WhatsApp, Werbung

WhatsApp führt Werbung ein und testet Bezahl-Abos

04.02.2026 - 03:54:12

WhatsApp beendet die werbefreie Ära und führt Anzeigen im Status-Bereich ein. Für Nutzer in Europa gilt ein Bezahlmodell mit werbefreiem Abo für etwa vier Euro monatlich.

WhatsApp plant die größte Wende seiner Geschichte: Der Messenger führt Werbung ein und erprobt parallel kostenpflichtige Abonnements. Für die über zwei Milliarden Nutzer endet damit die Ära der komplett werbefreien Kommunikation. Im Zentrum stehen Anzeigen im Status-Bereich und ein optionales Abo, das laut Testversionen rund vier Euro monatlich kosten könnte.

Werbung kommt in den „Aktuelles“-Tab

Die Anzeigen werden nicht in privaten Chats erscheinen, sondern im Bereich für Status-Updates – dem „Aktuelles“-Tab. Dort sollen sie sich optisch nahtlos zwischen die temporären Meldungen von Kontakten einfügen und als „gesponsert“ gekennzeichnet werden. Meta betont, dass private Chats, Anrufe und persönliche Statusmeldungen weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleiben und nicht für Werbezwecke ausgewertet werden.

Diese Zusicherung kommt in einer ohnehin hitzigen Debatte um die Sicherheit des Dienstes. Eine kürzlich in den USA eingereichte Klage wirft dem Konzern Probleme vor, die Meta jedoch entschieden zurückweist.

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Welche Daten für personalisierte Werbung genutzt werden

Auch wenn Konversationen geschützt sind: Die Werbung wird personalisiert. WhatsApp greift dafür auf andere Daten zu:
* Grundlegende Kontoinformationen wie Ländervorwahl und Sprache
* Den ungefähren Standort des Nutzers
* Die Aktivität in öffentlichen Bereichen (z.B. welche Kanäle man folgt)

Eine tiefere Personalisierung ist möglich, wenn das WhatsApp-Konto mit dem Meta Account Center verknüpft ist. Dann können auch Daten von Facebook und Instagram einfließen. Datenschutzorganisationen beobachten diese Pläne mit Argusaugen.

Das „Pay or Consent“-Modell für Europa

Als direkte Reaktion auf strenge EU-Regeln führt Meta ein „Bezahlen oder Einwilligen“-Modell ein. Nutzer in Europa haben die Wahl:
1. Sie stimmen der datenbasierten Werbung zu.
2. Sie schließen ein Abo für ein werbefreies Erlebnis ab – voraussichtlich für etwa vier Euro im Monat.

Parallel dazu arbeitet WhatsApp an einem separaten Premium-Abo mit exklusiven Zusatzfunktionen für Power-User. Geplant sind laut Berichten:
* Die Möglichkeit, mehr als drei Chats anzuheften
* Erweiterte Personalisierungsoptionen wie verschiedene App-Symbole

Warum Meta jetzt auf Monetarisierung setzt

Die Einführung von Werbung und Abos ist ein lange erwarteter Schritt. Meta will das enorme Ertragspotenzial seiner Milliarden-Nutzer-Plattform endlich voll ausschöpfen. Analysten vergleichen die Bedeutung dieses Schrittes mit der erfolgreichen Monetarisierung von Instagram vor einem Jahrzehnt.

Gleichzeitig bricht Meta damit das ursprüngliche Versprechen der WhatsApp-Gründer, den Dienst dauerhaft werbefrei zu halten – ein Versprechen, das nach der Übernahme durch Facebook 2014 immer brüchiger wurde.

Wann die Neuerungen kommen – und wie Nutzer reagieren

Der Rollout der Werbung und Abos erfolgt schrittweise. Aufgrund der komplexen Datenschutzlage startet das Modell in der EU erst 2026, später als in anderen Weltregionen.

Die entscheidende Frage wird sein: Wie viele der zwei Milliarden Nutzer sind bereit, für Werbefreiheit zu bezahlen? Und reicht der angebotene Mehrwert der Premium-Funktionen aus, um ein Bezahlmodell populär zu machen? Der immense Netzwerkeffekt von WhatsApp dürfte die meisten Nutzer zwar auf der Plattform halten. Ob Metas zweigleisige Strategie aus Werbung und Abos jedoch wirklich aufgeht, werden die kommenden Monate zeigen.

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