Verpackungsrecycling: Erfolge bei Kunststoff, Defizite bei Getränkekartons
30.01.2026 - 17:34:12Gestiegene Quoten, aber Systemschwächen bleiben
Das Umweltbundesamt (UBA) und die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) zogen am 27. Januar eine positive Bilanz für 2024. Insgesamt wurden 5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle aus den dualen Systemen verwertet. Als besonderen Erfolg werteten die Behörden die werkstoffliche Verwertungsquote für Kunststoffverpackungen, die auf 70 Prozent gestiegen ist. Fünf von acht gesetzlichen Recyclingquoten wurden erreicht oder übertroffen.
Doch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zeichnet ein anderes Bild. Auf Basis derselben Daten kritisiert sie, dass die Quote für Getränkekartons zum dritten Mal in Folge klar verfehlt wurde. Statt der vorgeschriebenen 80 Prozent wurden nur 69,5 Prozent erreicht – ein Rückschritt zum Vorjahr.
Getränkekartons: Pfand als Ausweg?
Die DUH fordert als Konsequenz eine umgehende Gesetzesverschärfung. Konkret verlangt der Verband die Ausweitung des Einwegpfands auf Getränkekartons. Ein 25-Cent-Pfand würde die Sammelmengen drastisch erhöhen und hochwertiges Recycling erst ermöglichen, so das Argument.
„Ein erheblicher Teil dieser Verpackungen landet im Restmüll und ist für den Kreislauf verloren“, kritisiert die DUH. Der Verband verweist auf EU-Nachbarn: In Spanien sei ein solches Pfand bereits beschlossen, Kroatien ziehe nach. Technisch sei die Rücknahme über bestehende Automaten problemlos machbar.
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Transparenz und Wettbewerb im Lizenzmarkt
Parallel veröffentlichte die ZSVR die vorläufigen Marktanteile der dualen Systeme für das erste Quartal 2026. Diese Transparenz soll den Wettbewerb im Lizenzierungsmarkt stärken. Für Hersteller und Händler sind die Daten wichtig, um die Stabilität ihrer Systempartner einzuschätzen.
Die regelmäßige Veröffentlichung ist ein Kerninstrument der Behörde, um die Funktionsfähigkeit des Marktes zu überwachen. Für Unternehmen bleibt die korrekte Lizenzierung ihrer Verpackungsmengen eine zentrale Compliance-Pflicht.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Die gegensätzlichen Interpretationen derselben Daten sorgen für Rechtsunsicherheit. Das wiederholte Verfehlen von Quoten könnte zu neuen gesetzlichen Auflagen führen – wie der geforderten Pfandpflicht. Für Nutzer von Getränkekartons wären das direkte Auswirkungen auf Logistik und Kosten.
Die Debatte findet vor einem großen Umbruch statt: Ab 2026 wird die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) die Regeln grundlegend verändern. Unternehmen sollten die Entwicklung genau verfolgen. Die Registrierung im Verpackungsregister LUCID und die korrekte Lizenzierung bleiben unerlässlich, um Bußgelder zu vermeiden.
Die aktuellen Zahlen zeigen: Das System der erweiterten Herstellerverantwortung wird stetig justiert – doch der Weg zur echten Kreislaufwirtschaft ist noch lang.
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