US-Staat, Georgia

US-Staat Georgia will KI-Pornografie zur Straftat machen

08.02.2026 - 21:11:11

Der US-Bundesstaat Georgia will die Erstellung nicht-einvernehmlicher KI-Pornografie mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bestrafen. Kritiker warnen vor möglichen Einschränkungen der Meinungsfreiheit.

Der US-Bundesstaat Georgia geht gegen gefälschte Nacktbilder vor. Ein neuer Gesetzentwurf soll die Erstellung nicht-einvernehmlicher, pornografischer KI-Bilder unter Strafe stellen – mit bis zu 20 Jahren Haft. Doch Kritiker warnen vor Kollateralschäden für die Meinungsfreiheit.

„Virtuelles Belauschen“ soll zum Verbrechen werden

Hinter der Initiative steht der republikanische Staatssenator Bo Hatchett. Sein Senatsgesetz 398 zielt darauf ab, das sogenannte „virtuelle Belauschen“ zu einem Verbrechen zu erklären. Gemeint ist die Nutzung generativer KI-Systeme, um reale Personen ohne deren Einwilligung in pornografischen Darstellungen zu zeigen.

Die vorgeschlagenen Strafen sind drastisch. Bei Erwachsenen drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis und 50.000 US-Dollar (etwa 46.000 Euro) Geldstrafe. Handelt es sich bei den Opfern um Minderjährige, könnte die Freiheitsstrafe auf bis zu 20 Jahre steigen. Die Geldbuße verdoppelt sich auf 100.000 Dollar.

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Goldrausch der KI-Regulierung unter der „Goldenen Kuppel“

Die Debatte in Georgia ist Teil eines landesweiten Trends. Immer mehr US-Bundesstaaten ringen darum, die rasant fortschreitende KI-Technologie in rechtliche Bahnen zu lenken. Auch unter der goldenen Kuppel des Kapitols in Atlanta wird intensiv über Regeln diskutiert.

Neben dem Kampf gegen Deepfake-Pornografie stehen auch andere Gefahren im Fokus. So gibt es Bestrebungen, den Einsatz täuschend echter KI-Videos in Wahlkämpfen zu unterbinden. Zudem soll die Transparenz erhöht werden, wenn Behörden selbst auf Künstliche Intelligenz setzen.

Grundrecht auf Satire in Gefahr?

Doch der gut gemeinte Entwurf stößt auf Widerstand. Bürgerrechtsorganisationen kritisieren die Formulierung als zu vage und weit gefasst. Ihre Sorge: Das Gesetz könnte unbeabsichtigt auch geschützte Formen des Ausdrucks kriminalisieren.

„Wo endet krimineller Missbrauch und wo beginnt Satire oder Parodie?“, fragen die Kritiker. Die Grenze zwischen schädlicher Täuschung und legitimer künstlerischer oder politischer Aussage ist fließend. Dieser Konflikt zwischen Schadensabwehr und Meinungsfreiheit stellt Gesetzgeber in aller Welt vor eine schwierige Aufgabe.

Was kommt als Nächstes?

Der Gesetzentwurf durchläuft derzeit den Justizausschuss des Senats. Nach einer ersten Anhörung Anfang Februar 2026 arbeiten die Abgeordneten an einer präziseren Fassung. Ein parteiübergreifender Konsens über das Problem scheint zu existieren – nicht aber über die ideale Lösung.

Die Entwicklung in Georgia wird bundesweit aufmerksam verfolgt. Viele sehen in dem Vorstoß einen möglichen Blaupause für andere Staaten. Klar ist: Mit fortschreitender Technologie werden die rechtlichen und ethischen Herausforderungen durch KI-generierte Inhalte weiter zunehmen. Georgia sucht nun nach den richtigen Schutzzäunen für das digitale Zeitalter.

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