WhatsApp, Channels

WhatsApp Channels muss strenge EU-Regeln umsetzen

04.02.2026 - 21:01:12

Die EU-Kommission unterwirft WhatsApps Broadcast-Dienst den strengen Regeln des Digital Services Act. Meta muss bis Mai 2026 Transparenz- und Schutzmaßnahmen umsetzen.

Brüssel – Die EU-Kommission stuft den WhatsApp-Broadcast-Dienst „Channels“ als besonders große Online-Plattform ein. Meta muss die Funktion nun bis Mai 2026 an die strengen Auflagen des Digital Services Act (DSA) anpassen – sonst drohen Milliardenstrafen.

EU zwingt Meta zu mehr Transparenz und Schutz

Seit dem 4. Februar 2026 gilt die formelle Einstufung: WhatsApp Channels ist ein „Very Large Online Platform“ (VLOP). Die EU-Kommission begründet dies mit durchschnittlich 51,7 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU in der ersten Jahreshälfte 2025. Damit liegt der Dienst klar über der Schwelle von 45 Millionen.

Die verschärften Regeln betreffen explizit die „Channels“-Funktion, mit der Organisationen, Medien und Influencer Nachrichten an ein Massenpublikum senden können. Der verschlüsselte Privat-Chat von WhatsApp bleibt hingegen außen vor. Für Channels muss Meta nun umfassende Risikobewertungen durchführen. Dabei geht es um die Verbreitung illegaler Inhalte, Wahlmanipulation und Gefahren für Grundrechte. Zudem muss das Unternehmen seine Inhalte-Moderation transparenter gestalten und wirksame Gegenmaßnahmen etablieren.

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Countdown läuft: Frist endet im Mai 2026

Meta hat nun vier Monate Zeit, die Auflagen umzusetzen. Die Frist endet Mitte Mai 2026. Bis dahin muss WhatsApp Channels unter anderem folgende Systeme betriebsbereit haben:

  • Einreichung detaillierter jährlicher Risikoanalysen bei der Kommission.
  • Datenzugang für zugelassene Forscher und Aufsichtsbehörden.
  • Ein öffentliches Werbearchiv.
  • Effektiver Jugendschutz, insbesondere ein Verbot zielgerichteter Werbung basierend auf Profiling für Minderjährige.

Die finanziellen Konsequenzen bei Nichteinhaltung sind massiv: Die EU-Kommission kann Geldbußen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Für Meta könnte das einen Betrag in Milliardenhöhe bedeuten.

Internationaler Druck auf Alterskontrolle und Datenschutz

Die Entscheidung fällt in eine Phase intensivierter regulatorischer Aktivitäten. Nur einen Tag zuvor, am 3. Februar, beriet sich die EU-Kommission mit Aufsichtsbehörden aus Australien und Großbritannien über Altersverifikations-Systeme. Der internationale Koordinationsdruck auf Plattformen wie WhatsApp wächst.

Gleichzeitig stehen die Datenschutzversprechen von Meta selbst unter Prüfung. Neue Untersuchungen in den USA und Diskussionen in Europa hinterfragen die technischen Grenzen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Für Meta wird es zur Gratwanderung: Die Transparenzanforderungen des DSA für Channels mit den Privatsphäre-Zusagen für den Kerndienst in Einklang zu bringen.

Signalfunktion: EU geht gegen Tech-Giganten vor

Die Einstufung von WhatsApp Channels folgt einer klaren Linie der EU. Bereits im Dezember 2025 verhängte die Kommission eine Rekordstrafe von 120 Millionen Euro gegen X (ehemals Twitter) wegen Verstößen gegen DSA-Transparenzregeln.

Analysten deuten den Schritt als strategische Schließung einer regulatorischen Lücke. Die Kommission behandelt die Broadcast-Funktion als eigenständigen Plattform-Dienst. So will sie verhindern, dass sozialmedia-ähnliche Funktionen in Privat-Chat-Apps der Aufsicht entgehen.

Ein WhatsApp-Sprecher bekräftigte Ende Januar, man arbeite an der Umsetzung der Sicherheitsauflagen und wolle den Channels-Dienst weiter ausbauen.

Herausforderung: Moderation im Massenmaßstab

Die große Frage für Meta lautet nun: Wie lässt sich Inhalte-Moderation für Millionen Broadcast-Kanäle skalieren, ohne das Vertrauen in die Privatsphäre des Kerndienstes zu beschädigen?

Beobachter erwarten in den kommenden Monaten eine Reihe von Updates für WhatsApp in Europa. Neue Meldewerkzeuge für Channels-Inhalte und verstärkte Altersverifikations-Abfragen sind wahrscheinlich. Der Wettlauf gegen die Uhr hat begonnen – und die gesamte Tech-Branche schaut zu, wie Meta dieser regulatorischen Nagelprobe standhalten wird.

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