WhatsApp-Kanäle: EU reguliert, Meta testet Admin-Profile
18.02.2026 - 05:34:12WhatsApp muss seine öffentlichen Kanäle jetzt als Plattform unter dem Digital Services Act (DSA) regulieren. Gleichzeitig testet der Messenger eine neue Funktion für persönliche Admin-Profile. Diese Entwicklungen stellen die Balance zwischen Reichweite, Anonymität und Sicherheit neu auf die Probe.
EU zwingt WhatsApp zu strengerer Inhaltskontrolle
Die EU-Kommission hat die öffentlichen Kanäle von WhatsApp unter die Aufsicht des strengen Digital Services Act gestellt. Der Grund: Die Funktion hat in der EU die kritische Nutzerschwelle von 45 Millionen überschritten. Damit gelten für die Broadcast-Kanäle nun ähnliche Regeln wie für große Social-Media-Plattformen.
WhatsApp muss künftig:
* Energischer gegen illegale Inhalte wie Hassrede vorgehen
* Verstöße zügig entfernen
* Transparente Werberichtlinien einhalten
Diese Regulierung erhöht den Druck auf Meta, die Inhalte in den Kanälen aktiv zu überwachen – eine Rolle, die das Unternehmen bei privaten Chats stets abgelehnt hat.
Neuer Test: Mehr Transparenz für Kanal-Admins
Parallel zum regulatorischen Druck arbeitet WhatsApp an neuen Features. In einer Beta-Version testet der Dienst aktuell optionale persönliche Admin-Profile. Admins könnten damit künftig einen eigenen Namen und ein Bild an ihre Beiträge heften.
Das Ziel: Mehr Transparenz und bessere Zuordenbarkeit, besonders in Kanälen mit mehreren Administratoren. Die entscheidende Privatsphäre-Grenze bleibt jedoch gewahrt – die private Telefonnummer des Admins bleibt für Follower unsichtbar.
Der große Unterschied: Fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Der fundamentale Unterschied zu privaten Chats ist die Sicherheitsarchitektur. Während persönliche Nachrichten durchgehend Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind, gilt das für Kanal-Inhalte nicht.
- In privaten Chats können nur Sender und Empfänger die Inhalte lesen.
- In Kanälen sind die Nachrichten für WhatsApp einsehbar, um Richtlinien durchsetzen zu können.
Diese Design-Entscheidung ermöglicht die Skalierung für Millionen Abonnenten, stellt aber einen Bruch mit dem Kern-Privatsphäre-Versprechen des Messengers dar. Für Unternehmen bedeutet das: Über Kanäle sollten nur öffentlichkeitsfähige Informationen fließen, keine sensiblen Daten.
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Wie Kanäle funktionieren – und was sie von Gruppen unterscheidet
WhatsApp-Kanäle wurden als datenschutzfreundliche Alternative zu öffentlichen Gruppen konzipiert. Das Prinzip „Privacy by Design“ schützt sowohl Admins als auch Abonnenten.
- Telefonnummern bleiben geheim: Weder der Admin sieht die Nummern der Follower, noch umgekehrt.
- Einweg-Kommunikation: Nur Admins können Inhalte wie Texte, Bilder oder Umfragen senden. Abonnenten können lediglich mit Emojis reagieren.
- Flüchtiger Speicher: Der Kanalverlauf wird auf den Servern nur bis zu 30 Tage gespeichert.
Diese Architektur unterscheidet Kanäle fundamental von WhatsApp-Gruppen, in denen alle Mitglieder ihre Telefonnummern und Profile preisgeben – ein potenzielles DSGVO-Risiko für Unternehmen.
Wohin entwickelt sich die Broadcast-Funktion?
Die jüngsten Entwicklungen zeigen einen klaren Trend: WhatsApp professionalisiert seine Kanäle und reagiert auf externe Vorgaben. Die Plattform befindet sich im Wandel zwischen zwei Polen – dem hochsicheren, privaten Messenger und der regulierten, öffentlichen Broadcast-Funktion.
Meta prüft angeblich sogar die Möglichkeit von Ende-zu-Ende-verschlüsselten Kanälen für ein begrenztes Publikum, etwa für Gesundheitsdienste. Das würde die Lücke zwischen sicheren Gruppen und öffentlichen Kanälen schließen.
Für Nutzer und Unternehmen wird es immer wichtiger, die Unterschiede zwischen den Kommunikationsformen in der App zu verstehen. Die Frage bleibt: Kann WhatsApp seine DNA als privater Messenger mit den Anforderungen einer öffentlichen Plattform vereinbaren?
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