Volkswagen-Betriebsrat, Sonderbonus

Volkswagen-Betriebsrat fordert Sonderbonus nach Milliardencoup

11.02.2026 - 06:30:12

Nach einem unerwartet hohen Finanzüberschuss fordert der VW-Betriebsrat eine Sonderzahlung für die Belegschaft. Diese Forderung stellt das vereinbarte Sparpaket infrage und belastet die Verhandlungen mit dem Vorstand.

Der Betriebsrat von Volkswagen verlangt eine Sonderprämie für die Belegschaft. Grund ist der überraschend hohe Finanzüberschuss des Konzerns.

Wolfsburg – Die Stimmung bei Volkswagen kippt: Nur Wochen nach der Bekanntgabe eines überraschend robusten Netto-Cashflows von sechs Milliarden Euro für 2025 fordert der Gesamtbetriebsrat nun eine Sonderzahlung für die Tarifbeschäftigten. Diese Forderung stellt eine zentrale Säule des mühsam ausgehandelten Sparpakets infrage und erhöht den Druck auf das Verhältnis zwischen Arbeitnehmervertretung und Konzernspitze erheblich.

Sparpaket gerät ins Wanken

Betriebsratschefin Daniela Cavallo begründet die Forderung nach einer „Anerkennungsprämie“ mit dem kollektiven Beitrag der Belegschaft zum finanziellen Erfolg. Von der Prämie würden über 120.000 Mitarbeiter an den deutschen Standorten in Niedersachsen, Hessen und Sachsen profitieren. Die Forderung läuft jedoch dem kurz vor Weihnachten mit IG Metall vereinbarten Sparpaket direkt zuwider, das die flexible Bonuszahlung im Mai für die Jahre 2026 und 2027 aussetzt.

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Die Kehrtwende des Betriebsrats hat einen konkreten Auslöser: Am 21. Januar korrigierte der Konzern seine Prognose für den Netto-Cashflow 2025 von null auf sechs Milliarden Euro nach oben. Finanzvorstand Arno Antlitz führte diesen „massiven finanziellen Aufschwung“ auf strikte Kostendisziplin zurück – insbesondere in der Entwicklung, bei Investitionen und im Lagerbestandsmanagement.

Prämie als Frage der Fairness

„Wenn alle so effektiv Kostendisziplin liefern, ist eine Anerkennungsprämie ein gerechter Lohn“, argumentiert Cavallo in einer Sonderausgabe des Betriebsratsblatts. Die Belegschaft habe durch ihren Beitrag zu den Einsparungen ihren Teil der Vereinbarung erfüllt und solle nun am unerwartet positiven Ergebnis beteiligt werden.

Der Zeitpunkt der möglichen Zahlung ist symbolträchtig: Der Betriebsrat schlägt vor, die Prämie im Mai auszuzahlen – also genau in dem Monat, in dem die Belegschaft traditionell ihren flexiblen Tarifbonus erhielt. Die Höhe der möglichen Zahlung ist noch unklar und wird nun zum zentralen Verhandlungsthema mit dem Vorstand. Gespräche sollen bereits diese Woche beginnen.

Komplexe Hintergründe belasten Verhandlungen

Die Forderung kommt in einer schwierigen Phase für Volkswagen und die gesamte deutsche Autoindustrie. Das ursprüngliche Sparpaket war eine schmerzhafte Zugeständnis, um die Wettbewerbsfähigkeit im teuren Übergang zur Elektromobilität zu sichern. Zum Vergleich: Der Bonus für das Geschäftsjahr 2024 belief sich auf fast 4.800 Euro pro Mitarbeiter – eine Summe, auf die viele Beschäftigte eingestellt waren.

Die Herkunft des plötzlichen Geldsegens sorgt indes für Diskussionen. Analysen deuten darauf hin, dass auch bilanzielle Maßnahmen wie der Verkauf von Forderungen oder die Verschiebung von Entwicklungskosten zum Jahresergebnis beigetragen haben könnten. Diese Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der Gewinne macht die Verhandlungen zusätzlich kompliziert. Die Konzernführung steht vor der Zerreißprobe: Sie muss die Stimmung in der Belegschaft wahren, ohne die strategisch notwendige Kostendisziplin für die Zukunftstransformation zu gefährden.

Nagelprobe für die Sozialpartnerschaft

Die kommenden Wochen werden zur Nagelprobe für die Sozialpartnerschaft bei Volkswagen. Die Reaktion des Konzerns auf die Forderung wird ein deutliches Signal für die künftige Zusammenarbeit setzen. Eine schnelle Einigung könnte die Moral in einer entscheidenden Transformationsphase stärken. Ein langwieriger Streit oder eine komplette Ablehnung droht dagegen, die Belegschaft zu verprellen.

Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Vorstand laufen bereits. Erste Ergebnisse oder ein Zwischenbericht könnten bereits bei der nächsten großen Betriebsversammlung am 4. März im Wolfsburger Stammwerk bekannt werden. Der Ausgang dieses Machtkampfes wird nicht nur darüber entscheiden, ob zehntausende Beschäftigte im Mai eine Extrazahlung erhalten. Er wird auch den Ton vorgeben, mit dem Volkswagen den anspruchsvollen Weg in die elektrische Zukunft beschreitet.

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