Unitree Robotics beansprucht mit neuen Zahlen die Weltmarktführung
28.01.2026 - 07:31:12Der chinesische Roboterhersteller Unitree Robotics hat die öffentliche Debatte um die Marktführung bei humanoiden Robotern neu entfacht. Das Unternehmen korrigiert niedrigere Drittschätzungen und meldet für 2025 über 5.500 ausgelieferte Einheiten – ein Wert, der den Konkurrenten deutlich übertrumpft.
Die am 22. Januar veröffentlichte Klarstellung zielt direkt auf Berichte von Marktforschungsunternehmen wie Omdia und CounterPoint Research. Diese hatten den Rivalen AgiBot mit etwa 5.100 Auslieferungen an der Spitze gesehen und Unitree auf rund 4.200 Einheiten geschätzt. Unitree betont, bisher keine offiziellen Verkaufszahlen für 2025 bekannt gegeben zu haben. Die nun genannten 6.500 produzierten und 5.500 an Kunden gelieferten Einheiten stellen den bisherigen Konsens infrage.
Ein strategischer Schachzug im IPO-Rennen
Der Zeitpunkt der Bekanntmachung ist kein Zufall. Unitree strebt bis Mitte 2026 einen Börsengang an der chinesischen Börse an, während AgiBot einen IPO in Hongkong plant. In diesem Umfeld sind klare Marktführerschafts-Narrative entscheidend für die Bewertung. Der chinesische Markt für humanoide Roboter könnte bis 2029 ein Volumen von über zehn Milliarden Euro erreichen. Über 150 Start-ups buhlen bereits um Investorengeld.
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Unitree legt in seiner Mitteilung besonderen Wert auf präzise Definitionen. Die genannte Zahl beziehe sich „ausschließlich auf reine humanoide Roboter“ und schließe andere Produktkategorien wie zweiarrmige Roboter auf Rädern aus. Dies wird als subtile Kritik an der Berichterstattung von Wettbewerbern verstanden, die ihre Zahlen durch die Einbeziehung einfacherer Plattformen aufblähen könnten. Das Unternehmen warnt davor, Zahlen unterschiedlicher Robotertypen direkt zu vergleichen.
Der Kampf um Standards und Glaubwürdigkeit
Die Kontroverse unterstreicht ein grundlegendes Problem der jungen Branche: Es fehlen einheitliche Standards dafür, was ein „humanoider Roboter“ ist und was „Massenproduktion“ bedeutet. Während die Roboter vor wenigen Jahren noch in Forschungslaboren standen, drängen sie nun in reale Anwendungen. Figure AI setzt Humanoids in BMW-Werken ein, Agility Robotics arbeitet mit Amazon zusammen.
Unitrees eigene Entwicklung zeigt den Trend: Waren die Roboter 2024 noch vorwiegend in Forschung und Bildung im Einsatz, gewinnen industrielle Anwendungen global an Fahrt. Die entscheidende Hürde bleibt jedoch die Zuverlässigkeit bei komplexen Aufgaben in unstrukturierten Umgebungen. Die Produktionskosten sollen mit steigenden Stückzahlen von über 130.000 auf unter 35.000 Euro pro Einheit fallen.
Von der Stückzahl zum Mehrwert
Nach Unitrees Vorstoß wird sich der Fokus nun von Liefermengen auf den demonstrierten Mehrwert und die Integration in Arbeitsabläufe verlagern. Die Branche beobachtet gespannt, wie die Marktforschungsunternehmen auf die neuen Daten reagieren und ob Wettbewerber nachziehen. Der öffentliche Datenstreit könnte ein Katalysator für mehr Transparenz und einheitliche Berichtsstandards werden.
Für Unitree ist der Schachzug vorerst aufgegangen. Das Unternehmen positioniert sich nicht nur als technischer Innovator, sondern als dominante kommerzielle Kraft im globalen Wettrennen um die Arbeitskräfte der Zukunft. Die Frage bleibt: Wer kann die versprochenen Stückzahlen auch in echten wirtschaftlichen Nutzen verwandeln?
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