Visa-Studie: KI im Handel stößt an Vertrauensgrenze
10.02.2026 - 08:22:12Konsumenten nutzen KI zwar für die Produktsuche, zögern aber bei der Bezahlung. Eine neue Studie des Zahlungsdienstleisters Visa zeigt ein fundamentales Problem für den E-Commerce auf: Künstliche Intelligenz hat das Vertrauen der Verbraucher für den letzten Schritt im Kaufprozess noch nicht gewonnen. Die Kluft zwischen Entdeckung und Transaktion könnte den Durchbruch der Technologie ausbremsen.
Die Vertrauenslücke beim Bezahlen
Die Untersuchung „State of Digital Commerce in Asia Pacific“ offenbart eine klare Diskrepanz. Zwar nutzen bereits 74 Prozent der Verbraucher KI-Tools, um Produkte zu finden und zu vergleichen. Doch wenn es ans Bezahlen geht, schwindet die Begeisterung. Fast ein Drittel (32 Prozent) ist zurückhaltend, persönliche oder Zahlungsdaten mit KI-Systemen zu teilen.
Ein Viertel der Befragten (26 Prozent) ist zudem unsicher, ob KI-Empfehlungen wirklich im eigenen Interesse liegen. Das verweist auf ein zentrales Problem: mangelnde Transparenz. Die Studie legt nahe, dass stärkere Sicherheitsgarantien das Vertrauen heben könnten. 45 Prozent der Konsumenten wären dann offener für KI-gesteuerten Handel.
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Digitale Reife bedeutet nicht blindes Vertrauen
Ein überraschendes Ergebnis: In digital hochentwickelten Märkten ist die Skepsis am größten. In Singapur und Japan können sich nur 14 Prozent vorstellen, KI für einen Kauf zu nutzen, in Neuseeland sind es 16 Prozent. Ganz anders in Schwellenländern: In Indien und Vietnam liegt die Zustimmung bei 42 Prozent.
Die Studie zeigt auch, dass wohlhabende und digital affine Haushalte besonders vorsichtig sind. 39 Prozent der Besserverdiener haben hohe Erwartungen an den Datenschutz, bei Geringverdienern sind es 29 Prozent. In Märkten mit hoher Digitalisierung wie Australien (38 Prozent), Neuseeland (37 Prozent) und Singapur (34 Prozent) sind die Ansprüche an den Schutz der Daten überdurchschnittlich hoch.
Welche Sicherheitslösungen sind nötig?
Für die Zahlungsbranche ergibt sich ein klarer Auftrag: Die Sicherheitsinfrastruktur muss mit den KI-Fähigkeiten Schritt halten. Visa setzt auf Technologien wie Netzwerk-Tokenisierung, bei der sensible Kartendaten durch ein digitales Token ersetzt werden, und passwortlose Authentifizierung.
Initiativen wie das Visa Intelligent Commerce-Programm und das Trusted Agent Protocol sollen eine vertrauenswürdige Grundlage für das gesamte KI-Ökosystem im Handel schaffen. Ziel ist ein sicheres und nahtloses Bezahlerlebnis – selbst wenn eine Transaktion von einem KI-Assistenten im Namen des Kunden initiiert wird.
Der Weg zu mehr Akzeptanz
Die Zurückhaltung der Verbraucher spiegelt allgemeine gesellschaftliche Sorgen um Datenschutz und die wachsende Raffinesse von Online-Betrug wider. Analysten fordern einen mehrgleisigen Ansatz: Unternehmen müssen radikal transparent machen, wie Kundendaten von KI-Modellen genutzt werden. Zudem sind einfache Kontrollmöglichkeiten für Verbraucher über ihre Daten und KI-Entscheidungen essenziell.
Der Erfolg von KI im Handel wird nicht allein an ihrer Fähigkeit gemessen, Produkte zu empfehlen, sondern daran, Transaktionen sicher und nachvollziehbar abzuwickeln. Visa rechnet damit, dass in den nächsten Jahren Millionen Verbraucher KI-Assistenten für Einkäufe nutzen könnten. Die Voraussetzung dafür ist jedoch ein vertrauenswürdiges Fundament. Die Botschaft der Kunden ist eindeutig: Der Komfort durch KI darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen.
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