Unbefugte Datenbank: 45 Millionen Franzosen betroffen
14.01.2026 - 21:09:12Eine riesige, ungeschützte Cloud-Datenbank mit hochsensiblen Daten von Millionen Franzosen lag offen im Netz. Die Entdeckung des Cybernews-Forschungsteams offenbart eine katastrophale Sicherheitslücke und deutet auf systematische Datensammlung durch Kriminelle hin.
Die Datenbank war nicht gesichert und für jeden zugänglich, bis die Forscher den Hosting-Anbieter alarmierten. Wie lange die Informationen – eine alarmierende Mischung aus persönlichen, finanziellen und demografischen Daten – exponiert waren und wer darauf zugreifen konnte, ist unklar. Es handelt sich um einen der schwerwiegenden Datenschutzvorfälle der letzten Zeit.
Analysen zeigen: Die Daten stammen nicht aus einem einzigen Leck. Vielmehr scheint es sich um die Arbeit von Datenhändlern oder kriminellen Akteuren zu handeln, die Informationen aus mindestens fünf verschiedenen Quellen zusammengeführt haben. Das Ziel: Aus gestohlenen Einzeldatensätzen eine wertvollere und gefährlichere Ressource für illegale Aktivitäten zu schaffen.
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Die Bandbreite der kompromittierten Daten ist beispiellos:
* Über 23 Millionen Einträge ähneln Wähler- oder Einwohnermeldedaten mit vollständigen Namen, Adressen und Geburtsdaten – Grundlage für Identitätsdiebstahl.
* Rund 9,2 Millionen Datensätze betreffen Gesundheitsfachkräfte, formatiert wie französische Amtregister.
* Etwa 6 Millionen Finanzprofile enthalten teils sensible Bankdaten wie IBAN und BIC.
* Weitere 6 Millionen Einträge verknüpfen Personen mit ihren Fahrzeug- und Kfz-Versicherungsdaten.
Strategische Waffe: Zusammengeführte Daten
Für Cybersecurity-Experten ist die Struktur der Datenbank typisch für das Vorgehen krimineller Sammler. Durch das Zusammenführen gestohlener Datensätze entstehen umfassende Personenprofile. Diese sind auf Darknet-Marktplätzen deutlich mehr wert und ermöglichen komplexere Betrugsschemata.
Die Kombination aus Demografie-, Gesundheits- und Finanzdaten ist der Worst-Case für den Privatsphärenschutz. Kriminelle können diese Verknüpfungen für hocheffektive Social-Engineering-Angriffe, Finanzbetrug oder Identitätsdiebstahl nutzen. Mit Adresse, Bankdaten und Versicherungsstatus im Gepäck lassen sich Sicherheitsbarrieren umgehen und Überzeugungsstrategien perfektionieren.
Frankreich im Fadenkreuz: Eine besorgniserregende Serie
Der Fund ist der jüngste Höhepunkt einer Serie schwerer Cyberangriffe auf französische Institutionen. Erst im Dezember 2025 gab es einen Vorfall beim französischen Innenministerium, der zu einer Festnahme führte. Davor waren im November die französische Tochter von Eurofiber und gegen Jahresende zwei Universitäten betroffen.
Diese Vorfälle markieren eine strategische Eskalation: Kriminelle gehen von Einzelangriffen dazu über, massive, sektorübergreifende Datenbanken zu kompilieren. Diese werden so zu einer mächtigeren Waffe für flächendeckenden Betrug.
Was nun? Höchste Wachsamkeit ist geboten
Zwar ist die Datenbank nun offline, doch die Frage nach unbefugten Zugriffen bleibt. Millionen Franzosen sind einem deutlich erhöhten Risiko für zielgenaue Phishing-Angriffe und Betrug ausgesetzt.
Da der Besitzer der Datenbank unbekannt ist, ist eine direkte Benachrichtigung der Betroffenen unmöglich. Die Verantwortung liegt nun bei den Bürgern selbst. Experten raten zu äußerster Skepsis bei unerwünschten Kommunikationen, zur engmaschigen Kontrolle der Kontobewegungen und zur Vorsicht bei allen Anfragen nach persönlichen Daten. Der Vorfall zeigt erneut, wie tief gestohlene Daten bereits vernetzt sind und welche komplexen Gefahren daraus erwachsen.
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