WhatsApp Channels wird in EU zur Plattform mit besonderer Aufsicht
30.01.2026 - 22:13:12Die EU-Kommission stuft den Broadcast-Dienst von WhatsApp als „sehr große Online-Plattform“ ein. Damit gelten ab sofort die strengsten Regeln des Digital Services Act für die Verbreitung von Inhalten an Millionen Nutzer.
Die Entscheidung betrifft ausschließlich die öffentlichen „Channels“, nicht den privaten Messenger. Meta hat nun vier Monate Zeit, bis Mitte Mai 2026, um die verschärften Pflichten umzusetzen. Dazu gehören aktive Inhaltsmoderation, Risikoanalysen und mehr Transparenz. Verstöße können Milliardenstrafen nach sich ziehen.
Nutzerzahl überschreitet kritische Schwelle
Der Schritt wurde notwendig, weil der Dienst die magische Grenze von 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU überschritten hat. Nach Angaben der Kommission nutzten in der ersten Hälfte 2025 durchschnittlich 51,7 Millionen Menschen in der EU das Feature. Damit fällt es unter die Kategorie mit „systemischer Wirkung“ – und unter die schärfste Aufsicht.
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Der DSA soll größte Plattformen für verbreitete Inhalte haftbar machen. Die Einstufung von WhatsApp Channels zeigt den Fokus der EU auf Broadcast-Dienste, die Informationen schnell an ein Massenpublikum verbreiten können.
Neue Pflichten: Von Risikoanalyse zu klaren Meldewegen
Für Meta bedeutet die Einstufung konkrete neue Aufgaben. Das Unternehmen muss nun systematische Risikobewertungen vorlegen – etwa zur Verbreitung illegaler Inhalte, von Desinformation oder zu Risiken für Wahlen.
Zudem sind robuste und transparente Moderationsprozesse vorgeschrieben. Nutzer müssen klare Meldewege erhalten, auf die Plattform muss zeitnah reagieren. Auch die Werbetransparenz wird erhöht. Forscher und Aufsichtsbehörden erhalten Zugang zu Plattformdaten. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des globalen Jahresumsatzes von Meta.
Teil einer breiteren Tech-Regulierung in der EU
Die Maßnahme ist kein Einzelfall. Sie steht im Kontext einer breiten Durchsetzung des DSA durch Brüsseler Regulierer. Erst im Dezember 2025 wurde die Plattform X mit einer Rekordstrafe von 120 Millionen Euro belegt, weil sie Transparenzvorgaben verletzt hatte.
Am selben Tag wie die WhatsApp-Entscheidung kündigte die Kommission zudem eine DSA-Untersuchung gegen die KI-Plattform Grok von X an. Grund sind Bedenken wegen möglicher schädlicher Deepfake-Bilder. Die parallelen Aktionen zeigen den entschlossenen Kurs der EU, Tech-Giganten zur Verantwortung zu ziehen.
Frist bis Mai 2026 unter Aufsicht Irlands
Meta muss nun bis Mitte Mai 2026 die geforderten Änderungen umsetzen. Dies wird voraussichtlich erhebliche Investitionen in Sicherheitssysteme, Moderation und Transparenzberichte erfordern. Die Einhaltung wird direkt von der EU-Kommission und der irischen Medienaufsicht Coimisiún na Meán überwacht.
Ein WhatsApp-Sprecher bekräftigte das Engagement des Unternehmens, seine Sicherheitsmaßnahmen in der Region weiterzuentwickeln. Für Nutzer und Ersteller – von Nachrichtenmedien bis zu öffentlichen Personen – sollen die neuen Regeln ein sichereres Informationsumfeld schaffen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie Meta sich an die neue Aufsichtsrealität anpasst.
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