WhatsApp verbannt ChatGPT & Co. – Meta baut Super-App mit KI-Monopol
01.01.2026 - 18:31:12Meta verbannt KI-Assistenten wie ChatGPT von WhatsApp, um seinen eigenen Dienst Meta AI zu etablieren. Die Entscheidung stößt auf regulatorischen Widerstand in Europa.
Meta schließt WhatsApp für externe KI-Assistenten und zwingt Milliarden Nutzer zu seiner eigenen Lösung. Der Schritt folgt auf eine Zwei-Milliarden-Euro-Übernahme und stößt in Europa auf scharfen regulatorischen Widerstand.
Ab dem 15. Januar 2026 ist Schluss: Die Ära der KI-Chatbots von Drittanbietern auf WhatsApp geht zu Ende. Mit einer entschlossenen Aktualisierung der Geschäftsbedingungen verbannt der Tech-Riese allgemeine KI-Dienste wie ChatGPT von OpenAI oder Microsofts Copilot von seiner Flaggschiff-Messaging-Plattform. Das Ziel ist klar: Meta will Meta AI als alleinigen intelligenten Assistenten in seiner geplanten „Super-App“ etablieren. Doch in Europa formiert sich bereits erheblicher Widerstand.
Die Abschaltung: Vom offenen Markt zur geschlossenen Festung
Ab Mitte Januar tritt die neue Politik in Kraft. Sie verbietet ausdrücklich die Nutzung der WhatsApp Business API für „Allzweck-KI-Chatbots“, bei denen die KI-Funktionalität das Hauptprodukt ist. Unternehmen dürfen KI zwar weiterhin für spezifische Support-Aufgaben nutzen, eigenständige Assistenten, die externe Modelle einbinden, werden jedoch blockiert.
Für Millionen Nutzer, die sich daran gewöhnt hatten, ChatGPT direkt in ihren Chats zu befragen, bedeutet das eine abrupte Unterbrechung. Dienste, die Rezepte, Programmierhilfen oder Konversationen boten, werden nicht mehr funktionieren. Branchenbeobachter sehen darin eine gezielte Räumung des Feldes für Meta AI. Durch die Beseitigung der Konkurrenz soll der eigene, prominent platzierte Assistent zum Standard für alle 3 Milliarden Nutzer werden.
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Meta argumentiert mit infrastruktureller Belastung und einer verbesserten Nutzererfahrung. Der Zeitpunkt legt jedoch einen strategischen Schachzug nahe: Meta will den gesamten Marktanteil im konversationsbasierten Handel sichern, bevor sich Wettbewerber weiter etablieren können.
Die Zwei-Milliarden-Übernahme: Meta kauft sich Agentic AI
Die Ambitionen hinter dem Schritt offenbarte Meta gerade erst vor 48 Stunden. Das Unternehmen gab die Übernahme des Singapur-er KI-Startups Manus für rund 2 Milliarden Euro bekannt. Der Clou: Manus spezialisiert sich nicht auf einfache Textgenerierung, sondern auf „Agentic AI“. Diese autonomen Systeme können komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe ohne menschliches Zutun ausführen.
Diese Technologie ist der Schlüssel zum Super-App-Plan. Die aktuelle Meta AI, basierend auf dem Llama-4-Modell, ist gut im Plaudern. Mit Manus im Rücken wird sie handlungsfähig. Statt nur ein Restaurant vorzuschlagen, könnte sie künftig eigenständig Webseiten navigieren, Verfügbarkeiten prüfen und einen Tisch buchen.
Diese „Action Engine“ direkt in WhatsApp zu integrieren, schafft einen Wettbewerbsvorteil, den externe Bots nicht überwinden können. Sie sind auf Text beschränkt, während eine native Meta AI mit agentischen Fähigkeiten auf Deep-Linking und Bezahlsysteme der App zugreifen kann. WhatsApp würde so zum Betriebssystem für Alltagsaufgaben – ein „digitaler Mitarbeiter“, der 2026 zum Haupteinnahmetreiber für Metas Business-Lösungen werden soll.
Der regulatorische Gegenwind: Italiens Wettbewerbshüter greifen ein
Metas Konsolidierungskurs stößt jedoch auf harten Widerstand. Kurz vor dem Jahreswechsel erlitt das Unternehmen einen bedeutenden juristischen Rückschlag. Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM erließ am 25. Dezember 2025 eine einstweilige Anordnung. Sie verlangt von Meta, die neuen ausschließenden Bedingungen vorläufig auszusetzen.
Die Regulierer argumentieren, das Verbot Dritter stelle einen Missbrauch der Marktmacht dar. Es ersticke Innovation und schränke die Verbraucherwahl ein. Die Untersuchung legt nahe, dass Meta seine Kontrolle über die Messaging-Infrastruktur nutzt, um eigene Dienste unlauter zu begünstigen.
Diese Entscheidung erschüttert den globalen Rollout-Plan zum 15. Januar. Während Meta das Verbot weltweit durchsetzen will, könnte es gezwungen sein, in Italien – und möglicherweise der gesamten EU – den Zugang für Wettbewerber offenzuhalten. Die Europäische Kommission muss den Fall nun unter dem Digital Markets Act (DMA) bewerten. Juristen sagen voraus, dass dieser Konflikt einen Präzedenzfall für den Umgang von „Gatekeeper“-Plattformen mit KI-Konkurrenten setzen könnte.
Fragmentierte Zukunft für KI-Startups und Nutzer
Die Vertreibung der Dritt-Anbieter wird Wellen durch die SaaS-Landschaft schlagen. Zahlreiche Startups, die ihr Geschäftsmodell auf WhatsApp-first-KI-Erlebnisse gebaut haben, stehen vor einer existenziellen Bedrohung. Sie müssen nun auf Plattformen wie Telegram ausweichen oder eigene Apps entwickeln – eine schwierige Aufgabe angesichts der allgegenwärtigen Verbreitung von WhatsApp.
Für den Durchschnittsnutzer wird WhatsApp zentralisierter. Die Notwendigkeit, die App zu verlassen, um Fakten zu prüfen, Produkte zu kaufen oder Termine zu organisieren, soll systematisch verschwinden. Ersetzt wird sie durch einen von Meta kontrollierten Kreislauf.
Das Jahr 2026 wird zwei Schlüsselentwicklungen bestimmen: die Akzeptanz der neuen agentischen Funktionen durch die Nutzer und die Schärfe der kartellrechtlichen Gegenreaktion. Gelingt es Meta, die Manus-Technologie nahtlos zu integrieren und gleichzeitig die rechtlichen Minenfelder in Brüssel und Rom zu umschiffen, könnte WhatsApp sein volles Potenzial entfalten. Es würde zum westlichen Pendant des chinesischen WeChat – eine einzige Schnittstelle für das digitale Leben, angetrieben von der KI eines einzigen Konzerns.
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