Verbraucherzentralen warnen vor neuen Abofallen in Apps
23.01.2026 - 16:42:12Verbraucherschützer schlagen Alarm: Eine neue Welle raffinierter Kostenfallen in Smartphone-Apps lockt Nutzer in teure Abonnements. Die Maschen nutzen manipulative Designs und versteckte Fallen, die oft erst auf der Telefonrechnung auffallen. Besonders perfide: Die Tricks betreffen längst nicht mehr nur obskure Apps, sondern auch beliebte Anwendungen aus den Bereichen Social Media, Shopping und Supermarkt-Bonusprogramme.
„Dark Patterns“ und Clickjacking: Die neuen Betrugsmethoden
Im Zentrum der neuen Abzocke stehen sogenannte „Dark Patterns“. Diese manipulativen Benutzeroberflächen nutzen gezielt psychologische Tricks aus. Dazu gehören künstliche Countdowns, die Zeitdruck erzeugen, oder irreführende Buttons wie „Jetzt testen“, die in Wirklichkeit einen Kauf auslösen.
Eine besonders perfide Methode ist das „Clickjacking“. Dabei legen Entwickler unsichtbare Schaltflächen über legitime Bedienelemente. Ein aktueller Erfahrungsbericht schildert, wie ein Nutzer durch das Wegklicken eines Pop-ups in einem Spiel unbewusst ein Abo für 3,99 Euro pro Woche abschloss. Solche Verträge bleiben oft wochenlang unbemerkt, da Bestätigungs-E-Mails im Spam landen.
Passend zum Thema Smartphone-Sicherheit: Viele Nutzer wissen nicht, wie sie In‑App-Käufe und App-Berechtigungen richtig einschränken – das führt oft zu teuren, schwer zu stornierenden Abbuchungen. Der kostenlose Android-Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Android-Handy sicher einrichten, In‑App-Käufe deaktivieren und Kindergeräte schützen. Praktische Anleitungen und ein 5-teiliger E-Mail-Kurs helfen, Fallen zu vermeiden. Jetzt kostenlosen Android-Ratgeber & E-Mail-Kurs sichern
Supermarkt- und Shopping-Apps im Visier
Die Gefahr lauert auch in alltäglichen Anwendungen. Eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt: Zwei Drittel der Nutzer von Supermarkt-Apps kaufen zusätzliche Produkte, um Rabatte freizuschalten. Die tatsächliche Ersparnis liegt dabei oft bei nur zwei Prozent.
Auch Shopping-Apps in sozialen Netzwerken stehen in der Kritik. Juristen der Verbraucherzentrale NRW warnen vor unüberlegten Impulskäufen. Der „Kaufen“-Button wird hier oft vorschnell gedrückt, während im Hintergrund große Mengen Nutzerdaten gesammelt werden.
So schützen Sie sich vor den Abzockfallen
Angesichts der raffinierten Methoden raten Experten zu konkreten Schutzmaßnahmen:
- Drittanbietersperre einrichten: Der wirksamste Schutz ist eine kostenlose Sperre beim Mobilfunkanbieter. Sie blockiert Abbuchungen externer Anbieter über die Telefonrechnung.
- In-App-Käufe deaktivieren: Besonders auf Kindergeräten sollten Käufe in den Systemeinstellungen gesperrt oder passwortgeschützt werden.
- Rechnungen prüfen: Kontrollieren Sie monatlich Ihre Mobilfunkrechnung auf unbekannte Posten.
- Bei Forderungen widersprechen: Wer in eine Falle gerät, sollte der Forderung schriftlich widersprechen. Die Beweislast für einen rechtmäßigen Vertrag liegt beim Anbieter.
Politik und Behörden in der Pflicht
Verbraucherschützer sehen auch den Gesetzgeber gefordert. Zwar geht die Bundesnetzagentur bereits gegen Missbrauch vor und hat Schutzmechanismen etabliert. Doch die Betrüger finden stets neue Wege. Die Forderungen nach einem Verbot manipulativer Designs werden lauter. Bis dahin bleibt Wachsamkeit der beste Schutz.


