Wehrdienst-Kommission, Dienstzeit

Wehrdienst-Kommission fordert längere Dienstzeit für Soldaten

07.02.2026 - 21:34:12

Eine Kommission schlägt eine Verlängerung des Wehrdienstes auf acht Monate plus zwei Monate Miliz vor. Bundeskanzler Stocker überrascht mit Plänen für eine Volksbefragung.

Eine Expertenkommission schlägt eine Verlängerung des Grundwehrdienstes von sechs auf acht Monate vor. Zusätzlich sollen zwei Monate verpflichtende Milizübungen folgen. Das „Österreich Plus“ genannte Modell soll die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres stärken.

Das 8+2-Modell im Detail

Die Kommission empfiehlt konkret:
* Grundwehrdienst: Verlängerung von sechs auf acht Monate.
* Milizübungen: Zwei weitere Monate für verpflichtende Übungen.
* Gesamtdauer: Soldaten wären damit zehn statt bisher sechs Monate im Dienst.

Generalstabschef Rudolf Striedinger unterstützt den Vorschlag nachdrücklich. Die längere Ausbildung in Monat sieben und acht sei für die moderne Kriegsführung entscheidend. Parallel soll auch der Zivildienst auf mindestens zwölf Monate ausgeweitet werden.

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Stocker überrascht mit Volksbefragungs-Plänen

Die politischen Reaktionen fallen gespalten aus. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) sprach von einem „entscheidenden Tag“ für die Diskussion. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sorgte jedoch für Überraschung: Er kündigte eine Volksbefragung über die Reform an.

„Eine derart weitreichende Änderung dürfe nicht über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden werden“, so Stocker. Dieser Vorstoß stieß bei den Koalitionspartnern SPÖ und NEOS auf Unverständnis. Auch Kommissionschef Erwin Hameseder warnte vor einer gefährlichen Verzögerung.

Druck durch die neue Sicherheitslage

Die Experten begründen ihren drastischen Vorschlag mit der veränderten Weltlage. Seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine sieht das Gremium dringenden Handlungsbedarf. Das Bundesheer als Milizarmee sei auf gut ausgebildete und regelmäßig beübte Reservisten angewiesen.

„Nach einer Mobilmachung müssen Soldaten sofort einsatzbereit sein“, betonte Generalstabschef Striedinger. Das sei mit der aktuellen kurzen Dienstzeit nicht zu gewährleisten. Kritiker sehen in der angekündigten Volksbefragung hingegen ein taktisches Manöver, das wertvolle Zeit koste.

Eine Reform mit historischem Kontext

Die Debatte ist nicht neu. Seit 2006 dauert der Grundwehrdienst nur noch sechs Monate. Eine Volksbefragung im Jahr 2013 bestätigte zwar die Wehrpflicht, änderte aber nichts an der Dauer. Die aktuelle Kommission wurde erst im Juni 2025 eingesetzt.

Für einen Start der Reform zum 1. Jänner 2027 braucht es laut Striedinger eine Grundsatzentscheidung noch im ersten Quartal 2026. Die Zeit drängt also. Wird die Politik den Experten folgen – oder das Volk entscheiden lassen? Eine aktuelle Umfrage zeigt ein gespaltenes Bild: 48 Prozent befürworten eine Befragung, 43 Prozent lehnen sie ab.

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