten. In Italien dürfen Drittanbieter-Chatbots deshalb weiterlaufen.
Diese Aktion könnte ein Vorbote für ganz Europa sein. Die EU-Kommission hat ein formelles Kartellverfahren eingeleitet. Die entscheidende Frage: Dürfen Tech-Giganten ihre Plattformen abschotten oder müssen sie offene Ökosysteme erhalten? Der Ausgang dieser Untersuchungen wird wegweisend für den KI-Wettbewerb auf großen Digitalplattformen sein.
Ausblick: Ein ungewisser Weg
Die KI-Landschaft auf WhatsApp ist nun gespalten. Außerhalb Italiens müssen sich Nutzer und Entwickler an einen Messenger ohne fremde Allzweck-Assistenten gewöhnen. Der Fokus liegt nun auf „Meta AI“, das zum Herzstück der intelligenten WhatsApp-Features werden soll.
Die wichtigsten Entwicklungen spielen sich in Brüssel und Rom ab. Ein Urteil gegen Meta könnte das Unternehmen zwingen, seine Politik in der gesamten EU zurückzunehmen. Der größte Messenger der Welt ist damit zum Schlachtfeld im Kampf um die KI-Vorherrschaft geworden. Nutzer, Entwickler und Regulierer beobachten gespannt, wer die Zukunft der Kommunikation gestalten wird.
PS: Die EU-Ermittlungen gegen Meta zeigen, wie schnell Plattformentscheidungen rechtliche Folgen haben können. Wenn Sie KI-Funktionen anbieten oder in Plattform-Ökosysteme integrieren, sollten Sie die Übergangsfristen und Kennzeichnungspflichten kennen. Dieses kostenlose E-Book erklärt konkret, welche Schritte jetzt nötig sind, um Risiken zu minimieren und den Betrieb rechtssicher zu gestalten. Ideal für Produktteams, Compliance-Verantwortliche und Gründer, die sofort praktikable Checklisten und Vorlagen benötigen. Sofort per E‑Mail, kostenlos. Gratis E-Book zur EU-KI-Verordnung sichern


