Videospiele, Medizin

Videospiele werden zur Medizin fürs Gehirn

20.01.2026 - 07:56:12

Forschungsergebnisse zeigen, dass digitale Spiele mit Bewegung die kognitive Leistung bei Senioren steigern und das Demenzrisiko senken können. VR-Therapie und Gamification werden zu neuen Werkzeugen der Gesundheitsvorsorge.

Videospiele entwickeln sich zu einem wirksamen Werkzeug für die geistige Gesundheit im Alter. Aktuelle Forschungen zeigen: Die Kombination aus Denksport und Bewegung – Exergaming – kann Demenz vorbeugen und die kognitive Leistung steigern. Damit wird die Unterhaltungselektronik im Wohnzimmer zum Teil der Gesundheitsvorsorge.

Exergaming: Training für Körper und Gehirn

Forscher der ETH Zürich belegen, dass simultanes körperliches und geistiges Training messbare Veränderungen im Gehirn bewirkt. Senioren führen dabei auf Sensorplatten Bewegungen aus, die sie gleichzeitig mit visuellen Aufgaben auf einem Bildschirm steuern.

Dieses „Dual-Tasking“ zwingt das Gehirn, motorische und kognitive Netzwerke gleichzeitig zu aktivieren. Die Folge: eine deutliche Steigerung der Neuroplastizität, also der Formbarkeit des Gehirns. Studienleiter Patrick Manser verzeichnete sogar ein Wachstum in gedächtnisrelevanten Regionen wie dem Hippocampus.

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Ein willkommener Nebeneffekt ist die Sturzprophylaxe. Daten der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zeigen: Das aktive Schritt-Training reduziert das Sturzrisiko älterer Menschen erheblich – reines Gedächtnistraining bleibt hier wirkungslos.

Das Ende der „Digitalen Demenz“-Mythen

Die alte Sorge, Technologie führe zum geistigen Abbau, ist widerlegt. Aktuelle Analysen in Nature Human Behaviour zeigen das Gegenteil: Die Nutzung von Tablets oder Smartphones bei Senioren korreliert mit einem reduzierten Risiko für kognitiven Verfall.

Schlüssel ist das Konzept des „Digital Scaffolding“ – digitale Stützgerüste. Apps für Kalender, Erinnerungen oder Navigation kompensieren nachlassende Fähigkeiten. Sie entlasten das Gehirn und setzen Ressourcen für andere Aufgaben frei. Digitale Kompetenz wird so zum Schutzfaktor.

Virtuelle Realität: Therapie im Kopfhörer

Leichte VR-Brillen erobern Pflegeheime und Wohnzimmer. Sie bieten zwei konkrete Vorteile:

  • Reminiszenz-Therapie: Virtuelle Reisen an Orte der Kindheit aktivieren das Langzeitgedächtnis und fördern emotionale Stabilität. Das immersive Erlebnis stimuliert das Gehirn stärker als flache Fotos.
  • Kognitive Rehabilitation: In spielerischen VR-Welten können Patienten Greifbewegungen trainieren oder Aufgaben lösen, die im realen Raum nicht möglich wären. Unternehmen wie Cureo treiben diese Entwicklung voran.

Prävention mit Spaßfaktor

Die Technologien sind kein Allheilmittel, sondern Teil eines multimodalen Ansatzes. Ähnlich wie in der finnischen FINGER-Studie geht es um die Kombination aus Ernährung, sozialer Interaktion, Bewegung und Denktraining.

Spielerische Ansätze wirken hier als Motivator und sozialer Klebstoff. Multiplayer-Exergames bekämpfen Einsamkeit – einen großen Risikofaktor für Demenz. Die Gamification von Gesundheitsdaten hilft, Bewegungspläne einzuhalten.

Die Zukunft: Medizin für alle

Die Hürden sinken: Was einst teuren Kliniken vorbehalten war, kommt via Smart-TV-App und günstigem VR-Headset ins Wohnzimmer. Sogar Versicherungen prüfen nun Modelle, digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) proaktiv zur Gesunderhaltung zu erstatten.

Die Werkzeuge, um geistig fit zu altern, waren nie so leistungsfähig – und unterhaltsam.

Übrigens: Kleine, spielerische Übungen im Alltag können bereits spürbar helfen, wenn Sie sie regelmäßig anwenden. Wer Exergaming mit gezieltem Gehirntraining kombiniert, stärkt sowohl Körper als auch Gedächtnis – oft in nur wenigen Minuten täglich. Sichern Sie sich das Gratis‑PDF mit 11 Übungen, Ernährungs‑Tipps und einem kurzen Selbsttest, um Ihren Trainingsplan sofort zu starten. Gratis-PDF mit 11 Übungen & Selbsttest anfordern

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