Unternehmen setzen auf mentale Gesundheit von Azubis
09.02.2026 - 15:14:12Psychische Erkrankungen bei Auszubildenden nehmen in Deutschland zu. Immer mehr Betriebe reagieren mit Präventionsprogrammen und schulen ihre Ausbilder zu Mental-Health-Coaches. Sie sehen darin eine Investition in die Fachkräfte von morgen.
Alarmierende Zahlen: Stress und Ängste auf dem Vormarsch
Die Datenlage ist eindeutig: Psychische Leiden sind bei Auszubildenden auf dem Vormarsch. Laut IKK classic stieg ihr Anteil am Krankheitsgeschehen von 12,5 Prozent (2022) auf 13,6 Prozent (2024). Damit sind sie die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen.
Der AOK-Fehlzeiten-Report zeigt einen Langzeittrend: Die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen nahmen zwischen 2012 und 2022 um 48 Prozent zu. Besonders schwer wiegt die Dauer der Ausfälle. Eine durchschnittliche Krankschreibung dauert hier fast 30 Tage – bei Atemwegsinfekten sind es nur sieben.
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Als Gründe gelten:
* Steigender Leistungsdruck
* Zukunftsängste
* Soziale Unsicherheiten
* Der Einfluss sozialer Medien
Prävention wird zum neuen Standard in Betrieben
Unternehmen stellen ihre Ausbildungskultur auf den Prüfstand. Statt erst bei Problemen zu reagieren, setzen sie zunehmend auf vorbeugende Maßnahmen. Der Fokus liegt auf der Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit – der sogenannten Resilienz.
Das Angebot reicht von digitalen Self-Care-Tools über Workshops zum Stressmanagement bis zu flexibleren Arbeitszeitmodellen. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Ausbilder selbst. Sie werden zu psychologischen Ersthelfern weitergebildet, um Warnsignale früh zu erkennen und Hilfe zu vermitteln.
Ziel ist eine „psychologisch sichere Umgebung“, in der Azubis offen über Belastungen sprechen können. Kann eine neue Gesprächskultur die Probleme auffangen?
Handwerk schneidet besser ab als die Industrie
Interessant sind die Unterschiede zwischen den Branchen. Im Handwerk liegt der Anteil psychisch erkrankter Auszubildenden mit 10,7 Prozent unter dem Durchschnitt. Experten vermuten positive Effekte durch körperliche Bewegung, klare Tagesstrukturen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.
In der Industrie ist der Wert mit rund 20 Prozent dagegen deutlich höher. Gewerkschaften wie die IG Metall reagieren und schulen Betriebsräte für den Umgang mit psychischen Belastungen. Auch die Politik handelt: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Forschungsprojekte zu wirksamen Präventionsmaßnahmen.
Mentale Gesundheit als Wettbewerbsvorteil
Hinter dem Engagement der Unternehmen steckt mehr als soziale Verantwortung. Im Kampf um Fachkräfte wird das betriebliche Gesundheitsmanagement zum entscheidenden Faktor. Für die Generation Z sind sinnstiftende Arbeit und ein unterstützendes Umfeld zentrale Kriterien bei der Jobwahl.
Die Rechnung der Betriebe: Gesunde und motivierte Azubis lernen besser, brechen seltener ab und bleiben dem Unternehmen nach der Ausbildung eher erhalten. Die Investition in mentale Gesundheit sichert so die eigene Zukunftsfähigkeit.
Der Wandel ist im Gange. Experten erwarten, dass sich Gesundheitsförderung fest in Lehrpläne integriert und das Thema weiter enttabuisiert wird. Die Ausbildung der nächsten Fachkräftegeneration wird ganzheitlicher – und das könnte der Schlüssel sein, um sie fit für die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zu machen.
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