Vietnams Banken frieren Millionen Konten ohne Biometrie ein
01.01.2026 - 04:42:12Vietnams Bankkunden müssen ab sofort ihre Identität per Chip-Ausweis nachweisen – sonst sind Online-Überweisungen gesperrt. Die Maßnahme ist Teil einer landesweiten Kampagne gegen Betrug und Geldwäsche.
Seit heute, dem 1. Januar 2026, ist die Frist abgelaufen: Millionen vietnamesische Bankkunden können keine digitalen Zahlungen mehr tätigen, wenn sie ihren Account nicht mit dem biometrischen Chip-basierten Personalausweis (CCCD) verknüpft haben. Die großen Geschäftsbanken des Landes haben die Online-Funktionen für nicht konforme Konten gesperrt. Betroffen sind vor allem Nutzer, die noch mit Reisepass oder alten Papierausweisen identifiziert werden.
Die schärfste Neuerung betrifft Konten, die mit einem Reisepass eröffnet wurden. Selbst moderne E-Pässe erfüllen nicht die technischen Vorgaben für die direkte Anbindung an Vietnams nationales Biometrie-System. Die Konsequenz: Ohne die Umstellung auf einen CCCD sind Überweisungen, digitale Zahlungen und QR-Code-Dienste blockiert.
„Das System benötigt einen direkten Abgleich zwischen dem Live-Gesichtsscan des Nutzers und den biometrischen Daten im Chip des Ausweises“, erklärt ein Sicherheitsexperte aus Ho-Chi-Minh-Stadt. „Reisepässe können diese Verifizierung nicht leisten.“ Die Konten gelten nun als nicht verifiziert – das Geld ist zwar sicher, aber nicht digital verfügbar.
Organisierte Betrugsnetzwerke nutzen gefälschte Konten, Phishing‑Mails und manipulierte Zahlungsaufforderungen – die sogenannten „Mule“-Konten sind Teil dieser Strategien und machen digitale Zahlungen unsicher. Ein kostenloses Anti‑Phishing‑Paket bietet eine klare 4‑Schritte‑Anleitung, erklärt die psychologischen Tricks der Täter, zeigt typische Indikatoren gefälschter Nachrichten und nennt technische Sofortmaßnahmen, mit denen Sie Ihr Konto besser schützen. Anti-Phishing-Paket jetzt gratis herunterladen
Grundlage sind die Verordnungen Circular 17/2024 und Circular 25/2025 der Staatsbank Vietnams (SBV). Sie setzen den Schlusspunkt unter eine mehrjährige „Datenbereinigung“. Bereits seit 2024 gab es schrittweise Beschränkungen für hohe Transaktionssummen und nicht verifizierte Konten.
Lange Schlangen vor den Bankfilialen
Die unmittelbaren Auswirkungen des Stichtags sind landesweit sichtbar. Vor Bankfilialen in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt bildeten sich heute lange Schlangen. Kunden drängen sich, um ihre Daten per NFC-Scan ihres Chip-Ausweises am Schalter aktualisieren zu lassen. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Personen in abgelegenen Regionen.
Die Banken haben Personal aufgestockt und Öffnungszeiten verlängert. Dennoch bleibt der Prozess für manche mühsam – etwa wenn das Smartphone keine NFC-Funktion hat oder sich biometrische Merkmale wie der Fingerabdruck stark verändert haben. Auch ausländische Residenten mit Reisepass müssen sich nun strengeren persönlichen Prüfungen unterziehen.
Kampf gegen „Mule“-Konten und Betrug
Hinter der drastischen Maßnahme steht der Kampf gegen organisierte Kriminalität. Die Behörden wollen sogenannte „Mule“-Konten austrocknen, die von Betrugsringen für Geldwäsche genutzt werden. Durch die Verknüpfung jedes aktiven Kontos mit einer biometrisch verifizierten Identität in der nationalen Bevölkerungsdatenbank (Projekt 06) soll das Finanzsystem transparent werden.
Die Staatsbank spricht von einer notwendigen Revolution. Erste Erfolge meldet das Innenministerium: Seit Einführung der Biometrie-Pflicht 2024 seien Betrugsfälle mit Banküberweisungen deutlich zurückgegangen. Doch der Übergang ist gewaltig. Ende 2025 waren schätzungsweise noch Millionen Konten nicht konform – darunter schlafende Konten und Konten von Bürgern ohne Chip-Ausweis.
Nächste Schritte: Biometrie für alle Bankkarten
Die heutige Sperre ist nur eine Etappe. Beobachter erwarten, dass noch 2026 die Ausgabe aller physischen Bankkarten an eine biometrische Validierung geknüpft wird. Das würde das Ende nicht-biometrischer Banking-Werkzeuge bedeuten.
Zudem soll das „Projekt 06“ auf weitere Finanzdienstleistungen wie Wertpapierhandel und Versicherungen ausgeweitet werden. Ziel ist ein einheitliches digitales Identitäts-Ökosystem für den gesamten Finanzsektor.
Bis dahin bleibt der Rat der Banken an betroffene Kunden einfach: Den Chip-Ausweis mit in die nächste Filiale bringen und den vollen Service wiederherstellen lassen. Die Ära des bequemen Digital-Bankings ist für Millionen Vietnamesen vorerst pausiert.
PS: Wenn Sie verhindern möchten, dass Ihr Konto für Geldwäsche missbraucht wird oder Sie Opfer von CEO‑Fraud und gefälschten Zahlungsaufforderungen werden, enthält das Anti‑Phishing‑Paket praxisnahe Checklisten und Abwehrstrategien. Der Gratis‑Report zeigt, wie Sie verdächtige E‑Mails erkennen, sichere Zwei‑Faktor‑Methoden einrichten und welche Sofortschritte bei Betrugsverdacht nötig sind. Gratis-Anti-Phishing-Guide jetzt sichern


