Waymo, Visier

Waymo im Visier: US-Senator wirft Alphabet-Tochter Umgehung von China-Sanktionen vor

06.02.2026 - 23:13:12

Ein US-Senator beschuldigt Waymo, durch die Partnerschaft mit Geelys Zeekr US-Beschränkungen für chinesische Fahrzeuge zu umgehen. Der Vorwurf trifft den Konzern inmitten der Debatte um nationale Gesetze für autonomes Fahren.

Ein US-Senator beschuldigt Waymo, mit einer Partnerschaft zu Chinas Geely die amerikanischen Beschränkungen für chinesische Fahrzeuge zu umgehen. Der Vorwurf trifft den Roboter-Taxi-Anbieter mitten in der Debatte um einheitliche US-Gesetze für selbstfahrende Autos – und offenbart ein grundlegendes Dilemma der Branche.

Während Waymo und Tesla diese Woche im Senat für ein nationales Gesetz für autonome Fahrzeuge warben, konterte Senator Bernie Moreno scharf. Der Republikaner aus Ohio warf der Alphabet-Tochter vor, mit ihrem Partner Zeekr – einer Marke des chinesischen Herstellers Geely – „Schlupflöcher und Hintertüren“ zu nutzen. Sein Vorwurf: Waymo bringe so verbotene chinesische Autos auf amerikanische Straßen, die Daten an die Kommunistische Partei Chinas senden könnten.

Die umstrittene Partnerschaft im Detail

Hinter dem Streit steht Waymos Plan, seinen Fahrdienst Waymo One auszubauen. Dafür setzt das Unternehmen auf ein speziell entwickeltes Elektrofahrzeug von Zeekr. Die Partnerschaft, bereits 2021 angekündigt, sieht vor: Zeekr entwickelt die Fahrzeugplattform in Schweden. Waymo importiert die Karosserie in die USA und baut sein eigenes autonomes System, den Waymo Driver, ein.

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Das Fahrzeug, mittlerweile „Ojai“ genannt, ist für den Roboter-Taxi-Betrieb optimiert. Es kommt ganz ohne Lenkrad und Pedale aus. Genau diese enge Verbindung zu einem chinesischen Konzern stellt Waymo nun politisch ins Abseits.

Im Fadenkreuz der US-Sicherheitspolitik

Morenos Angriff kommt nicht aus heiterem Himmel. Er spiegelt eine breite, überparteiliche Initiative wider, die sich gegen Technologie aus China richtet. Der Hintergrund: Die US-Regierung fürchtet, dass „vernetzte Fahrzeuge“ mit ihren Sensoren und Kameras massenhaft sensible Daten sammeln und übertragen könnten.

Ein neues Regelwerk des US-Handelsministeriums verbietet ab Modelljahr 2027 den Import und Verkauf vernetzter Fahrzeugsysteme, die von chinesischen oder russischen Entitäten entwickelt oder hergestellt werden. Für Hardware-Komponenten gilt die Beschränkung ab 2030. Diese Regulierung zwingt die gesamte Autoindustrie, ihre globalen Lieferketten unter die Lupe zu nehmen und notfalls umzubauen.

Das fundamentale Dilemma der Branche

Die Auseinandersetzung im Senat offenbart ein Paradoxon der amerikanischen AV-Industrie. Waymo warnte eindringlich vor einem Flickenteppich aus Landesgesetzen. Ohne einheitliche Bundesregeln drohe den USA, im Wettlauf mit China zurückzufallen, so Waymos Chef-Sicherheitsbeauftragter Mauricio Peña.

Gleichzeitig setzt ausgerechnet Waymo für seine Expansion auf einen chinesischen Partner. Diese Abhängigkeit – selbst wenn es nur um die Fahrzeugplattform geht – schafft ein doppeltes Risiko: politische Kritik an der nationalen Sicherheit und potenzielle Konflikte mit den kommenden Bundesvorschriften. Branchenverbände wie die National Automobile Dealers Association unterstützen eine harte Linie gegen chinesische Hersteller. Sie verweisen auf unfaire, staatlich subventionierte Konkurrenz und Sicherheitsbedrohungen.

Was kommt auf Waymo zu?

Der Weg für Waymo und seine Zeekr-Flotte wird steiniger. Das Unternehmen muss nicht nur die technischen Hürden des autonomen Fahrens meistern, sondern auch ein volatiles politisches Umfeld navigieren. Die Frist 2027 für das Verbot chinesischer Systeme rückt unaufhaltsam näher.

Waymo hat auf die jüngsten Vorwürfe noch nicht offiziell reagiert. Beobachter verweisen auf alternative Partnerschaften, etwa mit Hyundai, die einen Ausweg bieten könnten. Der Konflikt zeigt eindrücklich: Der Weg zum autonomen Fahren in den USA wird nicht nur mit Algorithmen gepflastert, sondern auch mit geopolitischen Fallstricken und der Sicherheit der Lieferkette.

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