WhatsApp, Milliarden-Klage

WhatsApp: Milliarden-Klage wirft Meta Betrug vor

27.01.2026 - 06:27:12

Eine internationale Sammelklage wirft Meta vor, Nutzer mit falschen Privatsphären-Versprechen für WhatsApp getäuscht zu haben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Eine internationale Sammelklage stellt den zentralen Privatsphären-Anspruch von WhatsApp fundamental in Frage. Nutzer aus fünf Kontinenten werfen Meta vor, sie mit falschen Versprechen zu täuschen.

San Francisco – Der Messaging-Riese WhatsApp steht vor einer seiner größten rechtlichen Herausforderungen. Eine am vergangenen Donnerstag eingereichte Sammelklage vor einem US-Bundesgericht wirft dem Mutterkonzern Meta gezielten Betrug an seinen Milliarden Nutzern vor. Der Vorwurf: Das Unternehmen vermarkte die App weltweit als privaten, durchgehend verschlüsselten Raum, behalte sich aber intern die Möglichkeit vor, auf Kommunikation zuzugreifen und sie zu analysieren. Meta wies die Vorwürfe umgehend und kategorisch zurück.

Kern der Klage: Systematische Täuschung?

Die Klage, die von Nutzern aus Australien, Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika unterstützt wird, zielt auf das Herzstück von WhatsApps Marketing: die End-to-End-Verschlüsselung (E2EE). Die Kläger argumentieren, dass Metas langjährige Zusicherungen irreführend seien. Entgegen öffentlicher Beteuerungen könne das Unternehmen Nachrichteninhalte speichern, analysieren und einsehen, die Nutzer für absolut privat hielten.

Anzeige

Passend zum Thema Verschlüsselung und Privatsphäre: Wenn Sie befürchten, dass Ihre WhatsApp‑Chats nicht so privat sind, wie versprochen, bietet das kostenlose Telegram‑Startpaket einen praktischen Ausweg. Der Report führt Schritt für Schritt durch Einrichtung, geheime Chats, Nummern‑Schutz und die wichtigsten Datenschutzeinstellungen – ideal für Nutzer, die schnell und sicher wechseln wollen. Sie erhalten praxisnahe Checklisten und Anleitungen per E‑Mail. Jetzt kostenlosen Telegram‑Umstiegs‑Report anfordern

Die Anwälte der Kläger stützen sich laut Dokumenten auf Informationen mutmaßlicher Whistleblower. Sie ziehen auch eine Verbindung zu einem früheren internen Streit: Ein Ex-Sicherheitschef von WhatsApp hatte Meta 2025 verklagt und von Vergeltungsmaßnahmen berichtet, nachdem er auf systematische Sicherheitslücken hingewiesen habe. Sollte das Gericht den Sammelklage-Status bestätigen, könnte einer der größten Verbraucherschutzprozesse der jüngeren Geschichte beginnen.

Meta kontert: „Absurde“ Vorwürfe

Meta reagierte mit scharfer Gegenwehr. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete die Klage als „absurd“ und wies alle Vorwürfe zurück. Die Behauptung, WhatsApp-Nachrichten seien nicht verschlüsselt, sei schlichtweg falsch. Das Unternehmen verteidigt den Einsatz des Signal-Protokolls, das in Fachkreisen als Goldstandard für private Kommunikation gilt.

Meta betont, die Technologie mache es technisch unmöglich, private Konversationen mitzulesen – für das Unternehmen selbst wie für Dritte. Man zeige sich so sicher, dass man rechtliche Schritte gegen die Anwälte der Kläger prüfe. Diese offensive Haltung unterstreicht, wie viel Meta an der Verteidigung seines Verschlüsselungsversprechens liegt.

Technischer Disput: Was bedeutet „End-to-End“ wirklich?

Im Zentrum des Streits steht die technische Definition von durchgehender Verschlüsselung. Bei wahrer E2EE wird die Nachricht nur auf dem Gerät des Senders verschlüsselt und ausschließlich auf dem des Empfängers entschlüsselt. Der Dienstleister – hier WhatsApp – sollte nur unlesbare Daten weiterleiten, ohne den Schlüssel zum Entschlüsseln zu besitzen. Genau dies kommuniziert die App auch an ihre Nutzer.

Die Klage stellt genau dieses Grundprinzip infrage. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, dass Meta über eine „Hintertür“ verfügt, hätte das tiefgreifende Konsequenzen. Das Vertrauen in eine Technologie, die für Journalisten, Aktivisten und Bürger essenziell ist, stünde auf dem Spiel.

Globale Debatte um Privatsphäre und Überwachung

Die Klage fällt in eine anhaltende weltweite Auseinandersetzung. Sie steht im Spannungsfeld zwischen dem Recht auf Privatsphäre durch starke Verschlüsselung und den Forderungen von Strafverfolgungsbehörden nach Zugang zu digitaler Kommunikation. Tech-Konzerne wie Meta sehen sich zunehmend dem Druck von Regierungen ausgesetzt, „Hintertüren“ in ihre Dienste einzubauen.

Branchenbeobachter sind sich einig: Unabhängig vom Ausgang des Prozesses wird dieser die öffentliche Debatte über die Überprüfbarkeit von Datenschutzversprechen anheizen. Können Verbraucher den beworbenen Sicherheitsfeatures wirklich trauen? Das Verfahren könnte einen wichtigen Präzedenzfall für die Kommunikation und Überprüfung von Verschlüsselungsstandards schaffen.

Was kommt als Nächstes?

Der unmittelbare nächste Schritt ist die Entscheidung des Gerichts über die Zulassung als Sammelklage. Wird diese erteilt, könnte sich Meta einer Klage von historischem Ausmaß gegenübersehen. In der Beweisaufnahme müsste WhatsApp dann interne Systeme und Datenpraktiken offenlegen.

Für Milliarden Nutzer weltweit geht es um eine grundlegende Frage: Ist die Verschlüsselung von WhatsApp der robuste Schutzschild, als der er beworben wird? Oder sind die Sicherheitsversprechen weniger absolut als gedacht? Die Antwort wird das Vertrauen in digitale Kommunikation und das Kräfteverhältnis zwischen Privatsphäre, Unternehmensverantwortung und staatlicher Aufsicht nachhaltig prägen.

Anzeige

PS: Wenn Ihnen Ihre Privatsphäre wichtig ist, kann das kostenlose Telegram‑Startpaket helfen: Der Gratis‑Guide erklärt in einem klaren 5‑Minuten‑Plan, wie Sie von WhatsApp zu Telegram wechseln, welche Einstellungen Sie sofort aktivieren sollten und wie Sie Ihre Telefonnummer schützen. Viele Nutzer wechseln, weil sie sich mehr Kontrolle über ihre Daten wünschen. Telegram‑Umstieg jetzt kostenlos herunterladen

@ boerse-global.de