Waymo setzt auf philippinische Fernhelfer für US-Robotaxis
10.02.2026 - 12:44:12Waymo nutzt für die Sicherheitsüberwachung seiner Robotaxis Teams auf den Philippinen – eine Enthüllung, die in den USA heftige Debatten auslöst. Das gab der Konzern unter Druck in einer Senatsanhörung zu.
Die Bestätigung traf wie ein Paukenschlag ein: Während einer hitzigen Befragung im US-Senatsausschuss für Handel räumte Waymo ein, dass ein Teil der Fernüberwachung seiner fahrerlosen Taxis von den Philippinen aus erfolgt. Für viele Beobachter widerspricht dies der verbreiteten Annahme, dass alle sicherheitskritischen Aufgaben im Inland erledigt werden. Die Enthüllung wirft grundlegende Fragen zur Cybersicherheit, Datenhoheit und zum wahren Grad der Autonomie auf.
Senatsanhörung bringt globales Netzwerk ans Licht
Unter dem Titel „Hit the Road, Mac: The Future of Self-Driving Cars“ legte der Ausschuss die Praktiken des Branchenführers offen. Waymo-Chefsicherheitsbeauftragter Mauricio Peña bestätigte, dass sogenannte „Fleet Response Agents“ die Fahrzeuge in Echtzeit unterstützen – ein Teil von ihnen sitzt nicht in den USA, sondern in Manila. Die Philippinen sind ein globales Zentrum für Outsourcing, typischerweise für Kundenservice. Dass solche Teams jedoch in die aktive Navigation eingreifen, stellt das öffentliche Verständnis von „Fahrerlosigkeit“ auf den Kopf.
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Die Rolle dieser Agenten ist begrenzt, aber entscheidend. Sie steuern die Autos nicht direkt per Joystick. Stattdessen greifen sie ein, wenn die KI an ihre Grenzen stößt: bei unklaren Baustellen, spontanen Straßensperren oder chaotischem Fußgängerverkehr. Das Fahrzeug hält an, sendet Livestreams und Sensordaten, und der Fernagent schlägt eine sichere Route vor. Die finale Entscheidung und Ausführung bleibt jedoch bei den onboard-Sicherheitssystemen.
Sicherheitsbedenken und die Latenz-Frage
Für US-Politiker wie Senator Ed Markey ist die Vorstellung ein Albtraum: Personen tausende Kilometer entfernt beeinflussen Fahrzeuge auf amerikanischen Straßen. Die größten Bedenken gelten der Cybersicherheit und der Latenz. Jede Verzögerung bei der Datenübertragung über den Pazifik könnte in kritischen Sekundenbruchteilen über Unfall oder Vermeidung entscheiden.
Zudem stellen sich Fragen zur Qualifikation. Verfügen die philippinischen Agenten über US-Führerscheine? Kennen sie die lokalen Verkehrsgepflogenheiten in Phoenix oder San Francisco? Sicherheitsexperten warnen vor einer Vergrößerung der Angriffsfläche: Internationale Rechenzentren könnten leichtere Ziele für Cyberangriffe auf die Verkehrsinfrastruktur werden.
Arbeitsplatz-Export statt heimischer Jobs
Die Enthüllung hat auch eine wirtschaftspolitische Dimension. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter kritisieren seit Langem den Jobverlust durch Automatisierung. Nun zeigt sich: Die neuen Überwachungsjobs entstehen nicht in den USA, sondern werden in Niedriglohnländer ausgelagert. Der Vorwurf: Waymo opfert Sicherheitsstandards dem Kostendruck. Diese Praxis ist aus der IT-Branche bekannt, doch im Verkehrswesen geht es um physische Sicherheit – das macht den Fall brisanter.
Regulierungsdruck wächst – auch für Europa
Die Enthüllung dürfte die Forderungen nach strengeren Bundesregulierungen für autonome Fahrzeuge beschleunigen. Gesetze, die sicherheitskritische Unterstützung im Inland vorschreiben oder zumindest Transparenz über Standorte erzwingen, sind nun wahrscheinlicher. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA wird diese neuen Erkenntnisse in ihre laufenden Untersuchungen einbeziehen, etwa zu einem Vorfall mit einem Fußgänger in Santa Monica.
Für Europa und Deutschland ist der Fall ein Weckruf. Die Debatte verschiebt sich von der simplen Frage „Mensch oder Maschine?“ hin zu komplexeren Themen: Wo sitzt der Mensch im Loop? Welche Qualifikation hat er? Und wie viel Einfluss nimmt er wirklich? Bevor Robotaxis auch hierzulande den Regelbetrieb aufnehmen, müssen diese Fragen geklärt werden – sonst könnte das Vertrauen in die Technologie nachhaltig Schaden nehmen.
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