Unitree, Go2

Unitree Go2: KI-Roboter lernt Rettungseinsätze in brennenden Gebäuden

06.02.2026 - 23:04:12

Ein neues KI-Framework ermöglicht dem Unitree Go2 Roboter, selbstständig komplexe Treppen zu erklimmen. Dieser Durchbruch ebnet den Weg für den Einsatz als Vorhut bei gefährlichen Gebäudebränden.

Ein neues KI-System ermöglicht dem vierbeinigen Roboter Unitree Go2, selbstständig komplexe Treppen zu erklimmen – eine Schlüsselfähigkeit für den Einsatz bei Gebäudebränden. Die Entwicklung könnte die Arbeit von Feuerwehren revolutionieren.

Forscher haben einen Durchbruch bei der autonomen Navigation von Rettungsrobotern erzielt. Ein in dieser Woche veröffentlichtes Paper beschreibt ein KI-Framework, das dem gängigen Unitree Go2 beibringt, in Simulationen Treppensteigen zu lernen und dieses Wissen auf reale, unübersichtliche Umgebungen zu übertragen. Damit rückt der Einsatz solcher Roboter als Vorhut bei Hausbränden in greifbare Nähe.

KI lernt Klettern in der virtuellen Welt

Der Kern der neuen Fähigkeit ist ein zweistufiges Deep Reinforcement Learning-System. Zunächst trainiert die KI den Roboter in NVIDIAs realistischer Simulation „Isaac Lab“ auf abstrakten, pyramidenähnlichen Terrains. Hier entwickelt das System ein grundlegendes Verständnis für Kletterbewegungen.

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In der zweiten Phase wird diese Fähigkeit auf realistische Treppen-Simulationen übertragen – darunter gerade, gewendelte und spiralförmige Designs. Entscheidend ist dieser „Sim-to-Real“-Transfer: Der Roboter passt sein gelerntes Verhalten an die unvorhersehbaren Geometrien echter Gebäude an. Er navigiert dabei ausschließlich mit seinen eigenen Sensoren, ohne vorgefertigte Karten. So meistert er die Balance zwischen komplexer Wegfindung und dynamischer Fortbewegung.

Schlüssel zur Rettung in mehrstöckigen Gebäuden

Die erste Erkundungsphase in einem brennenden Haus ist für Feuerwehrleute extrem gefährlich. Vierbeinige Roboter gelten seit langem als ideale Werkzeuge für diese Aufgabe, da sie unebenes Terrain und Trümmer bewältigen können, wo Räder oder Ketten versagen. Ihre mangelnde Fähigkeit, Treppen autonom zu besteigen, war jedoch ein Haupthindernis für den praktischen Einsatz.

Treppen in Brand- oder Einsturzgebäuden sind eine extreme Herausforderung. Oft sind sie mit Schutt bedeckt oder strukturell beschädigt. Eine KI, die in Echtzeit auf verschiedene Treppenformen reagieren kann, ist daher ein großer Schritt zu effektiven Roboter-Partnern für Rettungskräfte. Diese agilen Plattformen bieten eine stabile Basis für Sensoren und können leichte Hindernisse beseitigen.

Unitrees Strategie für den Feuerwehreinsatz

Die Forschung baut auf Unitrees Fokus auf Notfalldienste auf. Das Unternehmen wirbt bereits mit seinen Robotern für Aufgaben wie Erstuntersuchung, Datenerfassung und Suchoperationen. Die Maschinen können mit 360-Grad-Kameras, Infrarotsensoren zur Vitalzeichenerkennung und Mikrofonen ausgestattet werden, um Einsatzkräften ein umfassendes Lagebild zu liefern.

Bereits im Mai 2025 stellte Unitree einen spezialisierten Rettungsroboter auf Basis der B2-Plattform vor. Dieses Modell war für das Überwinden von bis zu 40 Zentimeter hohen Stufen ausgelegt und konnte mit modularen Werkzeugen wie einem Hochleistungswasserwerfer bestückt werden. Die neue, KI-gesteuerte Autonomie der zugänglicheren Go2-Plattform markiert nun einen Wandel: von roher Kraft und spezieller Hardware hin zu intelligenter, anpassungsfähiger Software.

Von programmierten Bewegungen zu gelerntem Verhalten

Die Bedeutung dieses Durchbruchs liegt im Paradigmenwechsel. Bisherige, werkseitige Treppenmodi des Go2 sind auf standardisierte Treppen beschränkt und erfordern Steuerung durch einen Operator. Das neue KI-Framework ermöglicht ein Maß an Anpassungsfähigkeit, das in chaotischen Katastrophengebieten essenziell ist.

Indem der Roboter komplexe Treppen selbstständig wahrnimmt und bewältigt, entlastet er die menschlichen Operatoren. Diese können sich während einer Krise auf übergeordnete, strategische Entscheidungen konzentrieren. Die Kosteneffizienz und Leistungsfähigkeit von Plattformen wie dem Go2 macht hochentwickelte Robotik auch für kommunale Feuerwehren erschwinglicher.

Ausblick: Roboter als erste Einsatzkräfte vor Ort

Die erfolgreiche Demonstration ebnet den Weg für den Einsatz vierbeiniger Roboter in einer breiteren Palette von Notfallszenarien. Die nächsten Schritte werden weitere Tests in Übungsumgebungen umfassen, um die Leistung der KI unter Extrembedingungen wie Rauch, Feuer und Wasser zu verfeinern.

Wenn diese Technologie ausgereift ist, könnten Schwärme von Roboter-„Hunden“ zum Standardwerkzeug für Feuerwehren weltweit werden. Ihre Mission: als Erste in brennende Gebäude vorzudringen, schnelle Suchaktionen durchzuführen, das Innere zu kartieren, Gefahren zu identifizieren und Überlebende zu lokalisieren. Dies würde Feuerwehrleuten entscheidende Informationen liefern, bevor sie ein gefährliches Gebäude betreten – und so die Sicherheit von Bevölkerung und Rettungskräften gleichermaßen erhöhen.

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