Kommunen, Digitalisierungsoffensive

Unternehmen und Kommunen starten Digitalisierungsoffensive

21.01.2026 - 05:43:12

Unternehmen wie Spectrum und Virgin Media O2 fördern mit Millionenbeträgen und Gerätespenden digitale Grundbildung und Zugang für benachteiligte Gruppen.

Telekommunikationskonzerne und gemeinnützige Organisationen starten neue Programme, um digitale Grundkenntnisse für alle Altersgruppen zu fördern.

In einer konzertierten Aktion gegen die digitale Spaltung haben führende Unternehmen und Kommunen diese Woche mehrere Initiativen gestartet. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern grundlegende Computer- und Internetkenntnisse zu vermitteln. Der US-Kommunikationsriese Spectrum stellt eine Million Euro für sein Digitalbildungsprogramm 2026 bereit. Der britische Anbieter Virgin Media O2 spendet 12.000 Smartphones an Bedürftige. Parallel starten staatlich geförderte Workshops. Diese mehrgleisige Strategie soll sicherstellen, dass niemand in der zunehmend digitalen Welt abgehängt wird. Digitale Kompetenz ist heute unverzichtbar für den Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildung und grundlegenden Dienstleistungen.

Millionen-Förderung für digitale Bildung vor Ort

Kernstück der neuen Initiativen ist das Spectrum Digital Education-Programm. Die eine Million Euro an Fördermitteln fließen an gemeinnützige Organisationen, die digitale Grundbildung in den Kommunen anbieten. Die Gelder unterstützen vielfältige Projekte: Von Berufsvorbereitungskursen über Computer-Grundkurse bis hin zur Bereitstellung günstiger oder gespendeter Laptops. Seit Programmstart 2017 hat Spectrum über zwölf Millionen Euro investiert. Mehr als 200.000 Menschen in 41 US-Bundesstaaten profitierten bereits. Antragsberechtigte Organisationen im Versorgungsgebiet von Spectrum können sich vom 2. bis 27. Februar 2026 um die Mittel bewerben. Die Förderung finanziert wichtige Infrastruktur wie Computer-Labore und Lernzentren mit persönlicher Betreuung.

Refurbished-Smartphones überwinden die Gerätelücke

Nicht nur fehlende Kenntnisse, auch mangelnder Zugang zu Hardware bleibt eine große Hürde. Hier setzt Virgin Media O2 mit seiner Initiative Community Calling an. Das Unternehmen spendet 2026 insgesamt 12.000 aufgearbeitete Smartphones an Menschen in finanziellen Notlagen. Das Programm wird mit der Umweltorganisation Hubbub umgesetzt. Es richtet sich gezielt an vulnerable Gruppen: Überlebende häuslicher Gewalt, Menschen in Übergangswohnheimen und Familien ohne Internetzugang. Ein funktionierendes Smartphone ermöglicht essenzielle Online-Aktivitäten: Arzttermine buchen, Jobsuche betreiben oder Kontakt zu Hilfsnetzwerken halten. Die Geräte stammen aus Kundenrückläufen und dem O2-Recyclingprogramm. So fördert die Aktion auch die Kreislaufwirtschaft und reduziert Elektroschrott.

Anzeige

Passend zum Thema Gerätezugang und einfacher Smartphone-Nutzung: Viele neue Nutzerinnen und Nutzer stehen vor denselben Fragen – wie richte ich das Gerät ein, sichere Fotos oder buche Arzttermine online? Das kostenlose Android‑Smartphone‑Startpaket bietet eine verständliche Schritt-für-Schritt‑Anleitung plus einen 5‑teiligen E‑Mail‑Grundkurs, speziell für Einsteiger und Seniorinnen/Senioren. Praktische Tipps helfen, typische Fehler zu vermeiden und das Gerät sicher im Alltag zu nutzen. Gratis-Android‑Starterpaket und Einsteigerkurs anfordern

Lokale Projekte für spezifische Zielgruppen

Unterstützt werden die Unternehmensinitiativen durch gezielte kommunale Projekte. In West Yorkshire (UK) erweitern die Organisation Out Together und die Gesundheitsplattform Patient.info mit staatlicher Förderung digitale Treffpunkte für ältere LGBTQ+-Menschen. Das Programm bekämpft gezielt gesundheitliche Ungleichheiten und soziale Isolation in dieser Community. Parallel schulte ein von Jugendlichen geleitetes Projekt in Lagos kürzlich 51 Schülerinnen in digitalen Grundkenntnissen, Online-Sicherheit und KI-Grundwissen. Diese lokalen Ansätze zeigen: Digitale Bildung muss auf die spezifischen Bedürfnisse unterschiedlicher Gruppen zugeschnitten sein. Erfolgreiche Vorreiter-Kommunen wie St. Louis in den USA wurden kürzlich für ihre umfassenden Strategien ausgezeichnet – mit kostenlosem Community-WLAN und digitalen Lernlaboren.

Digitale Kompetenz wird immer anspruchsvoller

Die neuen Initiativen reagieren auf eine anhaltende und sich wandelnde digitale Kluft. Vor der Pandemie hatten laut Pew Research Center nur drei von fünf Menschen über 65 Jahren schnelles Internet zu Hause. Mehr als ein Viertel dieser Altersgruppe ging überhaupt nie online. Das Problem betrifft auch die Arbeitswelt: Fast ein Drittel der US-Arbeitnehmenden fehlen Berichten zufolge grundlegende Digitalkenntnisse für viele gefragte Jobs.

Gleichzeitig wird der Begriff „Computer-Grundkenntnisse“ immer umfangreicher. Digitale Kompetenz bedeutet heute mehr als E-Mails schreiben und im Web surfen. Der britische Lloyds Banking Group startete im Januar 2026 eine interne KI-Akademie. Bis Jahresende sollen alle 67.000 Mitarbeitenden „KI-kundig“ sein. Dies unterstreicht einen breiteren Trend: Grundwissen über künstliche Intelligenz, Online-Sicherheit und Datenschutz wird integraler Bestandteil digitaler Kompetenz in der modernen Arbeitswelt.

Öffentlich-private Partnerschaften als Schlüssel

Die Ankündigungen der vergangenen Woche setzen einen proaktiven Ton für digitale Inklusion in 2026. Der bevorstehende Antragszeitraum für die Spectrum-Förderung wird voraussichtlich eine Flut von Projektvorschlägen auslösen. Die Gelder werden so im kommenden Jahr in lokale Gemeinschaften fließen. Erfolgreiche zielgruppenspezifische Programme – wie die für LGBTQ+-Senioren oder Schülerinnen – werden wertvolle Vorbilder für andere Regionen liefern.

Die Zukunft der digitalen Teilhabe liegt in öffentlich-privaten Partnerschaften. Die Kombination aus Unternehmensmitteln, staatlicher Förderung und der praktischen Expertise lokaler Organisationen schafft einen wirksamen Rahmen für Veränderung. Kontinuierliche Investitionen in Workshops, Gerätezugang und bezahlbares Internet bleiben unverzichtbar. Nur so kann jeder die Chance erhalten, vollständig an der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft teilzuhaben.

Anzeige

PS: Damit gespendete Geräte auch nachhaltig helfen, braucht es einfache Schulungen vor Ort. Ein kostenloses Android‑Training erklärt in leicht verständlichem Deutsch, wie Seniorinnen und Senioren oder neu hinzukommende Nutzer ihr Smartphone einrichten, Datenschutz-Einstellungen prüfen und sichere Apps auswählen. Ideal für Ehrenamtliche, Betreuer und Lehrkräfte – inklusive praktischer Checklisten für den Alltag. Jetzt Android‑E-Mailkurs & PDF-Guide sichern

@ boerse-global.de